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Eintrag 436: Donnerstag, 8. November, Wien
Viertelfinale in Bratislava ... und wenn man kein Pech hat, dann hat man Glück auch.

Also, ein Tiebreak mit 14:12 zu gewinnen, das ist eine feine Sache. Das zeigt, wie gut ich seit ein paar Monaten drauf bin - nicht nur spielerisch, sondern vor allem im Kopf. Das zeigt aber auch, und das muss ich wirklich auch klar und deutlich sagen, dass ich seit einiger Zeit auch das nötige Glück hab. Beispiel heute: Bis 12:12 haben wir im Tiebreak beide unsere Aufschlagpunkte durchgebracht. Ich serviere, er spielt eine wirklich gute Rallye, greift sehr gut an. Ich bin total in der Defensive, hab eigentlich keine Chance auf den Punkt mehr - aber mein Passierball springt vom Netzband über ihn drüber. 13:12 für mich, beim nächsten Punkt macht er auf den ersten Ball einen leichten Fehler ...
So eine Partie wie die heute hier in Bratislava gegen Sluiter, die kann man ganz, ganz leicht verlieren. Das zeigt schon, wie knapp es hergeht, welche Rolle in ganz entscheidenden Punkten auch das Glück spielt. Und ich genieß es schon sehr, dass ich mich zur Zeit über mangelndes Glück nicht beschweren muss.
Um die Partie fertig zu erzählen: Im zweiten Satz hat er weiter sehr stark gespielt, vor allem mit dem ersten Aufschlag und der Vorhand, er hat auch 2:0 geführt, ich hab aber eigentlich immer den Return auf dem Schläger gehabt, hab ihn dann auch einmal gebreakt, bei 5:5 das beste Return-Game im Match gespielt und dann ausserviert ... freilich wieder mit ein bisschen Glück, das Game ist ein paar Mal über Einstand gegangen.
In Basel war ich ja zuletzt schon ziemlich müde von der ganzen Saison, von der Herumreiserei vor allem. Jetzt fühl ich mich eigentlich wieder sehr frisch. Das liegt vor allem daran, dass ich eine Woche so gut wie gar nichts gemacht hab, einmal Laufen, ein bisschen Kraftkammer, aber Tennis gespielt hab ich erst ab Mitte letzter Woche wieder. Diese kleine Auszeit hat mir gut getan.
Das Thema, über das jetzt viel spekuliert wird, sind die Top 50. Natürlich würde ich sehr gern unter den Top 50 überwintern, aber ob ich jetzt Nummer 49 oder 51 der Welt bin, das ist in Wahrheit egal. Fürs Ego wär's natürlich gut, aber so oder so weiß ich, dass heuer eine gute Saison war, mit einem sehr guten Ende - und dass trotzdem noch sehr viel mehr drin gewesen wäre. Das macht mich für 2008 schon jetzt sehr zuversichtlich - egal wie's 2007 ausgeht.
Aber 2007 ist ja noch nicht vorbei. Morgen geht's hier gegen Victor Hanescu - auch nicht wirklich leicht. Aber es wäre schon schön, erstens im alten Jahr noch den einen oder anderen Sieg einzusammeln, und zweitens ... naja, in den Top 50 ist es über den Winter dann doch vielleicht ein bissl gemütlicher als draußen. ;-)
CU auf tennisfabrik.at!
Euer Stefan Koubek
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