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Eintrag 433: Mittwoch, 17. Oktober, Madrid
Ljubicic gebogen ... und jetzt sehr motiviert gegen Lopez.

Wieder eine grundsolide Leistung heute ... das ist sehr, sehr ordentliches Tennis, was ich zur Zeit spiele. Ohne Zauberschläge oder Wunderdinge, aber grundsolide, fit, konzentriert. Und das reicht immerhin, um hier auf einem schnellen Hallenbelag jemanden wie Ivan Ljubicic zu schlagen. Und das ist bei solchen Bedingungen definitiv kein Schlechter.
Unzufrieden muss ich heute nur mit dem Tiebreak im zweiten Satz sein, da hab ich viele unnötige Fehler gemacht und glatt verloren. Aber sonst war das wirklich in Ordnung. Im dritten Satz hat man gemerkt, dass er mit mir von hinten überhaupt keine Lust mehr hat zu spielen. Da hat er mit dem ersten und dem zweiten Aufschlag extrem viel riskiert und sehr, sehr viel getroffen.
Das war wirklich heikel: Sobald der Ball im Spiel war, war eigentlich alles ziemlich klar für mich. Aber er hat so unmenschlich serviert, dass ich richtig Druck auf meine Aufschlaggames gekriegt habe - genau das Gegenteil von dem, was ich eigentlich vorgehabt hatte. Einmal war's sehr knapp: 15:40 bei meinem Aufschlag, er spielt einen Netzroller, ich erlauf ihn und schieb ihn nur rüber ... aber er beweist grad im richtigen Moment, warum seine Vorhand nicht als die solideste auf der Tour gilt und spielt den Ball ins Netz. Das war einfach nur Glück für mich - ein aufgelegter Elfer bei einem heimlichen "kleinen" Matchball.
Bei 6:5 für mich hab ich einfach nur versucht, den Aufschlag zu returnieren, irgendwie. Und das hat mir dann auch den Sieg gebracht: einen richtig erkämpften, reingeschlapften Return hat er verschlagen ... 6:3, 6:7, 7:5, wieder ein sehr schöner Sieg.
Jetzt geht's gegen Feliciano Lopez. Den hab ich in der Stadthalle ausgelassen, das möcht ich eigentlich nicht, dass es mir ein zweites Mal passiert. Der Papierform nach ist es für ihn auf dem schnelleren Boden hier natürlich besser als in Wien. Aber ich bin trotzdem zuversichtlich: Erstens hab ich in Zagreb gegen ihn gewonnen, wo es auch richtig zügig war. Und zweitens kann er hier auf dem schnelleren Boden mit seinem Rückhand-Slice nicht soviel Tempo rausnehmen wie in Wien. Dass er trotzdem zur Zeit richtig gut drauf ist, hat er hier nicht zuletzt durch den Sieg über Ferrer bewiesen.
Ein paar Leute haben mir erzählt, dass ich durch den heutigen Sieg wieder Nummer eins in Österreich bin. Ich weiß nicht, ob das wirklich stimmt, so genau hab ich mir das nicht angeschaut. Wenn's so wäre, wär's natürlich eine Bestätigung meiner Leistungen seit den US Open. Aber es gibt Wichtigeres als Nummer eins in Österreich zu sein - wenn ich in Österreich Nummer zehn bin und dafür Top 50 in der ATP, wäre es mir echt lieber.
Gegen Lopez wird's morgen sehr spät, letzte Partie auf dem Centercourt. Das heißt, wir werden jetzt noch in aller Ruhe ein Midnight-Dinner einwerfen. Gut, dass der Caterer hier Do&Co heißt, da hat man doch auch in Madrid einen gewissen Heimvorteil. ;-)
CU auf tennisfabrik.at!
Euer Stefan Koubek
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