FedCup in der heißen Phase

Am Wochenende werden die Halbfinalspiele der FedCup-Weltgruppe ausgetragen: USA gegen Russland, Italien gegen Frankreich. Österreich will gegen Israel einen Platz in der Weltgruppe fixieren, ein belgisches Rumpfteam hofft gegen China auf ein kleines Wunder.

Das kommende Wochenende steht im Zeichen des FedCup: Während Östereichs Team in Linz gegen Israel um einen Platz in der Weltgruppe 2008 kämpft, entscheidet sich in der Top-Liga die Finalpaarung. Für Brisanz ist vor allem im Schlager USA – Russland gesorgt.

USA - Russland: Kalter Krieg in Vermont
Gespielt wird in Stowe, im Westen der Vereinigten Staaten, auf Hardcourt – voraussichtlich. Denn der russische Kapitän Schamil Tarpischtschew hatte Probleme mit dem Visum, sprach von einem Skandal und fordert die Austragung des Länderkampfs auf neutralem Boden: "Das Vorgehen der Amerikaner verstößt gegen alle internationalen Regeln für einen fairen Wettkampf", so der Teamchef. Allerdings ist nicht nur die Stimmung zwischen den Teams nicht die allerbeste, auch im russischen Aufgebot ist nicht alles eitel Wonne. Maria Sharapovas mit ihrer langwierigen Schulterverletzung begründete Absage führte zu heftigen Reaktionen im russischen Verband – nicht ganz unverständlich angesichts der Tatsache, dass die frühere Nummer eins der Welt das Wochenende in Hollywood verbringt. Hoch zu favorisieren sind die Amerikanerinnen: Mit den beiden Williams-Schwestern und Doppel-Spezialistin Lisa Raymond haben sie alle Asse im Ärmel. Russlands Aufegbot wird angeführt von der aktuellen Nummer vier der Welt, Svetlana Kusnetsowa. Ihre Teamkolleginnen sind Nadia Petrowa, Anna Chakvetadze und die nachgerückte Elena Wesnina.

Frankreich ohne Bartoli in Italien
Frankreich führt im Head to Head gegen FedCup-Titelverteidiger Italien mit 6:1 und erlaubt sich sogar den Luxus, am Wochenende in Castellaneta Marina in Apulien auf Wimbledon-Finalistin Marion Bartoli zu verzichten. Kapitän Georges Goven im Diplomatenfranzösisch: "Es wäre schwer für Marion, ohne ihr gewohntes Umfeld bei einer so schweren Aufgabe im Gleichgewicht zu bleiben." Tatsächlich ist es ein offenes Geheimnis, dass Vater Bartoli im Team nicht gern gesehen wäre – dass es die Tochter allerdings nur im Doppelpack mit ihrem Vater gibt. Eine seit geraumer Zeit nicht in Top-Form agierende Amelie Mauresmo wird somit wohl auf Schützenhilfe ihrer Teamkolleginnen Golovin, Bremond und Dechy hoffen müssen, um einen Ausrutscher zu vermeiden: Tathiana Garbin, Francesca Schiavone, Maria Santangelo und Roberta Vinci stehen im Aufgebot der Gastgeberinnen. Die letzte italienische FedCup-Niederlage datiert übrigens mit April 2005.

Hochzeit geht vor – Maes spritzt FedCup
Kim Clijsters – sie erwartet übrigens ihr erstes Kind – heiratet am kommenden Wochenende den Basketballer Brian Lynch. Nicht nur Clijsters fehlt dem belgischen Team deswegen, sondern auch Caroline Maes. Sie nahm Clijsters’ Einladung zur Hochzeit an und feiert, anstatt im belgischen Team gegen China um einen Weltgruppen-Platz 2008 zu kämpfen. Somit wird Belgien mit einem Rumpf-Team in das Play-Off gegen China gehen. Die bestplatzierte Spielerin bei den Belgierinnen ist Yanina Wickmayer mit einem Ranking von 398.

Paszek und Bammer gegen Israel Favorit
Auf dem Papier sollten die Österreicherinnen gegen Israel nichts anbrennen lassen. In Linz, der Heimatstadt von Sybille Bammer, wird der Länderkampf ausgetragen. Gefährlichste Gegnerin ist Shahar Peer, die aktuelle Nummer 18 der Welt. Das letzte Duell der beiden Nationen fand vor 20 Jahren statt, als Petra Huber und Judith Wiesner über Yael Shavit und Ilana Berger die Oberhand behielten.

Die weiteren Play-Off-Begegnungen der Weltgruppe lauten Japan -Deutschland und Spanien - Tschechien.



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