Venus regiert wieder, "King Roger" nur mehr einen Schritt vom Thron entfernt

Samstag war kein Tag der Überraschungen in Wimbledon.

Zum vierten Mal heißt die Wimbledon-Siegerin der Damen Venus Williams. Die 27-Jährige ließ Überraschungsfinalistin Marion Bartoli erwartungsgemäß keine Chance, siegte 6:4, 6:1. Das Endspiel der Nummer 23 gegen die Nummer 18 der Setzliste - kein Damen-Endspiel der Neuzeit war von so niedrig gesetzten Spielerinnen bestritten worden - war allerdings nicht ganz so eine einseitige Angelegenheit, wie das Ergebnis vermuten ließe.

Bartoli macht Druck
Den Beginn verpasste die Französin, gab gleich ihren ersten Aufschlag ab, lag mit 0:3 im Rückstand, sah sich sogar einem Ball auf 0:4 entgegen. Aber dann fing sich die Henin-Bezwingerin, machte mit ihren beidhändigen Schlägen Druck, kämpfte sich auf 3:3 heran, ehe sie bei 4:5 doch das entscheidende Break hinnehmen musste. Im zweiten Satz schien Bartolis Widerstand gebrochen, nach 0:3 und einer Verletzungspause beider Spielerinnen machte sie noch ein Game - es war ihr letztes in Wimbledon 2007.

Federer bleibt weiter bei nur einem Satzverlust
7:5, 6:3, 6:4 - Richard Gasquet war im Semifinale der Herren gegen Roger Federer kein Satzgewinn vergönnt. Vor den Augen von Björn Borg unternahm der Schweizer einen weiteren Schritt zu seinem fünften Wimbledon-Titel in Serie - ein Kunststück, das zuletzt 1980 dem Schweden gelungen war. Federer benötigte genau 100 Minuten für einen niemals gefährdeten Sieg, der Franzose war nur 16 Stunden nach dem Ende seines Semifinal-Fünfsatz-Thrillers gegen Andy Roddick chancenlos gegen Klasse, Tempo und Präzision von Federer.

Kann Nadal Federer fordern?
Federers Endspielgegner ist wie im Vorjahr Rafael Nadal. Der spanische French Open-Sieger profitierte von einer Aufgabe seines Semifinalgegners Novak Djokovic, der zwar den ersten Satz mit 6:3 gewann, dann aber den Strapazen des gestrigen Fünf-Satz-fünf-Stunden-Kampfgs gegen Marcos Baghdatis Tribut zollen musste und beim Stand von 6:3, 1:6, 1:4 aufgab. Nadal überzeugte nicht, aber gab sich für das Sonntags-Finale gegen Federer zuversichtlich: "Ich bin ein Jahr erfahrener seit dem letzten Finale, habe ein Jahr mit vielen wichtigen Matches hinter mir und habe den Titel in Paris wieder geholt. Das ist alles wichtig."

Bryan/Bryan im Doppel-Finale
Die Halbfinali der Doppelbewerbe konnten ebenfalls über die Bühne gehen. Bob und Mike Bryan schlugen Fabrice Santoro und Nenad Zimonjic mit 7:6, 6:4, 7:6, ebenfalls ohne Satzverlust blieben Arnaud Clement und Michael Llodra gegen die Brasilianer Marcelo Melo/Andre Sa. Im Damen-Doppelfinale treffen Cara Black und Liezel Huber auf Katarina Srebotnik und Ai Sugiyama, die das topgesetzte Gespann Raymond/Stosur in drei Sätzen ausschalteten.


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