Dancevic, Ramirez Hidalgo, Tipsarevic
Alles andere als unglücklich verlief die Wimbledon-Auslosung für Österreichs Herren: Stefan Koubek, Werner Eschauer und – mit Einschränkungen - Alex Peya haben gute Chancen auf den Aufstieg in die zweite Runde.

Stefan Koubek – Frank Dancevic
Einen Lucky Loser bekommt Stefan Koubek zum Auftakt serviert: den 22-jährigen kanadischen Rechtshänder Frank Dancevic, der in der letzten Qualifikationsrunde dem Pakistani Qureshi unterlag. Dancevic belegt derzeit ATP-Platz 116, ist Allrounder mit Teilerfolgen auf Rasen: In Newport 2006 unterlag er Jürgen Melzer in drei Sätzen, im Londoner Queen’s Club nahm er Andy Roddick einen Satz ab. Koubek und Dancevic haben noch nicht gegeneinander gespielt, kennen einander aber trotzdem gut, sie bestritten 2006 in Mexico City gemeinsam den Doppelewerb. Sollte Koubek seinen kanadischen Gegner bezwingen, würde in Runde zwei wahrscheinlich David Nalbandian warten.
Werner Eschauer – Ruben Ramirez Hidalgo
Zweimal hat Ruben Ramirez Hidalgo bisher auf Rasen gespielt, beide Male verlor der spanische Rechtshänder: Das Erstrundenlos für Wimbledon könnte für Werner Eschauer kaum angenehmer sein. Gäbe es für die 64 Erstrundenverlierer im All England Club nicht satte 10.000 Pfund Preisgeld (rund 15.000 Euro), würde der ausgewiesene Sandplatz-Spezialist aus Alicante (2007 feierte erst einen einzigen Sieg auf einem anderen Belag) wohl nicht nach London reisen; er bereitet sich beim Sand-Challenger in Braunschweig auf Wimbledon vor und bestreitet heute dort sein Viertelfinal-Match. Auf Sand haben auch die bisherigen drei Duelle zwischen Ramirez Hidalgo und Eschauer stattgefunden, durchwegs bei Challengern, der Österreicher gewann zwei davon. Eine seit heute wohl interessante Information für Werner Eschauer: Der Einzug in die zweite Wimbledon-Runde bedeutet ein Preisgeld von 16.325 britischen Pfund, rund 25.000 Euro. Längerfristige Pläne muss der Niederösterreicher für Wimbledon allerdings kaum schmieden: In der zweiten Runde trifft der Sieger der Partie Eschauer - Ramirez Hidalgo auf Rafael Nadal oder Mardy Fish.
Alex Peya – Janko Tipsarevic
Österreichs nach Jürgen Melzers Ausfall wohl stärkster Rasenspieler bekommt dzu Beginn die schwierigste Aufgabe vorgesetzt: Alex Peya trifft auf den Serben Janko Tipsarevic, aktuelle ATP-Nummer 62. Der Rechtshänder aus Belgrad stand vorige Woche in der zweiten Runde des Rasenturniers im Londoner Queen’s Club, wo er Fernando Gonzalez knapp unterlag. Tipsarevic’ Rasen-Resultate sind nicht überragend, aber deutlich besser als jene von Dancevic oder Ramirez Hidalgo: In der ersten Wimbledon-Runde 2006 forderte er Andy Roddick vier harte Sätze lang, kurz davor erreichte er in Nottingham das Viertelfinale und schlug im Queen’s Club Andy Murray. 2005 stand Tipsarevic in der dritten Wimbledon-Runde. Gegen Peya hatte er bereits zweimal das Vergnügen, die Duelle fanden auf Challenger-Ebene statt und liegen vier Jahre zurück, im Head-to-Head steht es 1:1. Sollte Peya auf 2:1 stellen, würde mit Philipp Kohlschreiber oder Florent Serra eine durchaus lohnende Zweitrunden-Aufgabe warten.
Nadal gegen Fish, "Battle of the Britons" in Runde drei?
Roger Federer eröffnet seine Titelverteidigung gegen den Russen Teimuraz Gabashvili, Rafael Nadal bekommt als ersten Gang Mardy Fish aus den USA vorgesetzt - der Schlager der ersten Runde. Der auf drei gesetzte Andy Roddick wurde Justin Gimelstob zugelost. Sollten die beiden Briten Andy Murray (Nicolas Lapentti) und Tim Henman (Carlos Moya) ihre ersten beiden Runde gewinnen, würden sie in Runde drei aufeinander treffen.
Doppel: Harte Nuss für Knowle
Stefan Koubek und Philipp Kohlschreiber spielen im Herren-Doppel gegen die starken Belgier Olivier Rochus und Kristof Vliegen und sind dabei Außenseiter, ebenso wie Alex Peya und Christopher Kas gegen die auf elf gesetzten Mahesh Bhupathi und Radek Stepanek. Favoriten sind hingegen Julian Knowle und Simon Aspelin, das auf acht gesetzte österreichisch-schwedische Paar hat allerdings eine harte Nuss zu knacken: Andrei Pavel und Thomas Johansson.
Die aktuellen tennisweb.at-Raster aus Wimbledon:
zurück zur Übersicht
|