Paris: Bammer in Runde drei, Debakel für ÖTV-Herren, Paszek erneut mit Talentprobe

Die mäßige Einzel-Bilanz am zweiten ÖTV-Großkampftag in Roland Garros: ein Sieg, vier Niederlagen.

Positiv hat der vierte Hauptbewerbstag in Paris aus österreichischer Sicht begonnen. Sybille Bammer schaffte mit einem klaren 6:0, 6:3 über Olga Savchuk erstmals den Einzug in die dritte Runde der French Open. Die Freude der heimischen Tennisfans währte aber nicht lange. Zunächst unterlag Werner Eschauer wie erwartet der Nummer vier der Welt Nikolay Davydenko 5:7, 3:6, 1:6. Kurz darauf war das Einzel auch für Jürgen Melzer beendet, der gegen Juan Monaco beim 2:6, 3:6, 2:6 keine Chance hatte. Österreichs Nummer zwei erging es kaum besser: Stefan Koubek verlor gegen Juan-Carlos Ferrero mit 4:6, 5:7, 3:6. Tamira Paszek verabschiedete sich gegen Titelverteidigerin Justine Henin mit einem 5:7, 1:6 nach allerdings starker Leistung. Den Schlussstrich unter den Tag setzte Oliver Marach im Doppel: Der Steirer besiegte in der ersten Doppelrunde mit dem Polen Lukasz Kubot die Franzosen Mathieu Montcourt und Gregory Carraz mühelos 6:2, 6:2.

Bammer erteilt Lehrstunde
Gerade einmal acht von 34 ausgespielten Punkten ließ Sybille Bammer ihrer ukrainischen Gegnerin im ersten Satz und entschied ihn nach 20 Minuten für sich. Im zweiten Durchgang hielt Savchuk bis zum 2:2 mit, danach übernahm Österreichs Nummer eins wieder das Ruder und nutzte nach 61 Minuten ihren ersten Matchball. In der Runde der letzten 32 trifft die 27-jährige Oberösterreicherin nun auf die Chinesin Na Li, sich gegen Pauline Parmentier aus Frankreich in drei Sätzen durchsetzte.

"Austro-Russe" eine Nummer zu groß
Nur kurz roch es in der Partie von Werner Eschauer nach einer Sensation. Der Niederösterreicher führte gegen Nikolay Davydenko 4:1, musste aber rasch das 4:4 hinnehmen und gab bei 5:5 seinen Aufschlag entscheidend ab. Im zweiten Satz reichte dem Russen, der um die österreichische Staatsbürgerschaft angesucht hat, ein Break im ersten Game. Durchgang drei begann zwar mit einem Break Eschauers, danach war der 33-jährige Routinier chancenlos. Für ihn war es der erste Zweitrundenauftritt bei den French Open seit 2000.

Ohne Break ist's schwer
Denkbar schlecht startete Melzer gegen Monaco. Der 26-Jährige ließ im ersten Game drei Breakbälle aus und gab danach trotz 40:15 seinen Aufschlag ab. Die einzige Möglichkeit zum Rebreak konnte Melzer bei 1:3 nicht verwerten, mit einem weiteren Aufschlagverlust des Deutsch-Wagramers endete der Satz. Ernüchternd der weitere Verlauf: Melzer kam zu keiner Breakchance mehr, kassierte drei weitere Breaks und ging in nur 90 Minuten sang- und klanglos unter. Im Head-to-head stellte Monaco auf 4:0, erst letzte Woche hatte der Argentinier in Pörtschach mit 6:3, 6:1 und anschließend das Turnier gewonnen.

Koubek verliert "Damenpartie"
Gut verkauft hat sich Stefan Koubek gegen den Paris-Sieger von 2003, mehr als das aber nicht. Der Kärntner unterlag Juan-Carlos Ferrero nach 2:21 Stunden aufgrund 52 unerzwungener Fehler und inferiorer Leistung in den eigenen Aufschlagspielen. Koubek hielt in den ersten beiden Sätzen nur vier von elf Mal sein Service, fünf Aufschlagverluste des Spaniers waren daher zu wenig. Chancen hatte der Schützling von Günter Bresnik vor allem im zweiten Set, wo er 3:1 voran lag und bei 4:3 Breakball hatte. Mit dem Break zum 6:5 übernahm Ferrero jedoch das Kommando und gab es bis zum Schluss nicht mehr ab.

Fünf Games volle Kontrolle über Henin
Tamira Paszek hat am Abend gegen Justine Henin wie bei der knappen Niederlage in Dubai ihr großes Potential unter Beweis gestellt. Zu Beginn dominierte bei der Vorarlbergerin die Nervosität, die sich mit dem ersten Gamegewinn bei 0:5 nach und nach gänzlich legte. In einer sensationellen Aufholjagd schaffte Paszek den Ausgleich zum 5:5 und dominierte in dieser Phase die ratlos wirkende Weltranglisten-Erste. "Mimi" fand mehrere Chancen vor, um ins Tiebreak zu kommen. Bei Einstand gewährte sie der am Netz wartenden Henin jedoch eine Auflage, die diese dankend annahm. Ein Rückhand-Fehler Paszeks brachte der Belgierin den Satz. Der zweite wurde bei 0:3, 0:15 aus Sicht der 16-jährigen Dornbirnerin unterbrochen. In der Fortsetzung kämpfte Paszek zwar bis zum Schluss verbissen, ihr gelang aber nur noch ein Game.

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