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Eintrag 401: Dienstag, 29. Mai, Paris
Heute dreieinhalb Sätze gegen Rochus, schon morgen geht's weiter: Drittes Match nach elf, Platz sechs. Und die Partie gegen Ferrero kann richtig lang werden.

Es klingt vielleicht blöd, wenn man nach so einer Partie wie heute sagt, dass man mit dem Krampf beim anderen sogar von Anfang an spekuliert hat. Aber der Christophe Rochus ist im Circuit bekannt als einer, der Probleme kriegt, wenn's länger wird als drei Sätze. Und er hat ja in Kitzbühel schon gegen mich gekrampft.
Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden heute mit meiner Vorstellung. Spielerisch ist das zwar großteils in Ordnung, aber vor allem bei Breakbällen spiele ich einfach einen Blödsinn - einmal zuviel, einmal zuwenig, auf jeden Fall immer das Falsche. Und dann kommt natürlich auch kein Glück dazu. Symptomatisch war der Satzball im Tiebreak vom ersten Satz: Da bin ich draufgegangen, hab den Ball richtig gut getroffen - aber vom Netzband ist er knapp ins Out gesprungen.
Meinen Hänger am Anfang des zweiten Satzes hab ich genützt, um mir ein Break einzufangen - bravo, Koubek. Ausgerechnet dann hab ich aber angefangen, die Partie in meine Richtung zu drehen. Ich hab ihn mit heftigen Rallyes richtig beschäftigt, müde gemacht, das Rebreak geschafft, das Tiebreak im zweiten Satz wirklich sehr stark gespielt - und damit war's ziemlich klar, wer heute ein- und wer als Sieger vom Platz geht. Im dritten Satz hat mir ein Break gereicht.
In der Pause nach dem Satz ist der Physio auf den Platz gekommen, quasi pünktlich. Ein paar Games später war es dann vorbei, der arme Kerl hat kaum mehr richtig laufen können. Er hat dann aufgehört, weil es für ihn aussichtslos war, nur mehr eine Qual.
Ich war dann noch ausradeln, hab gedehnt, mich so gut wie möglich regeneriert. Denn durch die vielen Verzögerungen war klar, dass es für mich gleich morgen wieder weitergeht. Und zwar gegen Juan-Carlos Ferrero, der natürlich schon ein anderes Kaliber ist als Rochus. Ferrero spielt nicht so riskant und schnell von hinten wie Rochus, das ist einerseits angenehm. Andererseits macht er so gut wie überhaupt keine Eigenfehler. Das heißt, ich stell mich auf eine lange, vor allem körperlich sehr harte Partie ein - also auf so eine Partie, wie wir sie schon öfters gehabt haben.
Vom Spielerischen her weiß ich, dass ich mit ihm mindestens mithalten kann. Interessant wird morgen werden, wieviel Selbstvertrauen mir heute der Sieg gebracht hat - also kurz gesagt, wie ich die Breakbälle spiele.
CU auf tennisfabrik.at!
Euer Stefan Koubek
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