|
Melzer & Co. im Glück: Heimspiel gegen Brasilien
Zum fünften Mal in Folge kann sich die ÖTV-Auswahl in der Relegation eine weite Reise ersparen.

Österreichs Daviscup-Team hatte bei der Auslosung für das Weltgruppen Play-Off am Mittwoch Vormittag Losglück. Das auf acht gesetzte Team von Kapitän Gilbert Schaller erhielt in London Brasilien als Gegner und hat somit im Kampf um den Verbleib in der Weltgruppe von 21.-23. September Heimvorteil. Österreich geht als klarer Favorit in die Begegnung mit den Südamerikanern. Rot-weiß-rot verfügt zurzeit mit Jürgen Melzer (ATP 28), Stefan Koubek (ATP 69), Alex Peya (ATP 93) und Werner Eschauer (ATP 94) über vier Spieler unter den Top 100 der Welt, Brasilien über keinen einzigen. "Es gibt schlimmere Lose als Brasilien zu Hause, Heimvorteil ist immer positiv. Von der Optik her ist das also eine wirklich gute Auslosung", meinte ein hoch erfreuter Gilbert Schaller in einer ersten Reaktion. Bezüglich Austragungsort und Belag ließ der Steirer noch alle Optionen offen.
Brisante Neuauflage
Das bisher einzige Duell der beiden Nationen endete 1996 in Sao Paulo mit einem Eklat. Das heimische Doppel Thomas Muster/Udo Plamberger verließ im fünften Satz gegen Gustavo Kuerten und Jaime Oncins den Platz, nachdem es vom brasilianischen Publikum beschimpft, bedroht und mit Taschenspiegeln geblendet worden war. Muster wurde daraufhin disqualifiziert, das Team trat zu den beiden letzten Einzeln am Sonntag nicht mehr an. Das Spiel endete daher mit 1:4, auch ein Protest und eine Verhandlung in London konnten daran nichts ändern. Zusätzlich wurde dem Verband das Preisgeld in Höhe von 58.760 Dollar (43.792 Euro) aberkannt und Muster eine Geldbuße von 8.000 Dollar (5.962 Euro) aufgebrummt.
Und jährlich grüßt die Relegation
Der ÖTV musste nach der Skandalpartie in die Euro-Afrika-Zone. 1999 gelang der Wiederaufstieg in die Weltgruppe, gefolgt vom erneuten Abstieg. Seit dem 3:2 über Belgien in Pörtschach 2003 ist Österreich wieder erstklassig. In den Jahren danach wurde der Klassenerhalt stets erst durch einen Heimsieg in der Relegation geschafft: 2004 gegen Großbritannien (3:2), 2005 gegen Ekuador (4:1) und 2006 gegen Mexiko (5:0). Nach der 1:4-Schlappe gegen Argentinien im Februar ist das Play-Off für rot-weiß-rot auch heuer die letzte Hoffnung.
Brasiliens erste Chance seit 2003
Im Gegensatz zu Österreich musste sich Brasilien seinen Platz in der Relegation mit einem 3:1 über Kanada erkämpfen. Im Aufgebot der Truppe von Ex-Profi Francisco Costa standen dabei Flavio Saretta (ATP 103), Ricardo Mello (ATP 115), Andre Sa (ATP 166) und der ehemalige Weltranglisten-Erste Gustavo Kuerten (ATP 662), der allerdings nur im Doppel zum Einsatz kam. Brasilien war 2003 erstmals seit der Schlacht von Sao Paulo in die Amerika-Zone abgestiegen und hat nun die erste Gelegenheit zum Wiedereinzug in die Weltgruppe.
Die Play-Off-Paarungen in der Übersicht
Serbien - Australien
Österreich - Brasilien
Peru - Weißrussland
Israel - Chile
Großbritannien - Kroatien
Tschechien - Schweiz
Japan - Rumänien
Slowakei - Korea
zurück zur Übersicht
|
|
|
|
|