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Cooler Safin erlöst Russland! Halbfinale gegen Deutschland
Der ehemalige Weltranglisten-Erste behielt im fünften und letzten Match die Nerven.

Drei der vier Daviscup-Viertelfinali waren schon vor Tag drei gelaufen, der einzige offene Vergleich brachte dafür viel Spannung. Titelverteidiger Russland lag in Moskau gegen Frankreich nach dem Doppel 2:1 voran. Doch nach fast vierstündigem Krimi schaffte Sebastien Grosjean mit einem 7:5, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4 über Igor Andreev dank sensationeller kämpferischer Leistung den Ausgleich.
Nur anfangs war's knapp
Das Spiel zwischen Marat Safin und Paul-Henri Mathieu musste daher um den Aufstieg in die Vorschlussrunde entscheiden. Vor allem der erste Satz war von vielen Eigenfehlern auf beiden Seiten geprägt, Safin gewann ihn trotz 23 "unforced errors" im Tiebreak. Vollgepumpt mit Selbstvertrauen spielte der 27-Jährige danach groß auf und ließ jeweils nach frühen Breaks keine Zweifel mehr über den Sieger aufkommen: 7:6 (4), 6:3, 6:2 in 2:28 Stunden.
Russlands großer Held
Safin und der Daviscup - eine Beziehung, die bestens funktioniert. Sechs Mal musste der zweifache Grand Slam-Sieger schon in einer entscheidenden fünften Partie auf den Court, nur 1998 verließ er diesen bei seinem Länderkampf-Debüt als Verlierer. Zuletzt hatte der Moskauer im vorjährigen Daviscup-Finale mit einem Viersatz-Erfolg über Jose Acasuso ebenfalls seine Coolness demonstriert und die "hässlichste Salatschüssel der Welt" in seine Heimat geholt. Nun avancierte Safin gegen Frankreich erneut zum Helden der Nation.
Deutschland erhält Revanche
Russland bekommt es jetzt in der Runde der letzten vier von 21. bis 23. September mit Deutschland zu tun und hat Heimrecht. Für die Gäste wird es der erste Halbfinal-Auftritt seit 1995, als es in Moskau ebenfalls gegen Russland ging. Das damalige Duell war ein legendäres: Andrei Chesnokov rang im letzten Spiel Michael Stich mit 14:12 im fünften Satz nieder und drehte die Begegnung damit nach 0:2-Matchrückstand noch um. Auch beim bislang letzten Aufeinandertreffen mussten sich die Deutschen 1999 in Frankfurt mit 2:3 geschlagen geben.
Schweden fordern Roddick, Blake & Co.
Die Deutschen bezwangen in ihrem Viertelfinale Belgien auswärts mit 3:2. Wirklich eng war's aber nicht, schon nach dem Doppel lagen die Gastgeber aussichtslos zurück. Christophe Rochus und "Oldie" Dick Norman sorgten am Sonntag lediglich noch für Ergebiskosmetik. Diese gelang auch Vorjahresfinalist Argentinien in Schweden: Juan-Martin del Potro vermieste Doppel-Spezialist Robert Lindstedt mit einem 7:6 (7), 6:4 nach Abwehr eines Satzballes das Daviscup-Debüt. Zuvor hatte Jonas Björkman mit einem 6:1, 6:2 über Sebastian Prieto auf 4:0 gestellt. Die Skandinavier treffen nun im Halbfinale daheim auf die USA, die gegen Spanien mit 3:0 führen.
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