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Not-Doppel bringt Russen Führung, Argentinien geht in Schweden unter
Drei der vier Semifinalisten sind schon vor dem finalen Spieltag ermittelt: Die USA und Schweden haben es ebenso wie erstmals seit 1995 auch Deutschland unter die letzten vier geschafft.

Shamil Tarpischev hat seinem Ruf als Mann mutiger Aufstellungen wieder einmal alle Ehre gemacht. Der russische Daviscup-Kapitän ließ Mikhail Youzhny nach seiner 4:48h-Schlacht vom Vortag sowie den von Blasen geplagten Marat Safin zusehen und nominierte für das richtungsweisende Doppel im Viertelfinale gegen Frankreich überraschend Nikolay Davydenko und Igor Andreev. Die zwei gelten trotz ihres gemeinsamen Titelgewinns in Moskau 2004 keineswegs als Doppel-Spezialisten. Das war gegen Michael Llodra und Sebastien Grosjean im ersten Satz auch nicht zu übersehen. Doch mit ihrem unkonventionellen, fast gänzlich von der Grundlinie angelegten Spiel, etwas Glück in den wichtigen Phasen, viel Können und dank einer umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung im zweiten Satz bei Breakbällen für Grosjean/Llodra, bekamen Davydenko und Andreev das Match immer mehr in den Griff. Und nach 3:23 Stunden war die 2:1-Führung Russlands fixiert: 3:6, 7:5, 6:3, 3:6, 6:3.
Deutschland erhält späte Revanche
Nur einen Sieg aus den letzten beiden Einzeln benötigt Russland, um in die Vorschlussrunde einzuziehen. Dort würde Deutschland warten, das in Belgien uneinholbar 3:0 voran liegt. Nach den Erfolgen von Tommy Haas und Debütant Philipp Kohlschreiber am Freitag, sorgten Michael Kohlmann und Alex Waske mit einem 4:6, 6:2, 6:3, 6:1 über die Brüder Olivier und Christophe Rochus für die frühe Entscheidung. "Dafür haben wir so lange gearbeitet. Ich bin stolz darauf, wie mein Team gespielt hat", freute sich der Captain der Deutschen Patrik Kühnen und ergänzte: "Wir sind im Semifinale, aber jetzt wollen wir mehr." An der Motivation sollte es nicht scheitern, gilt es doch eine alte Rechnung zu begleichen. Beim letzten Semifinaleinzug Deutschlands setzte es 1995 mit Boris Becker ein bitteres 2:3 nach 2:0-Führung - gegen Russland.
Schweden mit Wilanders Köpfchen ins Halbfinale
Den zweiten Platz im Daviscup-Endspiel 2007 werden sich Schweden und die USA ausmachen. Die Skandinavier eliminierten mit Argentinien, Bezwinger von Österreich, den Vorjahresfinalisten. Jonas Björkman und Thomas Johansson besiegelten am Samstag in Göteborg das klare Aus der Gauchos mit einem 4:6, 7:6 (4), 6:2, 6:3 über David Nalbandian und dem Sebastian Prieto kurzfristig vorgezogenen Guillermo Canas. Auch Johanssons Einsatz war nicht geplant, ein Schachzug von Legende Mats Wilander, dem Kapitän der Schweden, steckt dahinter: "Thomas hat die ganze Woche so gut gespielt. Ich habe gespürt, dass es bei ihm im Doppel auch so gut laufen könnte." Robert Lindstedts Debüt wurde daher überraschend aufgeschoben, der 30-Jährige nahm es aber recht locker: "Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, aber ich verstehe Mats Entscheidung. Und wie man sieht, war es die richtige." Wie erwartet verlief Tag Nummer zwei in Winston-Salem in North Carolina: Die Zwillingsbrüder Bob und Mike Bryan stellten nach den Siegen von James Blake und Andy Roddick den Aufstieg gegen Spanien sicher. Das derzeit weltbeste Doppel schlug Feliciano Lopez und Fernando Verdasco mit 7:5, 6:3, 3:6, 7:6 (5).
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