Miami: "Salzburgerin" sorgt für Top-Sensation

Wieder ein vorzeitiges Aus für Martina Hingis. Maria Sharapova präsentierte sich wenig attraktiv, aber erfolgreich. Bei den Herren siegt Juan-Martin del Potro weiter.

Seit ihrem Turniersieg in Tokio Anfang Februar steckt Martina Hingis in einer kleinen Krise. Diese hat sich beim Tier I-Event von Miami nun fortgesetzt. Die ehemalige Weltranglisten-Erste aus der Schweiz stolperte schon an der zweiten Hürde: Agnieszka Radwanska, die seit heuer wie ihre Schwester Urszula im Aufgebot der Superliga-Mannschaft des 1. STC Stiegl steht. Die 18-jährige Polin, zweifache Grand Slam-Siegerin bei den Junioren, feierte mit dem 4:6, 6:3, 6:2 über Hingis ihren zweiten Erfolg über eine Spielerin aus den Top Ten. "Ich hätte vorher nie geglaubt, dass ich sie schlagen kann", gestand Radwanska. "Ich hatte nichts zu verlieren, habe versucht mein bestes Tennis zu spielen, und das ist mir gut gelungen." Hingis war der Frust deutlich anzumerken: "Es ist ärgerlich laufend Matches zu verlieren, die man gewinnen sollte. Ich brauche wohl dringend eine Pause."

Nicht allzu schön anzusehen war der vom Wind beeinträchtigte Schlager zwischen Nummer eins Maria Sharapova und Ex-Nummer eins Venus Williams. 25 Doppelfehler und insgesamt 91 "unforced errors" bekamen die Zuseher am prall gefüllten Stadium-Court zu sehen, garniert mit 13 Aufschlagverlusten. Nach zweieinhalb Stunden Spielzeit schaffte Sharapova trotz 1:3-Rückstand im dritten Satz durch ein 2:6, 6:2, 7:5 den Einzug ins Achtelfinale. "Ich bin eine Kämpferin. Darum betreibe ich diesen Sport. In vielen meiner Matches kommt es darauf an, wer am Ende mehr kämpft", meinte die Russin. Die dreifache Miami-Siegerin Williams hingegen beklagte nach ihrem dritten Turniereinsatz seit Juli die fehlende Konstanz. Einziger Trost: Ihre Schwester kann für sie in der nächsten Runde Rache nehmen. Australian Open-Siegerin Serena muss allerdings zuvor Lucie Safarova ausschalten.

Neben Hingis und Venus Williams erwischte es am Sonntag in Übersee auch Jelena Jankovic. Die Serbin gab gegen Mara Santangelo (ITA) eine 6:2, 5:2-Führung aus der Hand. Knapp am Aus vorbeigeschrammt ist die neue alte Nummer eins der Welt Justine Henin: Die Belgierin lag gegen die Französin Virginie Razzano im dritten Satz mit 1:5 zurück, setzte sich aber letztendlich im Tiebreak mit 7:5 durch. "Ich bin aus dem Nichts zurück gekommen", schilderte Henin die heikle Situation. "In Momenten wie diesen spiele ich mein bestes Tennis. Das war schon früher so, und das wird sich auch nicht ändern - so bin ich einfach." Etwas weniger spannend machte es in ihrer Partie Na Li, die in Runde zwei schon Tamira Paszek besiegt hatte: Die Chinesin stellte mit einem 6:0, 6:1 über die Slowenin Katarina Srebotnik ihre starke Form eindrucksvoll unter Beweis.

Auch bei den Herren trumpfte ein Österreicher-Bezwinger auf: Der Franzose Paul-Henri Mathieu, in Runde zwei Sieger über Jürgen Melzer, warf Australian Open-Finalist Fernando Gonzalez mit 6:3, 7:6 (6) aus dem Bewerb. Neben dem Chilenen scheiterten mit Nummer 16 Mikhail Youzhny (6:7, 4:6 gegen Juan-Martin del Potro), Nummer 27 Carlos Moya (6:7, 2:6 gegen Fabrice Santoro), Nummer 31 Jose Acasuso (0:6, 3:6 gegen Qualifikant Amer Delic) und Nummer 32 Gilles Simon vier weitere Gesetzte. Letzterer unterlag Andy Roddick (3) mit zweimal 4:6. Die Youngsters Novak Djokovic und Andy Murray sowie die Spanier Tommy Robredo und David Ferrer kamen locker weiter.


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