Dubai: Henin stoppt sensationelle Paszek

Fünf Punkte fehlten zu einer beinahe unglaublichen Überraschung.

Tamira Paszek hat in Dubai die Krönung der wohl aufsehenerregendsten Leistung ihrer Karriere verpasst. Die Vorarlbergerin nahm beim 1,5 Millionen Dollar-Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Weltranglisten-Zweiten Justine Henin sensationell einen Satz ab, unterlag nach fast zweieinhalb Stunden jedoch mit 6:4, 5:7, 1:6. Die 16-Jährige legte dabei auf dem Center Court des Tennisstadions von Dubai mehr als nur eine weitere Talentprobe ab, die von den rund 3.000 Zusehern beim Abgang mit Standing Ovations gewürdigt wurde. In der Weltrangliste wird sich Paszek als Belohnung für die vier vorangegangenen Siegen knapp an die Top 100 schieben.

Ein Punkt entschied
Unermüdlich angepeitscht von Vater Ariff Mohamed stand Paszek gegen die Belgierin knapp vor dem Sieg, streute zahlreiche Winner von der Rückhand ein, brachte ihre Gegnerin zum Laufen. Den ersten Satz gewann Paszek nach 1:3-Rückstand noch mit 6:4, im zweiten kämpfte sie sich von 3:5 noch auf 5:5 heran. Die Vorentscheidung fiel im nächsten Game, in dem Paszek einen Breakball vergab. "Ausgerechnet da war ich für eine Sekunde unaufmerksam, habe mich schlecht bewegt und prompt einen unnötigen Fehler mit der Vorhand gemacht", schilderte Paszek. Die Dornbirnerin kassierte das 5:6 und gab anschließend ihren Aufschlag ab. Henin ließ sich das Heft daraufhin nicht mehr aus der Hand nehmen, schaffte gegen die unter den Strapazen der letzten Tage leidende Österreicherin rasch zwei Breaks. Der Kampf und die große Talentprobe von Tamira blieb unbelohnt, die topgesetzte Titelverteidigerin und dreifache Dubai-Siegerin verwertete ihren dritten Matchball und gratulierte "Mimi" beim Shakehands zur starken Leistung.

Siegerin trotz Niederlage
"Im dritten Satz hatte ich schon schwere Beine, immerhin war das heute das fünfte Match innerhalb von fünf Tagen", erklärte Paszek. Der heimische Youngster resümierte dennoch positiv: "Ich kann mir keinen Vorwurf machen. Ich habe super gespielt und mein Bestes gegeben. Auf diesem Niveau wird dir eben nichts geschenkt. Da musst du dir jeden Punkt hart erarbeiten, und heute waren einige intensive Ballwechsel dabei. Es war trotz der Niederlage eine tolle Erfahrung für mich, gegen die Nummer zwei der Welt zu spielen." Tamiras Vater Ariff Mohamed fasste die Vorstellung seiner Tochter so zusammen: "Sie hat die Partie zwar nicht gewonnen, ist heute aber trotzdem eine Siegerin!"

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