Knowle/Melzer stellen auf 1:2

Vier starke Sätze des rot-weiß-roten Paradedoppels halten Österreichs Chancen auf den erstmaligen Viertelfinal-Aufstieg seit elf Jahren aufrecht. Am Sonntag kann Melzer gegen Acasuso auf 2:2 stellen.

"Selbst als wir den zweiten Satz verloren haben, war uns klar, dass wir heute das stärkere Doppel sind." Selbstbewusst und stark präsentierten sich Julian Knowle und Jürgen Melzer am Samstag in Linz gegen die argentinische Paarung Acasuso/Prieto und sorgten damit erstmals an diesem Wochenende in der knapp mehr als zur Hälfte gefüllten Intersport-Arena für Daviscup-Stimmung.

Breaks gegen Prieto, Acasuso wirkt nicht unverwundbar
Viermal breakten die Österreicher Sebastian Prieto, nur einmal Jose Acasuso, das letzte Break gegen Prieto war das entscheidende zum 6:3, 6:7, 6:1, 7:5. Dennoch schien ausgerechnet Acasuso alles andere als überzeugend: Der argentinischen Nummer eins unterliefen viele Fehler. "Jürgen hat morgen eine sehr gute Chance, auf 2:2 zu stellen", sagte Julian Knowle und formulierte den wieder auferstandenen Optimismus im österreichischen Team: "Bei 2:2 ist im Daviscup alles möglich." Sollte die Sensation am Sonntag tatsächlich gelingen, wäre es eine Premiere: In der Geschichte des Daviscup hat noch nie ein österreichisches Team ein 0:2 aufgeholt.

Peyas erfolgreiches Debüt als "Captain"
Auf der österreichischen Bank saß nicht Neo-Kapitän Gilbert Schaller, sondern Alex Peya. Schaller musste sich am Vormittag übergeben, er ist am Noro-Virus erkrankt. Seine Vertretung erledigte die Aufgabe allerdings sehr zur Zufriedenheit des österreichischen Duos. Jürgen Melzer: "Alex hat das super gemacht. Er ist selbst ein ausgezeichneter Doppelspieler und sieht daher viele Dinge."

Melzer zuversichtlich
Sehr optimistisch blickt Österreichs Nummer eins auf das morgige Duell mit Acasuso: "Ich habe heute besser serviert als gestern. Mit einer ähnlichen Aufschlagleistung kann ich morgen viele freie Punkte gegen Acasuso machen." Im Lager der Österreicher ist vor allem Acasusos Anfälligkeit auf Linkshänder-Aufschläge weit ins Rückhand-Eck des Rechtshänders bekannt. Argentiniens Kapitän Alberto Mancini beendete allerdings alle Spekulationen auf einen Austausch seiner Nummer eins: "Acasuso wird definitiv spielen, keine Debatte."

Argentinier unbeeindruckt
Dass der 2:0-Vorsprung auf ein 2:1 geschrumpft ist, hat Mancini alles andere als beunruhigt. "Wir haben gewusst, dass das Doppel der schwerste Punkt für uns wird. Wir konzentrieren uns auf die morgigen Einzel, wir haben bewiesen, dass wir uns hier wohl fühlen und gut spielen können."

Peya oder Koubek?
Argentiniens Jungstar Juan Martin Del Potro wird daher aller Voraussicht nach sein Daviscup-Debüt in Linz nur in einem möglichen Dead Rubber feiern. Bei einem möglichen 2:2 ist Guillermo Canas zu erwarten - gegen den am Freitag enttäuschenden Stefan Koubek oder doch gegen Alex Peya? Peya dazu heute diplomatisch: "Das entscheidet natürlich Schilli." ... und humoristisch: "Soviel Einfluss, dass ich das Team nominiere, hab ich noch nicht. Denn dann hätte ich mich schon heute aufgestellt."

Die tennisweb.at-Raster aus der Intersport Arena Linz:
» Herren



zurück zur Übersicht