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Überraschung in Kremsmünster: Ager beendet Schiesslings Siegesserie!
Ex-ATP-Profi Ager gewann das Tiroler Finale nach verlorenem ersten Satz.

49 Spiele lang war Thomas Schiessling auf ÖTV-Ebene ungeschlagen. Diese stolze Serie nahm am Freitag Nachmittag beim ersten Turnier des OÖTV-Wintercups in Kremsmünster ein Ende. Ein groß aufspielender Johannes Ager vereitelte Schiesslings Jubiläumssieg und zugleich zehnten Titelgewinn in Folge, er stoppte den Innsbrucker im Finale mit 2:6, 6:2, 6:3. Turnierleiter Günter Austerhuber war vom Gebotenen angetan: "Es war ein hochklassiges Endspiel. Das haben die Zuseher so wie ich gesehen, dementsprechend viel Beifall gab es." Die Entscheidung fiel laut Austerhuber Mitte des dritten Satzes, als Ager nach Break und sofortigem Rebreak erneut Schiesslings Aufschlag durchbrach. Danach konnte "Hackertom" nicht mehr zusetzen.
Dollhäubl, Linke, Neumüller, Telawetz, ...
Ein zumindest enges Endspiel hatte sich im Turnierverlauf bereits abgezeichnet. Denn Ager blieb trotz der starken Besetzung in sämtlichen vier Matches bis dahin ohne Satzverlust, ließ nach einem etwas engeren Auftaktsieg über Stefan Dollhäubl der ÖTV-Nummer 46 Patrick Linke ebenso nur drei Games wie im Viertelfinale Ingo Neumüller (ÖTV 22). Der Oberösterreicher soll danach laut Schiessling verwundert festgestellt haben: "So lange bin ich schon seit Jahren von niemandem mehr abgefertigt worden." Dem nicht genug, auch der auf zwei gereihte Salzburger Patrick Telawetz gesellte sich nach einem 5:7, 6:7 (5) noch zu Agers Abschussliste. Schiesslings beeindruckte ebenso: Der 32-Jährige musste bis zum Finale insgesamt nur 14 Games verloren geben, Youngster Daniel Geib verbuchte im Halbfinale beim 6:1, 6:2 deren drei.
... und Schiessling: Agers großer Coup
Im Finale schloss Ager dann seinen Lauf mit dem Sieg über Schiessling ab - zu seiner eigenen Überraschung: "Ich hab zwar schon gewusst, dass ich immer noch einen sehr hohen Level habe, aber das hätte ich nicht erwartet", so die ehemalige Nummer 266 der Welt. Schiessling widersprach ("Mich hat's nicht allzu sehr überrascht, jede Serie muss mal zu Ende gehen, und ein paar Partien verliere ich außerdem jedes Jahr") und streute Blumen: "Ich kann mir heute keinen großen Vorwurf machen, ich hab gegen den 'Joe' mein bestes Match hier in Kremsmünster gespielt. Aber 80 bis 85 Prozent meines Potentials können gegen ihn zu wenig sein. Wenn er so wie heute spielt, darf man das verlieren." Geht es nach Schiessling, hat "der Aufschlag die Partie entschieden. Ich serviere halt nicht ganz so stark wie er, in der Halle macht das einen Unterschied."
Agers Erfolgsrezept
Ager stimmte Schiessling prinzipiell zu: "Das Service war mitentscheidend. Ich hab ihn nach dem etwas hektischen ersten Satz von mir einfach stark unter Druck gesetzt, nicht nur mit dem Aufschlag. Die langen Rallies sollte man mit ihm ja nicht mitgehen, daher hab ich die Ballwechsel kurz gehalten, aggressiv gespielt, bin weit im Platz drinnen gestanden. Und das hat super funktioniert." Gut genug, um es international wieder zu probieren? "Nein, meine Entscheidung ist gefallen, und die möchte ich auch nicht ändern. Ich werd nur eventuell bei einem Bergheim-Future in den nächsten Wochen dabei sein, wenn es sich bei mir ausgeht." Für Schiessling stehen zwei der drei 10.000 Dollar-Turniere in Salzburg auf dem Programm, voraussichtlich aber nur, wenn er in den Hauptbewerb rutscht. Zuvor will er noch bei einem Preisgeldturnier in Leuggern in der Schweiz starten, bei dem er 2006 mit Siegen über frühere Top-100-Spieler wie Olivier Mutis und George Bastl für Aufsehen gesorgt hatte.
Walter gefordert, aber nicht gestoppt
Weitaus schwächer als der Herren-Bewerb war jener der Damen besetzt, und er endete auch weniger spektakulär. Denn Schiesslings Freundin Marion Walter feierte erwartungsgemäß ihren dritten Turniersieg in Folge, die Oberösterreicherin ist nunmehr seit zwölf Spielen ungeschlagen. Die Tirolerin Veronika Sepp war die einzige Spielerin, die Walter einen Satz abnehmen konnte, sie unterlag der 26-Jährigen knapp mit 6:2, 4:6, 4:6. Stephanie Vock hielt im Finale nach verpatztem Start (0:4- und 1:5-Rückstand) gut mit, zu einem Satzgewinn reichte es für die Salzburgerin aber nicht: Walter setzte sich mit zweimal 6:4 durch. Die einzige wirklich kritische Phase musste die topgesetzte Favoritin im zweiten Durchgang überstehen, als Vock Chancen aufs 4:2 vorfand, diese aber nicht verwerten konnte. Vocks Trainer-Vater Dieter fasste zusammen: "Steffi hat sich die ein oder zwei dummen Fehler erlaubt, die man sich gegen eine Marion Walter eben nicht leisten kann."
mw
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