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Christian Kloimüllner - Ein Beißer für die Südstadt
Mit tennisweb.at sprach Christian über seine ersten Eindrücke im HSZ und seine ATP-Zukunft.

Im November stieß der bald 20-jährige St. Pöltner Christian Kloimüllner gemeinsam mit Tobias Obenaus und Andreas Haider-Maurer zur HSZ-Trainingsgruppe mit Martin Fischer, Philipp Oswald und Armin Sandbichler unter Trainer Thomas Weindorfer hinzu.
Christian, wie sind die ersten Wochen in der Südstadt für dich verlaufen?
Bisher bin ich sehr zufrieden. Mein Umfeld hat sich mit den sehr guten Trainingsmöglichkeiten und den Tennis-, Konditions- und Mentaltrainern wesentlich verbessert. Außerdem stehen mir jeden Abend Sauna, Whirlpool und ein Masseur für die Regeneration zur Verfügung.
Kannst du uns deinen Tagesablauf in der Südstadt kurz beschreiben?
Von 8 bis 12 Uhr haben wir meistens Schnelligkeits- und Tennistraining. Nach der Mittagspause gehtÂ’s um 14 Uhr zur Kraft- und Ausdauereinheit und nochmals auf den Tennisplatz. Ich habe meine Fitness durch das intensive Training schon deutlich verbessert.
Leidet bei dieser harten Vorbereitung manchmal die Stimmung innerhalb der Gruppe?
Auf keinen Fall. Es wird sehr viel darauf Wert gelegt, dass der Zusammenhalt im Team passt. Bei manchen Übungen soll ausschließlich der Spaß im Vordergrund stehen, wie etwa beim Fußballspielen.
Was war deiner Meinung nach dafür ausschlaggebend, dass gerade du für die Südstadt ausgewählt wurdest?
Ich wurde aufgenommen, da ich unter jenen, die sich für das HSZ interessierten, einer der im Ranking bestplatzierten Spieler war.
Wie hast du deine Einberufung bis jetzt gerechtfertigt?
Ich glaube, dass ich die Verantwortlichen vor allem mit meinem Trainingseifer überzeugt habe.
Und wie siehst du persönlich deine bisherige Entwicklung im HSZ?
Über meine Fortschritte kann man sich erst in einigen Monaten unterhalten, da wir vor kurzem bei meinem Aufschlag und bei meiner Vorhand an der Technik gearbeitet haben. Ich brauche noch etwas Zeit bis ich diese Umstellungen in positive Ergebnisse umsetzen kann.
In welchen Bereichen hast du außerdem Reserven?
Das größte Verbesserungspotential ist noch beim Volley vorhanden. Weiters möchte ich von der Grundlinie aggressiver spielen, das Percentage beim ersten Aufschlag erhöhen und bei den Big Points cleverer sein und einen klaren Kopf behalten.
Was sind deine Stärken?
Ich bin ein Beißer, der bis zum letzten Punkt fightet. Doch ich brauche noch einen Schlag als Waffe, dass ich mich im internationalen Spitzentennis etablieren kann.
Welche Ziele strebst du folgend dessen mit deinem Trainerteam im Jahr 2007 an?
Momentan habe ich nur einen ATP-Punkt. Deshalb sollte ich möglichst bald noch einige dazu gewinnen. Im Jänner möchte ich mich bei den Bergheim-Futures durch die Qualifikation kämpfen und im Hauptbewerb den einen oder anderen Punkt mitnehmen. Am Wichtigsten ist uns im nächsten halben Jahr eine wesentliche Verbesserung in der Weltrangliste.
In den letzten Jahren war der Slowake Jan Kurhajec dein Trainer. Wie zufrieden wart ihr mit der vergangenen Saison?
Im Sommer wäre bei den Österreich-Futures bestimmt mehr möglich gewesen. Doch nach der Matura im Juni war mein vorrangiges Ziel, dass ich internationale Erfahrung sammle.
Setzt ihr eure Zusammenarbeit während deinem Präsenzdienst fort?
Das ist zurzeit nur am Wochenende möglich: Jeden Samstag spiele ich mit Jans Trainingsgruppe Sparring in St. Pölten. Den Sonntag nütze ich zur Erholung.
Kannst du dir vorstellen nach dem Bundesheer in der Südstadt weiter zu trainieren?
Aus heutiger Sicht würde ich nach Vertragsende mit dem HSZ im September 2007 gerne bleiben. Wenn das nicht möglich ist, werde ich bestimmt zu Jan zurückkehren, da ich bei ihm bisher meine größten Fortschritte gemacht habe. In jedem Fall werde ich weiterhin einen engen Kontakt mit ihm pflegen.
Lass uns noch weiter in die Zukunft blicken: Hast du einen konkreten Traum, den du eines Tages verwirklichen möchtest?
Früher träumte ich, dass ich in meiner Heimatstadt St. Pölten einmal im Hauptbewerb des ATP-Turniers stehe. Nachdem es dieses nicht mehr gibt, wird dieser Traum wohl nicht mehr in Erfüllung gehen. Doch mein langfristiges Ziel ist der Einzug in die Top 100 der Weltrangliste.
Falls es mit der großen Karriere nichts wird: Was würdest du dann beruflich machen?
Ich würde wahrscheinlich Informatik studieren.
Interview: Andreas Simon
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