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Eine Schlacht zuviel: Köllerer muss aufgeben
Übelkeit zwang Daniel Köllerer dazu, seine Halbfinalpartie beim 100.000 Dollar-Challenger von Asunción vorzeitig zu beenden - unter Tränen.

Nach drei Stunden schien das Match zwischen Daniel Köllerer und Flavio Saretta in Asunción vom Spielstand her noch lange nicht gelaufen zu sein. Das Ende des ersten Halbfinales beim beim 75.000 Dollar+H-Turnier kam dann zwar doch schnell, aber nicht zwangsläufig unerwartet: Köllerer musste die Partie bei 3:6, 7:6 (6), 1:3 aus seiner Sicht beenden. Im Tiebreak des zweiten Satzes hatte Köllerer zuvor laut eines Berichts der offiziellen Turnier-Website zwei Matchbälle abgewehrt. Der Oberösterreicher kam allerdings im dritten Satz zuerst bei einem Volley-Versuch zu Sturz und gab danach wegen Übelkeit auf.
Mit den Kräften am Ende
Nicht unerwartet kam das vorzeitige Ende der Partie deshalb, weil Köllerer am Vortag gegen den topgesetzten Argentinier Martin Vassallo-Arguello unfassbare 4:30 Stunden am Platz stand. Saretta kämpfte gegen seinen brasilianischen Landsmann Ricardo Mello immerhin 182 Minuten. Doch für die rund 90 Minuten längere Belastung im Viertelfinale musste Köllerer in der Vorschlussrunde bezahlen. Im Head-to-head führt Saretta nun 2:0: Im Vorjahr hatte er sich bei den French Open in Paris klar in zwei Sätzen durchgesetzt.
Furchteinflößende Schmetterlinge und lustige Imitationen
Gekennzeichnet war das zweite Duell Köllerers mit Saretta von zahlreichen Provokationen beider (die Turnierwebsite setzt der Partie den Stempel "Psychokrieg" auf), aber auch einigen witzigen Szenen. So etwa fühlte sich Köllerer unter der Partie von einem Falter am Platz irritiert. Saretta rief aufgrund der entstandenen Spielverzögerung ungeduldig: "Das kann jetzt nur ein Scherz sein", Köllerer antwortete: "Ich fürchte mich davor, so etwas haben wir in Europa nicht." In einer anderen Szene kreiste Saretta einen strittigen Ballabdruck in großem, stark übertriebenem Bogen mit seinem Schläger ein - und wurde von Köllerer prompt imitiert. Beides sorgte für Lacher auf den Tribünen. Weniger zum Lachen fand Saretta die Mätzchen seines Gegenübers: "Es ist immer mühsam gegen ihn zu spielen. Er geht sich andauernd beim Schiedsrichter beschweren und lässt nie einen Spielfluss zustande kommen."
Masters ohne Köllerer?
Köllerer verließ unter Tränen den Center Court von Asunción - für den 23-Jährigen dürfte es ein schmerzhafter Abschluss seiner Südamerika-Tournee sein. Denn das Event in Paraguay ist das letzte der Turnierserie "Copa Petrobas" vor dem mit 100.000 Dollar+H dotierten Masters. Dieses geht von 4. bis 10. Dezember in Rio de Janeiro mit allen bisherigen Turniersiegern über die Bühne. Obwohl Köllerer mit je einem Finale und Semifinale sowie zwei zweiten Runden eigentlich zu den erfolgreichsten Spielern der letzten Wochen zählt, wäre "Dani" nur dabei, wenn er eine Wildcard vom Veranstalter erhalten sollte. Der Wahl-Gmundner wird nun im Finale von Asunción wohl Guillermo Canas die Daumen drücken. Sollte der Argentinier das dritte Turnier in Folge gewinnen, wird ein weiteres Masters-Ticket frei. Canas wird außerdem möglicherweise keines beanspruchen, da er für das Daviscup-Finalspiel seines Landes in Russland in der Woche vorm Masters nominiert wurde. Für Köllerer geht es nun nächste Woche beim 25.000 Dollar+H-Challenger im mexikanischen Puebla weiter, bei dem er im Hauptbewerb gesetzt ist.
mw
Die tennisweb.at-Raster aus Asunción:
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