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"Daniel beschimpft sogar Ballkinder"
Auch der deutsche Routinier Tomas Behrend bestätigt die Ausraster von Daniel Köllerer: "Er ist ein Tier. Er schadet unserem Sport."

Vor fünf Tagen befragte tennisweb.at die Österreicher Mirnegg, Eitzinger und Hager zu den Gerüchten über neue Köllerer-Ausraster bei der Südamerika-Tournee. Das Trio bestätigte die Vorwürfe und ging mit dem Welser scharf ins Gericht: "Er ist unsportlich und schädigt den Ruf Österreichs."
"Die Nationalität ist kein Argument"
Ist es ein Hickhack innerhalb der österreichischen Tennisszene? Oder schlägt die "Causa Köllerer" auch international Wellen? tennisweb.at hat einen weiteren Augenzeugen interviewt, den 31-jährigen Tomas Behrend. Der deutsche Routinier ist bereits seit 1994 als Profi auf der Tour, erreichte im Vorjahr mit Rang 74 seine bislang beste Platzierung im ATP-Ranking - und kennt zudem als gebürtiger Brasilianer die südamerikanische Mentalität ("Wenn ich nicht spanisch könnte, würde ich da unten nach drei Wochen durchdrehen."). Beim Challenger in Montevideo war er neben den vier Österreichern der einzige Spieler aus dem deutschsprachigen Raum.
Tomas, kannst du die Aussagen von Marco Mirnegg, Rainer Eitzinger und Jürgen Hager bestätigen, dass Daniel wieder ausgerastet ist?
Ja. Ich habe sein Match gegen Fognini gesehen.
Was hat er gemacht?
Er hat einfach alle auf üble Art beschimpft: Fabio, den Schiedsrichter, die Zuschauer, sogar die Ballkinder.
Die Österreicher wollten nicht wörtlich wiedergeben, was er gesagt hat. Kannst du aushelfen?
Nein, das möchte ich nicht.
Warum?
Weil es einfach nicht druckreif ist.
Das heißt, dieser von Fogninis Trainer Leonardo Caperchi an die ATP adressierte Beschwerdebrief hatte seine Berechtigung?
Ja, Caperchi hat sich absolut korrekt verhalten. Daniel ist ein Tier, das gestoppt werden sollte.
Demnach hast auch du diesen Brief unterschrieben?
Natürlich. So gut wie jeder hat unterschrieben - sogar der Turnierdirektor (Anm.: Diego Perez). Das muss man sich einmal vorstellen.
Auch die Österreicher haben sich gegen Daniel Köllerer gestellt. Was hältst du davon?
Ich finde es gut, dass fast alle Spieler diesen Brief unterschrieben haben. Denn es geht schließlich um unseren Sport, es geht um den Tennissport. Und Daniel schadet mit seinem Verhalten dem Sport und damit direkt auch uns Spielern. Die Nationalität darf da also kein Gegenargument sein.
Das heißt, du hättest auch unterschrieben, wenn Daniel Deutscher wäre? Darf man denn seinem Landsmann in den Rücken fallen?
Noch einmal: Niemand fällt Daniel in den Rücken. Wir Spieler versuchen nur, den Sport von einem "Tier" zu befreien.
Wie ist eigentlich dein Verhältnis zu Daniel außerhalb des Platzes?
Nun, ich kenne Daniel schon sehr lange. Bis vor kurzem hatte ich auch ein sehr gutes Verhältnis zu ihm.
Bis vor kurzem?
Alle anderen Spieler hatten einen Hals auf mich, weil ich mich mit ihm unterhalten habe - die konnten das einfach nicht verstehen. Und sie haben absolut Recht. Es ist derzeit nicht möglich, sich mit ihm zu identifizieren. Was er auf dem Platz macht, ist einfach unfair. Also müssen wir uns alle von ihm distanzieren.
Interview: Markus Michel
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