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Köllerer in Kolumbien nicht zu biegen: Wieder Finale in Bogota
Viertes Spiel, vierter Sieg: Portugals Nummer eins bekam von Daniel Köllerer im dritten Satz ein "Nullerl" verpasst.

Samarkand 2003, Olbia und Cordenons 2004, Kiev und Bogota 2005 - schon fünf Mal stand Daniel Köllerer in seiner Karriere in einem Challenger-Endspiel. Doch zum allerersten Mal kämpft der Oberösterreicher nun bei einem Turnier mit einer so hohen Wertigkeit wie jenes in Bogota 2006 um den Titel. Durch einen 6:1, 4:6, 6:0-Erfolg über Frederico Gil erreichte Köllerer das Finale des 75.000 Dollar+H-Events in der kolumbianischen Hauptstadt. Dort bekommt er es zum ersten Mal seit der Auftaktrunde gegen den Chilenen Paul Capdeville wieder mit einem Gesetzten zu tun. Es wartet die Nummer sechs Diego Hartfield aus Argentinien.
Capdeville, Canas, Guccione, Gil, ...
Vor exakt einem Jahr hatte Köllerer zuletzt vier Matches auf dieser Ebene gewonnen, Marcos Daniel (BRA) war er beim damals noch um 25.000 Dollar niedriger dotierten Turnier von Bogota mit 2:6, 3:6 unterlegen. Im März 2006 wurde dann von der ATP eine vieldiskutierte halbjährige Sperre des Wahl-Gmundners ausgesprochen. Jetzt gelangen dem 23-Jährigen beim sechsten Start im Zuge seiner Comeback-Tour wieder vier Siege - und zwar keine zu verachtenden. Nach Erfolgen über Paul Capdeville, den ehemaligen Weltranglisten-Achten Guillermo Canas (ARG) sowie dem bis dahin zwölf Spiele in Folge ungeschlagenen Australier Chris Guccione, folgte nun der Sieg über Gil. Portugals unumstritten stärkster internationaler Vertreter gewann heuer immerhin den Challenger von Sassuolo (ITA) und kam bei seinem Heimturnier in Estoril unter die letzten acht.
... - und jetzt Hartfield?
Das größte Turnier, bei dem ein ÖTV-Vertreter in dieser Woche im Einsatz ist, könnte mit einem rot-weiß-roten Titelgewinn enden. Verhindern kann Köllerers Triumph nur noch Diego Hartfield (ATP 136). Der auf sechs gereihte Gaucho musste den bislang einzigen Satzverlust im Achtelfinale gegen den US-Amerikaner Eric Nunez hinnehmen. In der Vorschlussrunde bezwang Hartfield am Samstag in einem südamerikanischen Duell den mit Künstlername "Julinho" gerufenen Brasilianer Julio Silva. Erfolge einer Größenordnung wie dieser konnte Hartfield heuer bereits einige Male einfahren. Der in Buenos Aires lebende 25-Jährige gewann beispielsweise im Mai zwei Challenger in den USA und qualifizierte sich für den Hauptbewerb der French Open. Dort machte er sich in Runde eins weit über die Grenzen seines Landes hinaus einen Namen, indem er den Weltranglisten-Ersten Roger Federer zwei Sätze lang ärgerte. Eines spricht vor dem Finale am Sonntag auf alle Fälle für Köllerer: der direkte Vergleich. 2003 standen sich "Dani" und Hartfield zwei Mal in Italien gegenüber, beide Male behielt Österreichs aktuelle Nummer sechs die Oberhand.
Köllerer bleibt 2006 so gut wie sicher Top 300
Sollte es mit dem dritten Challenger-Titel der Laufbahn nach Samarkand und Kiev klappen, würde sich Köllerer (ATP 223) trotz des zu verteidigenden Vorjahresfinales aus Bogota sogar um ein paar Plätze steigern können. Ursprünglich war im Herbst durch den großen Punktedruck der Erfolge vom Vorjahr mit einem deutlichen Rückfall Köllerers in der Weltrangliste zu rechnen gewesen - sogar das Überwintern innerhalb der Top 500 schien in Frage gestellt. Das ist nun alles längst vom Tisch. Selbst wenn der Rest der Südamerika-Tournee nicht nach Wunsch verlaufen würde, sollte Köllerer bis Jahresende ein Platz unter den besten 300 garantiert sein. Die Chance auf Punktezuwachs bietet sich für Köllerer außerdem bereits nächste Woche bei einem weiteren 75.000 Dollar+H-Event in Montevideo. Für den Hauptbewerb in Uruguay wäre Köllerer nicht direkt qualifiziert gewesen. Seine Erfolge in Kolumbien dürften ihm aber über ein sogenanntes Special Exempt ein Reserve-Ticket eingebracht haben.
mw
Die tennisweb.at-Ergebnisse aus Bogota:
Herren
Herren-Doppel
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