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Köllerer im Halbfinale von Bogota
Nach dem Sensationssieg über Guillermo Canas gelang dem Oberösterreicher die Revanche an Chris Guccione.

Chris Gucciones zwölf Spiele anhaltende Siegesserie ist beendet - und verantwortlich dafür ist Daniel Köllerer. Österreichs aktuelle Nummer sechs eliminierte die australische Aufschlagkanone mit 6:4, 7:5. Der Oberösterreicher steht damit beim größten Herren-Turnier der Woche mit ÖTV-Beteiligung, dem 75.000 Dollar+H-Challenger von Bogota, schon in der Runde der letzten vier. Dort wartet nun der ungesetzte Portugiese Frederico Gil. Gescheitert ist Köllerer hingegen im Doppel-Semifinale: 3:6, 6:7 (4) mit dem Niederländer Bart Beks gegen das topgesetzte brasilianische Duo Marcelo Melo / Andre Sa.
Danke an Vicente
Köllerer war Guccione in der Vorwoche in Medellin (ebenfalls Kolumbien) noch in zwei Sätzen unterlegen, die Revanche folgte jetzt beim auf 2600 Meter Seehöhe ausgetragenen Bogota-Challenger auf den Fuß. Allerdings hatte Daniels zwei Meter großer Gegner am Vortag eine harte Schlacht zu überstehen, er musste gegen Fernando Vicente (ESP) drei Mal ins Tiebreak. Köllerer hingegen hatte den ehemaligen Weltranglisten-Achten Guillermo Canas sensationell 7:6 (6), 6:4 bezwungen.
Wiederholung erwünscht
Vor elf Monaten erreichte Köllerer in Aracaju zuletzt das Halbfinale eines Challengers. Danach klappte es mit ähnlichen Erfolgen hauptsächlich deshalb nicht, weil die ATP Daniel im März aus Verhaltensgründen für sechs Monate sperrte. Bei seinem sechsten Einsatz auf Challenger-Ebene seit Ablauf der Sperre hat der 23-Jährige Wahl-Gmundner nun die Chance auf sein erstes Finale seit exakt einem Jahr. Damals war Köllerer eben in Bogota im Endspiel gestanden, wo sich aber Marcos Daniel (BRA) klar durchsetzte.
Neues Match, selber Vorteil?
Verhindern kann Köllerers neuerlichen Finaleinzug nur noch ein Mann: Frederico Gil, 21-jähriger portugiesischer Daviscupper, Nummer 164 der Welt. Der ehemalige Top Ten-Junior Gil wechselte heuer im Lauf des Jahres endgültig von Futures auf Challenger, gewann dabei das Turnier in Sassuolo und kam auf der großen Tour bei seinem Heimturnier in Estoril ins Viertelfinale. Ein Duell mit Köllerer gab es bisher noch nicht. Erneut könnten die körperlichen Vorteile beim Österreicher liegen. Denn Gil musste wie in Runde eins gegen Carlos Berlocq auch im Viertelfinale gegen Adrian Garcia über die volle Distanz gehen. Er zwang den Chilenen mit 3:6, 7:6 (5), 6:1 in die Knie.
Kein Versinken in der Bedeutungslosigkeit
Zahlreiche positive Effekte bringt das Halbfinale für Köllerer mit sich. Zum einen sollte der gebürtige Welser ein Special Exempt für den nächstwöchigen Challenger in Montevideo (Dotation 75.000 Dollar+H) erhalten. Zum anderen hat "Dani" 31 der 42 Vorjahreszähler aus Kolumbien schon verteidigt. Eine Platzierung um 260 am Montag ist damit abgewendet, Köllerer wird sich im schlimmsten Fall um Rang 240 bei Rainer Eitzinger einreihen. Bis Jahresende kann Köllerer nicht mehr aus den Top 350 verdrängt werden.
mw
Die tennisweb.at-Ergebnisse aus Bogota:
Herren
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