Mirnegg gratuliert Köllerer – zum Verhalten

Daniel Köllerer verlor das erste Challenger-Match nach seiner sechsmonatigen ATP-Sperre gegen Marco Mirnegg. Mit tennisweb.at sprach der 23-Jährige Tour-Rückkehrer über die Partie, über seinen persönlichen Erfolg und den Punkte-Druck.

Marco Mirnegg vermieste Daniel Köllerer die Rückkehr auf die Challenger-Tour. Der Linzer gewann das Duell mit Däni beim 21.250 Euro+H-Challenger von Banja Luka mit 6:3, 5:7, 6:4. "Eine reine Kopfgeschichte, ich war etwas überfordert. Alleine, dass du endlich wieder spielen kannst", so Köllerer.

4:2 vergeben, "Marco war der bessere Spieler"
"Die Partie war super, für das erste Match nach so langer Pause. Über weite Strecken war sicher gutes Top 100-Niveau. Teilweise hab ich noch Probleme gehabt mit dem Spielverlauf mitzudenken: wann spielt man welchen Ball." Köllerer gewohnt akribisch aus dem Gedächtnis über die Big Points: "Marco war der aktivere, bessere Spieler. Auch wenn es im dritten Satz sehr eng war. Bei 3:2 für mich im dritten Satz hab ich Breakball. Er trifft die Netzkante, der Ball landet 30 Zentimeter vor der Linie. Ich kann nichts damit machen. Bei 4:3 für mich setzt er einen ersten Aufschlag genau auf die Linie. Ich bin dran, spiele ihn aber ins Netz, anstatt den Ball irgendwie ins Feld zu schaufeln um ihm wenigstens die Chance zu geben, den Fehler zu machen. Bei 4:4 dann ein Stopp von mir, Gegenstopp – viel zu lang. Ich lauf' hin, rutsch' aber auf der Linie aus und kann nur einen Lob im Fallen spielen, den er sicher verwertet. Dann ein Service von mir: Brett durch die Mitte, er kommt noch irgendwie hin, legt mir den Ball einen Meter hinters Netz. Ich spiel einen Slice auf seine Rückhand, er passiert mich kurz cross: 0:30."

Daniel Köllerer darf ab sofort wieder Challenger und ATP-Turniere spielen.
Mirnegg gratuliert zum Verhalten
"Das wichtigste für mich war, dass ich ruhig geblieben bin. Die harte Arbeit mit meinem Coach Martin Spöttl hat sich bezahlt gemacht." Und Anerkennung gab’s auch von Dänis Gegner: "Marco hat mir nach dem Match auch ein SMS geschrieben und mir zu meiner Entwicklung gratuliert. Das bedeutet mir sehr viel. Das würden in Österreich nicht viele machen."

Absturz auf Rang 500 droht noch 2006
In diesem Jahr hat er noch 143 seiner insgesamt 166 ATP-Punkte zu verteidigen. Im schlimmsten Fall droht der Absturz auf Rang 500. "Der Druck ist gewaltig." Nach Banja Luka ist er aber zuversichtlich: "Wenn ich so wie gestern spiele und ein paar Fehler weniger mache, reicht das um Challenger-Partien zu gewinnen." Die nächsten Stationen am Turnierplan von Köllerer sind Bratislava und dann eine Reihe von Challenger-Turnieren in Südamerika.

Ab in die Welt, statt nach Wels
Turnierreisen stehen nun öfters auf dem Programm für Köllerer, in seiner Heimatstadt Wels ist er hingegen nicht mehr oft anzutreffen: "Ich bin nur noch ganz selten da. Die meiste Freizeit verbringe ich mit meinen Freunden, unter anderem Basketballern von den Swans in Gmunden. Dort kennt mich auch nicht jeder. Ich kann beim Fortgehen Spaß haben und muss nicht immer übers Tennis reden."

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Die tennisweb.at-Raster aus Banja Luka:
Herren
Herren-Doppel



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