Wieder Finale: Fischer räumt in Pörtschach weiter ab

Österreichs bereits seit Mittwoch Abend letzte verbliebene Hoffnung steht am Wörthersee erneut im Endspiel. Jerome Becker war am Freitag nur im ersten Satz eine echte Prüfung.

Die Martin Fischer-Festspiele finden in Kärnten ihre Fortsetzung: Auch beim zweiten 10.000 Dollar-Future von Pörtschach schaffte der Vorarlberger den Sprung ins Finale. Der 20-Jährige bezwang im Halbfinale nach anfangs hartem Kampf den Deutschen Jerome Becker mit 7:6, 6:0. "Endlich hab ich's geschafft, dass ich meine gute Form mal konserviere und über mehr als eine Woche hinweg gut spiele", freute sich Fischer. Nach dem Double von der Vorwoche kann nun nur noch der in Klagenfurt Superliga spielende Marko Tkalec aus Slowenien "Fischs" zweiten Triumph in Folge verhindern. Der Doppeltitel ging in einem rein tschechischen Finale an David Novak und Martin Vacek, die Theodor Devoty und Jakub Hasek mit 6:2, 6:3 besiegten.

Schwacher Start, starkes Finish
Gestartet war Fischer in sein Vorschlussrunden-Match, das wegen Regen in die Halle verlegt werden musste, nicht allzu gut; der Südstädter lag zunächst mit 2:4 zurück. "Ich hab mir mit der Umstellung etwas schwer getan. Das Licht ist in der Halle natürlich ganz anders und es verspringen sich viele Bälle", so Fischer. Dem Wolfurter gelang aber das Rebreak, bei 5:4 und 6:5 fand er sogar Satzbälle vor. Die Entscheidung fiel am Ende doch im Tiebreak, das Fischer mit 7:4 gewann. Spieldauer zu diesem Zeitpunkt: eineinhalb Stunden. Der zweite Satz war dann eine rasche Angelegenheit, der Widerstand seines Gegners war gebrochen.

Österreicher-Schreck Tkalec
Am Samstag Vormittag findet in Pörtschach das Finale statt. Fischer erwartet die Aufgabe Marko Tkalec, heuer im Juni zweifacher Future-Sieger, besonders schwer: "Er spielt auf hopp oder drop. Das liegt mir nicht unbedingt, da komme ich kaum ins Spiel." Einmal standen sich die beiden heuer bereits gegenüber, und das ebenfalls im Rahmen des Tennis Austria Future Circuits '06: Ende Jänner behielt der ehemalige Top 250-Mann aus Slowenien beim zweiten Bergheim-Future im Tiebreak des dritten Satzes die Oberhand. Überhaupt scheinen die ÖTV-Profis gegen den 29-Jährigen aus Marburg kein Rezept zu kennen: Neben Fischer unterlagen Tkalec heuer auch schon Tobias Köck, Patrick Schmölzer, Marco Mirnegg, Paul Brabec und diese Woche in Runde zwei Christoph Steiner - Gesamtbilanz 0:6 aus heimischer Sicht.

"Titel wäre nur noch Draufgabe"
Regen ist am Samstag für Kärnten angesagt, ein Notplan steht allerdings bereit: Bei Schlechtwetter wird das Endspiel ab 11:30 Uhr in der Halle des Warmbads Villach ausgetragen. Dem sieht Fischer in jedem Fall gelassen entgegen: "Vor Pörtschach war ich noch nicht mal Top 700, jetzt klopfe ich an den Top 500. Ich kann locker spielen, hab nichts zu verlieren. Der Titel wäre nur noch Draufgabe." Die Lockerheit hat Fischer bereits der vorwöchige Premieren-Turniersieg gegeben: "Es geht alles spürbar leichter. Ich hab jetzt einen echten Lauf und strotze vor Selbstvertrauen. Dann hat man meist auch in den entscheidenden Phasen den Mut und gewinnt die knappen Matches - so wie ich derzeit."

Die Challenger rufen
Am Samstag beginnt in Graz-Seiersberg Österreichs einziger ATP-Challenger im Jahr 2006 mit der Qualifikation - ohne Martin Fischer. Denn der Vorarlberger erhält wenig überraschend eine Freikarte für den Hauptbewerb, wie er gegenüber tennisweb.at verriet: "Dadurch, dass ich in Pörtschach im Finale bin, hätte ich ohnehin nicht in der Qualifikation spielen können. Aber ich weiß jetzt sicher, dass ich die Wildcard bekomme." Auf die Herausforderung freut sich Fischer bereits - "obwohl die rasche Umstellung auf Hardcourt möglicherweise nicht so leicht wird." Nach dem Event in der steirischen Hauptstadt steht dann eine Woche Pause an: "Es wird Zeit, die Akkus wieder aufzuladen." Danach will Fischer vermehrt 15.000er und auch die eine oder andere Challenger-Qualifikation in Angriff nehmen.

mw


Die tennisweb.at-Raster aus Pörtschach 2:
Herren-Quali
Herren
Herren-Doppel


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