Sopot: Marach fightet Gaudio nieder

5:2 lag der ehemalige French Open-Sieger im dritten Durchgang bereits voran, den Einzug ins Viertelfinale des 404.000 Euro-Turniers fixierte aber dennoch der Österreicher.

Oliver Marach (ATP 87) sorgte im polnischen Sopot für eine Überraschung: Der Grazer setzte sich im Achtelfinale des 404.000 Euro-Events gegen den auf Position drei gesetzten French Open-Champion von 2004, den Argentinier Gaston Gaudio (ATP 20) hauchdünn mit 5:7, 6:4, 7:6(4) durch und steht damit zum dritten Mal in seiner Karriere im Viertelfinale eines ATP-Turniers. Gegen den Italiener Filippo Volandri (7) kämpft Österreichs Nummer zwei nun um den erstmaligen Einzug in eine Vorschlussrunde.

"Oli" nutzt jede einzelne Breakchance
Marach startete gut in das 161-minütige Match: Gleich im dritten Game nahm er Gaudio den Aufschlag ab. Die ehemalige Nummer fünf der Welt schlug allerdings zurück und holte sich mit zwei Breaks den ersten Durchgang. Auch im zweiten Satz gelang "Oli" ein schnelles Break, diesmal musste er seinen Aufschlag aber nicht mehr abgeben. Nur wenig später schien das Match entschieden zu sein - 5:2 lag der 25-Jährige aus Buenos Aires im Entscheidungssatz voran. Der schon wie der sichere Verlierer aussehende Österreicher steckte aber nicht auf, holte sich mit seiner vierten Breakchance das ebensovielte Break zum 5:5-Ausgleich und fixierte den Sieg im Tiebreak.

Österreicher sind Gaudios Angstgegner
Bemerkenswert ist, dass Gaudio schon beim letzten Duell mit einem heimischen Akteur eine bittere Niederlage im entscheidenden Tiebreak kassierte – 2005 in Wien gegen Jürgen Melzer. Im direkten Duell zwischen Österreich und Gaudio steht es damit 6:4. Für die Hälfte der rot-weiß-roten Siege sorgte dabei Markus Hipfl. Marachs heutiger Sieg war für seine aktuelle Weltranglistenposition nicht ganz unwichtig, denn im August des Vorjahres erspielte sich der Grazer 106 Punkte. Das Viertelfinale in Sopot ist 40 Zähler wert – bei einem weiteren Sieg kämen 35 dazu. Der Verbleib in den ATP-Top 100 wäre damit bis November wohl abgesichert.

Volandri wieder am aufsteigenden Ast
Mit Filippo Volandri (ATP 58) dürfte allerdings bereits die nächste schwere Aufgabe warten: Denn der 24-jährige Sandplatzspezialist aus Livorno erzielte vergangene Woche in Umag sein zweitbestes Saisonresultat. Erst im Halbfinale war gegen den späteren Turniersieger Stanislas Wawrinka Endstation. Sein sechstes Endspiel auf der Tour erreichte der St. Pölten-Sieger von 2004 im Februar (Buenos Aires). Das bislang einzige Duell zwischen dem Italiener und Marach fand vor dreieinhalb Jahren beim Challenger in Heilbronn statt. Volandri siegte damals glatt 6:3, 6:3.

Österreicher-Duell im Doppel
Im Doppel machte es Marach ebenfalls spannend: Nur wenige Minuten nach seinem Triumph über Gaudio, besiegte er mit seinem polnischen Partner Lukasz Kubot, das tschechische Duo Cibulec/Vanek zweimal im Tiebreak. Auch dieses Match passierte die Zweistunden-Marke deutlich. Gegner im Kampf um ein Halbfinal-Ticket ist ausgerechnet das heimische Daviscup-Gespann Jürgen Melzer/Julian Knowle. Das auf zwei gesetzte Duo absolvierte sein Erstrunden-Match bereits am Sienstag.

mm


Die tennisweb.at-Raster aus Sopot:
Herren
Herren-Doppel


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