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Sensation in Kitzbühel: Melzer schlägt Robredo!
Wie im Vorjahr stehen Jürgen Melzer und Stefan Koubek im Achtelfinale des 646.250 Euro-Turniers. Melzer spielte gegen Robredo groß auf, Koubek schlug zuvor bereits Pashanski.

MELZER - ROBREDO
Nur wenige hätten am dritten Turniertag auf einen Sieg von Jürgen Melzer gesetzt. Denn mit dem auf zwei gesetzten Tommy Robredo schien die Hürde doch zu übermächtig für den Niederösterreicher zu sein. Achtelfinale bei den French Open, Viertelfinale in Monte Carlo, Endspiel in Barcelona und dazu die Siege in Hamburg und vorvorige Woche im schwedischen Bastad. Der auf den siebenten Weltranglistenplatz vorgestürmte Spanier ist neben seinem Landsmann Rafael Nadal und Roger Federer derzeit der klar dominierende Mann auf dem Sandbelag. Österreichs Nummer eins ließ sich davon aber nicht einschüchtern: Melzer siegte 6:2, 7:5, stellte im Head-to-head auf 4:2 und steht damit im Achtelfinale des 646.250 Euro-Turniers in Kitzbühel.
 | | Jürgen Melzer spielt in Kitzbühel 2006 groß auf. | |  |  | Erster großer Sieg seit 17 Monaten
Der im Verlauf des Matches immer wieder ans Netz stürmende Deutsch-Wagramer begann blitzartig - schon im ersten Game gelang Melzer das Break. Mit einem sensationellen Reflex am Netz sorgte der 25-Jährige wenig später für das entscheidende Break zum 5:2. Danach kam der Iberer besser ins Spiel: Starke Aufschläge und noch bessere Passierschläge bescherten ihm eine komfortable 5:2-Führung. Doch Melzer fightete sich wieder ins Spiel, wehrte zwei Satzbälle ab und erntete mit einem erneuten Netzangriff das verdiente Rebreak zum 4:5. Mittels Doppelfehler gab der entnervte Spanier dann auch sein letztes Aufschlaggame ab. Wenige Minuten später war die aktuelle Nummer sieben im ATP-Ranking geschlagen. Der bislang letzte Sieg über einen Top Ten-Akteur gelang "Jojo" im Februar 2005. Damals eliminierte er im Viertelfinale von San Jose Altmeister Andre Agassi.
Jetzt wartet Pavel
In der nächsten Runde trifft Melzer nun auf Andrei Pavel (ATP 75). Der fließend Deutsch sprechende Rumäne scheint in der aktuellen Weltrangliste sechs Plätze vor Melzer auf. Sein bislang bestes Saisonergebnis schaffte der 32-Jährige auf österreichischem Untergrund: Ende Mai erreichte die ehemalige Nummer 13 der Welt (Oktober 2004) in Pörtschach überraschend das Endspiel, wo er sich allerdings Nikolay Davydenko klar in zwei Sätzen geschlagen geben musste. Das bislang einzige Duell mit Melzer fand 2002 im Daviscup statt. Pavel siegte damals locker mit 6:1, 6:2, 6:4. Gespielt wurde allerdings auf Teppich.
KOUBEK – PASHANSKI
Wie in Runde eins musste Stefan Koubek auch in seinem zweiten Match über die volle Distanz gehen: Österreichs ehemalige Nummer eins siegte gegen Boris Pashanski mit 6:1, 3:6, 6:2 und ging somit im Head-to-head mit 1:0 in Führung. Koubek sicherte sich dank einer soliden Leistung und vielen individuellen Fehlern des Serben nach knapp einer halben Stunde den ersten Satz. Danach kam Pashanski zwar etwas auf, das Break zum 3:2 gelang aber dem Kärntner. Die aktuelle Nummer 77 der Welt gab sich aber noch nicht geschlagen, sondern erkämpfte sich den Ausgleich und gab anschließend kein Game mehr ab.
Zwei Breaks zum Sieg
Zu Beginn des dritten Satzes wendete sich das Blatt wieder zu Gunsten der heimischen Nummer drei: Koubek ging blitzschnell mit 3:0 in Führung und überstand im fünften Game auch die letzte kritische Phase, als Pashanski eine Chance auf das Re-Break vergab. Nach knapp zwei Stunden Spielzeit verwandelte Koubek seinen ersten Matchball zum Endstand.
Jetzt gegen Davydenko-Bezwinger
Im Kampf um den Viertelfinal-Einzug trifft der 29-Jährige nun auf einen alten Bekannten - bereits zum achten Mal kommt es zum Duell mit Nicolas Lapentti (ATP 116). Ekuadors Nummer eins sorgte in seinem Achtelfinale mit einem klaren 6:3, 6:3-Erfolg für das Aus des topgesetzten Nikolay Davydenko. Im Head-to-head mit Koubek führt der Südamerikaner 5:2, die letzten drei Begegnungen gingen allesamt an den Kitz-Triumphator von 2001. Einen seiner zwei Siege feierte "Steff" aber ausgerechnet in der Gamsstadt: Vor neun Jahren schlug er Lapentti in der Runde der letzten 16 klar in zwei Sätzen.
EITZINGER – CALLERI
Keine weitere Überraschung gelang Lokalmatador Rainer Eitzinger: Österreichs aktuelle Nummer sechs musste sich dem auf neun gesetzten Argentinier Agustin Calleri 6:7 (3), 3:6 geschlagen geben und verpasste damit seinen zweiten Einzug in ein Achtelfinale eines ATP-Turniers. In der gestrigen Night Session deklassierte "Eitze" noch Österreichs Nummer zwei Oliver Marach.
Komfortable Führung leichtfertig verspielt
Eine Sensation schien auch diesmal in der Tiroler Luft zu liegen, denn 5:3 lag Eitzinger im ersten Satz bereits voran. Mit zwei Doppelfehlern und einer verschlagenen Vorhand brachte er die Nummer 59 der Welt aber wieder zurück ins Spiel. Im Tiebreak war Rainer dann chancenlos. Auch im zweiten Durchgang hatte der Lokalmatador seine Möglichkeiten: Beim Stande von 2:4 gelang "Eitze" das vielumjubelte Re-Break. Wenig später hatte er bei 40:0 noch drei Ausgleichschancen auf dem Schläger. Calleri wehrte aber alle mittels Vorhand-Winner ab, breakte zum 5:3 und servierte anschließend trocken aus.
 | | Oft war der Schläger von "AHM" zu weit weg vom Ball. | |  |  | Eitzinger: "Zuviele Chancen vergeben"
"Ich habe im ersten Satz leider sehr viele Chancen vergeben", zog Eitzinger nach dem Match Bilanz, "das hätte nicht sein müssen. So einen Satz heimzuspielen muss ich noch lernen." Unzufrieden war der Tiroler aber dennoch nicht, denn "allgemein war es keine schlechte Leistung."
HAIDER-MAURER – MIRNYI
Auch die Nummer zehn des Turniers, Max Mirnyi (ATP 52), war für einen heimischen Akteur zu groß: Andi Haider-Maurer (ATP 603) unterlag dem Aufschlagstarken Weißrussen mit 2:6, 4:6. Nur den zweiten Durchgang konnte der Niederösterreicher offen gestalten, in den letzten zwei Games gelang "AHM" allerdings kein einziger Punkt mehr. Trotzdem war das Turnier von Kitzbühel, "der mit Abstand größte Erfolg meiner Karriere", sagte Haider-Maurer in einem ersten Interview. 15 ATP-Punkte und eine Verbesserung im ATP-Ranking um etwa 80 Positonen bekommt der Zwettler als Belohnung für seinen ersten Sieg im Hauptbewerb eines ATP-Turniers.
mm
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