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Dornbirn: Hellwig verdirbt die Party nur beinahe
Tamira Paszek ist österreichische Staatsmeisterin 2006. Thomas Schiessling holte gegen Armin Sandbichler seinen vierten Staatsmeistertitel.

Ein würdiges Damenfinale bestritten die Top zwei der Setzliste bei den Staatsmeisterschaften in Dornbirn. Tamira Paszek setzte sich gegen Babsi Hellwig 6:2, 6:7 (3), 6:3 durch und gewann damit ihr Heimturnier vor vollem Haus. Mit Marion Walter holte Tamira auch den Doppeltitel (6:2, 6:3-Finalerfolg über Nicole Remis/Jennifer Schmidt). Das Herrenfinale zwischen Thomas Schiessling und Armin Sandbichler ging wie das Damen-Single über die volle Distanz: Letztendlich siegte "Hackertom" 6:1, 6:7 (2), 6:2 und sicherte sich seinen vierten Staatsmeistertitel nach 1997, 2001 und 2004.
Strittige Entscheidung stoppt Hellwig
Zu Beginn war das Damenfinale einseitig - wie alle Matches von Tamira Paszek in dieser Woche. Doch Barbara Hellwig verstand es, Variation ins Spiel zu bringen, streute geschickt Stops und Tempowechsel ein und lag in Durchgang zwei schon 5:1 voran. Totenstille am Centercourt.
 | | Hallenmeisterin Hellwig verpasste den Freiluft-Titel. | |  |  | Die Lokalmatadorin kam unter Mithilfe der Nummer zwei noch einmal auf: Bei 5:3 vergab Babsi zwei Satzbälle (einen davon mit einem Doppelfehler - bodenauf). "Mimi" stellte auf 5:5, hatte die Chance aufs 6:5, musste aber ins Tiebreak. Dieses dominierte die amtierende österreichische Hallenmeisterin, die auch im dritten Satz mit Break 2:1 voran lag. "Wake up" schrie Paszeks Vater Ariff Mohamed. Zu Herzen nahm sich das offenbar der Schiedsrichter. Er griff mit zwei knappen Entscheidungen ins Match ein: Bei 2:1 wurde ein Ball von Hellwig zunächst out entschieden, dann aber gut gegeben und wiederholt. Paszek gewann den Punkt und das Game. Bei 3:3 die Vorentscheidung: Hellwig sieht einen Rückhandball von Paszek im Out, stoppt den Ballwechsel, kreist den Abdruck ein. "Sie hat den richtigen Abdruck beim Einkreisen durchgestrichen, daher konnte ich den Ball nicht mehr entscheiden", so Schiedsrichter Gernot Brenner. Babsi kochte, diskutierte, doch es half nichts. Sie gab das nächste Servicegame mit einem Doppelfehler zu null ab. Tamira konnte nun ausservieren, und sie verwertete Matchball Nummer zwei mit einem Backhand-Longline-Winner nach knapp zwei Stunden.
"Der Punkt war spielentscheidend"
"Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich gewonnen habe - zuhause vor meinen Fans. Ihr habt mich die ganze Woche über toll unterstützt. Danke, dass ihr gekommen seid", so die erleichterte Dornbirnerin, die bis zum Finale nur vier Games abgegeben hatte nach dem Endspiel. Enttäuschung natürlich bei Hellwig: "Der Ball zum 3:3 war leider spielentscheidend. Ich hab zwar versucht, danach nochmal weiter zu spielen, es ist mir aber nicht gelungen. Ich finde es war heute ein gutes Match von mir - schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat."
 | | Vierter Staatsmeistertitel für Schiessling. | |  |  | Sandbichler kämpft Schiessling fast nieder
Lange Zeit sah Thomas Schiessling im Duell mit Armin Sandbichler wie der sichere Sieger aus: 6:1, 5:3 lag er voran. Bei 5:4 hatte Hackertom zwei Matchbälle. Doch gerade zur rechten Zeit änderte "Sand" sein Spiel, statt auf Winner zu gehen, suchte er die langen Ballwechsel. Den ersten Matchball wehrte der Südstädter dank eines Fehlers von Schiessling nach einer unglaublichen Grundlinen-Rallye ab - über 30 Mal ging der Ball übers Netz, ehe ihn der Routinier ins selbige spielte. Beim zweiten wieder ein Fehler des Dahlbo-Schützlings, der sich von Sandbichler zermürben ließ und Satz zwei als passiverer Spieler zurecht abgab. In der Entscheidung ließ Armin eine Breakchance aufs 2:0 aus, Tommy nützte seine zum 2:1 und setzte zum 5:2 noch eins drauf. Mit einem versprungenen Ball auf die Linie kam Schiessling zum ersten Matchball, den Sandbichler mit einem Returnfehler verwertete.
"Ich bin total am Ende"
Sandbichlers Taktik war richtig, wie Schiessling nach der Partie bestätigte: "Ich war im dritten Satz kurz davor zu krampfen. Ich hab mir dann eingeredet es ist nur ein Trainingssatz - die paar Games spielst noch. Geht um nix. Jetzt bin ich total am Ende." Am Sonntag ist der Vielspieler aus Innsbruck auch schon wieder im Liga-Einsatz in Deutschland.
Peter Robic aus Dornbirn
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