Dornbirn: Oswald scheitert an Krämpfen – und an Sandbichler

Bianca Kamper und Armin Sandbichler gewannen die heißesten Partien des Viertelfinaltages. Walter Treu warf den nächsten Gesetzten raus.

Eine bei nationalen Events bislang vermisste Kulisse bietet der TC Dornbirn für die Staatsmeisterschaften 2006: Centrecourt mit Tribüne, VIP-Bereich, eine Terrasse mit Blick auf den zweiten Hauptcourt. Zum Drüberstreuen schönstes Sommerwetter, 36 Grad im Schatten, wolkenloser Himmel. Das und die Viertelfinal-Matches lockten heute knapp 300 Zuschauer auf die Anlage.

Philipp Oswald musste aufgeben.
Oswald kann Sandbichlers Spiel nicht durchziehen
Ein dramatisches Ende nahm das Südstadter-Derby zwischen dem topgesetzten Armin Sandbichler und der Nummer sechs Philipp Oswald. Beim Stand von 6:4, 4:6, 2:0 und 40:0 bei eigenem Service musste der Vorarlberger (Ossi wohnt 30 Minuten von der Anlage entfernt in Feldkirch) von Krämpfen geplagt aufgeben. Die Partie war sehenswert; vor allem weil Oswald die langen Grundlinien-Rallyes mitging. Sandbichler überzeugte spielerisch nicht unbedingt, gab aber keinen Ball verloren und zog das Match in die Länge. Der "Xi-Berger" zollte den Anstrengungen Tribut: Schon im zweiten Satz war ein "ich bin blau", zu vernehmen. Bei 2:0, 40:0 im dritten ließ er sich wegen Krämpfen am Oberschenkel behandeln. Als er nach der Auszeit zum Service ausholte, krampfte die Schlaghand. Oswald konnte das Racket nicht mehr halten und beendete das Match.

Walter vergibt zu viele Chancen
Das Damen-Viertelfinale zwischen Marion Walter und Bianca Kamper ging mit 6:4, 1:6, 7:6 (2) an letztere. Walter vergab dabei eine 3:0-Führung im dritten Satz mit Bällen auf 4:0. Bei 5:4 und 6:5 hatte Marion die Chance auszuservieren – all das reichte nicht: "Ich halt' die Partien nervlich nicht durch." Die Nummer acht Kamper war in den entscheidenden Phasen aktiver, kam immer wieder zurück und gewann mit einem Rückhand-Winner gegen die Laufrichtung von Walter das Match nach knapp drei Stunden.

Auch 36 Grad können die Familie Paszek nicht stoppen.






















Die Vorarlberger Fans dürfen weiterjubeln
Die Lokalmatadore Tamira Paszek (wohnt fünf Minuten von der Anlage entfernt) und Martin Fischer (er braucht zehn Minuten von daheim zum TC Dornbirn) zogen unter dem Beifall der zahlreichen Fans ohne viel Mühe unter die letzten Vier ein. Tamira fertigte Susi Six nach 0:1-Rückstand 6:1, 6:0 ab. "Mimi" war gegen ihre zehn Jahre ältere Kontrahentin stets die Chefin am Court, dominierte das Spiel mit Rückhand und Aufschlag. Martin Fischer musste gegen Thomas Holzmann nur bis zum Stand von 6:2, 3:2 spielen, dann gab zweiterer wegen Rückenbeschwerden auf. Der Weindorfer-Schützling schloss dabei an seine in dieser Woche gezeigten Leistungen an, nahm die Bälle extrem früh und erarbeitete sich den Respekt seines nächsten Gegners Thomas Schiessling: "Das Match gegen Fischer wird tough. Ich hoffe, dass ich da auch noch drüber komme."

Trotz – oder wegen Schmerzen siegreich?
Schiessling fertigte Qualifikant Markus Krenn 6:2, 6:0 ab, und machte sich danach gleich auf den Weg zum Arzt: "Ich muss jede Minute für die Behandlung nützen." Derzeit zwickt's Tommy übrigens an den Rippen, "solange die Schmerzen nicht ärger werden, kann ich spielen." Schiesslings Stallgefährte bei Hakan Dahlbo, Joe Ager, kann in Dornbirn hingegen nicht mehr spielen. Der an sieben gesetzte Tiroler unterlag dem erneut stark aufspielenden Walter Treu 3:6, 2:6. Der Kärntner setzte Winner mit Vor- und Rückhand, servierte stark und gewann das dritte Match in Folge gegen Ager. Auch Treu ist übrigens nicht ganz fit, ihm machen die Adduktoren zu schaffen: "Im Match geht's – mit Schmerzmitteln." Das kommt uns doch bekannt vor ...

Peter Robic aus Dornbirn


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