French Open: Zwei Siege für Österreich

Zwei Regenunterbrechungen, drei Sätze, vier Matchbälle bei Sybille Bammer. Überzeugende Vorstellung von Jürgen Melzer und Julian Knowle.

Temperaturen um zehn Grad, Aprilwetter herrscht im Mai 2006 in Paris. Dreimal mussten die Spiele im Stade Roland Garros am heutigen Spieltag bisher wegen kräftigen aber kurzen Schauern unterbrochen werden. Zweimal davon betroffen war auch Sybille Bammer, die ihr Doppel-Auftaktmatch mit der Deutschen Julia Schruff gegen Melinda Czink aus Ungarn und Kaia Kanepi aus Estland nach knapp 2,5 Stunden Spielzeit mit 7:6 (3), 6:7 (5), 6:4 gewann.

Melzer/Knowle mit überzeugendem Auftakt
Weniger spannend, aber umso eindrucksvoller verlief das zweite Doppel mit österreichischer Beteiligung des heutigen Spieltages. Österreichs Nummer-eins-Duo Julian Knowle/Jürgen Melzer startete souverän in die French Open 2006. Mit 6:2, 6:2 wurden die Spanier David Ferrer/Fernando Vicente in 49 Minuten verabschiedet, das eingespielte rot-weiß-rote Daviscup-Doppel war in allen Belangen überlegen, nie gefährdet und verwertete Matchball Nummer drei mit einem Lob von Melzer. Für das an elf gesetzte Duo gilt es hier das Viertelfinale aus dem Vorjahr zu verteidigen.

Spannung reißt nicht ab
Am Court 10 sollte die Negativ-Serie der Österreicher bei den French Open 2006 zu Ende gehen, doch Bammer/Schruff ließen sich Zeit. Zunächst wehrte das österreichisch-deutsche Paar bei 5:6 im ersten Durchgang zwei Satzbälle ab, das Tiebreak drehten sie von 1:3 auf 7:3. Im zweiten Set hatte Bammer dann die Chance (bei 5:3) mit eigenem Aufschlag auszuservieren, Kanepi verhinderte das mit einem tollen Volley. Dann führten Czink/Kanepi 6:5, konnten ihrerseits den Sack nicht zumachen, wieder Tiebreak. Wieder 1:3-Rückstand für Bammer/Schruff, diesmal nach einer 5:4-Führung aber 5:7. "Wir hätten es auch lieber in zwei gewonnen", so Sybille nachher.

Rosa als Farbe der Siegerinnen bei Sybille Bammer und Julia Schruff.
Infanger läutet Wende ein
Das vorwiegend von der Grundlinie geführte Duell blieb spannend: Österreichs Einzel-Nummer-eins und Deutschlands Nummer zwei lagen in der Entscheidung 3:0 mit zwei Breaks voran, dann griff ein Tennisinsidern bekannter Oberösterreicher ins Geschehen ein: Linesman Daniel Infanger gab einen Ball von Bammer bei Einstand out und läutete damit die Aufholjagd ihrer Gegnerinnen ein. Schnell war ein 3:4-Rückstand zu beklagen. Aber wieder bäumten sich die rosa gekleideten Bammer/Schruff auf, gingen 5:4 in Führung. Und mit einem am Netzband hängen gebliebenen Ball von Schruff beendeten sie die Partie dann, nach zuvor drei vergebenen Matchbällen.

Revanche gegen Medina-Garrigues?
Von jugendlichen Autogrammjägern belagert und von FedCup-Kapitän Alfred Tesar und der Hand voll Österreichischer Fans beglückwünscht, meinte Bammer nachher: "Ein Sieg bei einem Grand Slam ist einfach etwas Besonderes. Vor allem wenn's der erste ist (Anm.: im Doppel-Hauptbewerb eines Grand Slams)." Über die nächsten Gegnerinnen wusste die Ottensheimerin nicht Bescheid, "ich hab gar nicht auf den Raster geschaut". Es sind die an 15 gesetzten Eleni Daniilidou aus Griechenland und Anabel Medina Garrigues aus Spanien. Mit letzter hat Bammer noch eine Rechnung offen: Beim FedCup-Duell mit Spanien Ende April unterlag sie der Spanierin im Einzel und verlor damit den entscheidenden dritten Punkt des Länderkampfs.

Peter Robic aus Paris, Roland Garros


Die tennisweb.at-Raster von den French Open:
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