Mattighofen: Kanellos zu erschöpft, Hirn zu schlagfertig

Beim hochdotierten Mattighofner Frühjahrsturnier stehen die Semifinalisten fest.

Insgesamt 3.630 Euro Preisgeld werden beim ÖTV-Kategorie IV+H-Event in Mattighofen ausgeschüttet. Noch vier Akteure haben auch die Chance auf den Titel. Weiter gut im Rennen ist Johannes Ager. Der topgesetzte Tiroler wirkte bislang zwar nicht übermäßig souverän, noch musste er aber keinen Satz abgeben. Im Viertelfinale eliminierte "Joe" den oberösterreichischen Überraschungsmann Philipp Puck. Dieser sorgte eine Runde zuvor übrigens für die emotionalste Szene des Tages: Nach seinem knappen Dreisatz-Erfolg über Markus Polessnig sank er laut jubelnd - im Stile eines French Open-Champions - auf die Knie.

Kanellos muss bereits nach elf Games aufgeben
Der Halbfinal-Gegner von Ager heißt erwartungsgemäß Tommy Schiessling. "Hackertom" musste sich in der Runde der letzten Acht allerdings kaum anstrengen. Denn Markus Kanellos gab bereits beim Stande von 2:6, 0:3 wegen "Erschöpfung" auf. Möglicher Grund für Kanellos Aufgabe könnte eine Überdosis Koffein sein. Diese verabreichte er sich in seinem Achtelfinal-Match mit Philipp Jelinek. Nachdem Satz eins klar mit 6:2 an den Salzburger Meister ging, stattete Markus der Kantine einen Besuch ab, rüstete sich mit einer Flasche Cola aus und drehte anschließend die Partie noch zu seinen Gunsten.

Neumüller zum Vierten?
Ebenfalls den Aufstieg in die Vorschlussrunde schaffte der dreifache Mattighofen-Champion Ingo Neumüller. Der Sieger aus den Jahren 2001, 2004 und 2005 musste allerdings hart um seinen weiteren Verbleib im Turnier kämpfen. Gegen Mario Haider-Maurer setzte sich der Linzer nur hauchdünn durch. Damit verpasste er "MHM" seine erste nationale Niederlage seit dem Masters des Salzburger Wintercups in Anif. Kurios der Matchball: Haider-Maurer macht den entscheidenden Fehler und wirft daraufhin sein Racket wutentbrannt in Richtung Bank, Neumüller feuert nach - 7:6 im Dritten.

Hirn "unschön" zum Erfolg
Ingos nächste Hürde heißt Stefan Hirn (5). Der tennisweb.at-Kolumnist sorgte im Viertelfinale für das Aus der Nummer zwei Thomas Holzmann. In einer von zahlreichen Fehlern beider Spieler dominierten Partie, setzte sich "Brain" am Ende mit 6:3, 7:6 (7) durch nachdem er schon 5:1 im Tiebreak vorne gelegen war. "Hauptsache gewonnen, schön muss es ja nicht unbedingt sein", meinte Hirn im Anschluss.

"Deine sind immer out"
Im Achelfinale eliminierte Hirn - wieder einmal - Patrick Linke. "Er ist einer meiner Lieblingsgegner. Gegen ihn habe ich noch nie verloren", erklärte der Niederösterreicher, der auch bestens für die Unterhaltung der knapp 150 Zuschauer sorgte. Die beiden lieferten sich nämlich auch verbal einen heftigen Schlagabtausch - wobei sich "Brain" ebenso klar durchsetzen konnte. Ein Auszug: Nach einem kritischen Ball fragt Hirn: "Ist der Ball gut?" "Deine Bälle sind immer gut", antwortet Linke. Nach dem darauffolgenden Ballwechsel gab's das selbe Spielchen - diesmal allerdings mit vertauschten Rollen. Linke fragt: "Ist der Ball gut?" Hirn antwortet: "Nein, deine sind immer out!"

Aus Mattighofen: Markus Michel


Die tennisweb.at-Raster aus Mattighofen:
Herren-Quali
Herren



zurück zur Übersicht