Mit Gogos und Koubek zum Meistertitel

Die Teams 2006 Teil 8: Sportunion Klagenfurt. Mit vier Kärntnern will Horst Skoff den Titel zum zweiten Mal in Folge holen.

"Das Jahr 2005 kann man nicht überbieten. Wir haben als Aufsteiger die Superliga gewonnen, haben zum Abschluss ein Tennisfest mit 2000 Leuten gefeiert", erklärt der Mannschaftsführer der Sportunion Klagenfurt Horst Skoff. Die Marschroute ist für Österreichs Allzeit-Größe klar: "Alles andere als die erfolgreiche Titelverteidigung wäre eine Enttäuschung. Alles läuft über uns, wir sind die Gejagten."

Koubek statt Eschauer
Die Nummer eins des Vorjahres, Werner Eschauer, hat den Club verlassen "Schade, dass Werner nicht mehr dabei ist. Er ist ein sehr guter Freund von mir. Ich hätte ihn sehr gerne weiter im Team gehabt. Leider konnte man sich mit ihm finanziell nicht einigen", erklärt Skoff. Doch man hat namhaften Ersatz gefunden, Österreichs aktuelle Nummer drei Stefan Koubek wird die Klagenfurter verstärken, zwei bis drei Mal soll er laut Skoff spielen. Alle übrigen Spieler sind fix: "Bis auf Stefan werden wir immer in Topbesetzung antreten."

Das Team
1. Stefan Koubek
2. Jan Mertl
3. Rainer Eitzinger
4. Herbert Wiltschnig
5. Stefan Wiespeiner
6. Marko Tkalec
7. Markus Polessnig
8. Christian Polessnig
9. Björn Probst
10. Wolfram Klingspiegel
11. Martin Thaler
12. Rene Gräflinger

Zu Koubek kam Skoff ohne Umschweife: "Ich hab ihn direkt darauf angesprochen. Er hat gemeint, dass es ihn interessieren würde. Wir pflegen ein sehr freundschaftliches Verhältnis, daher haben wir auch keinen schriftlichen Vertrag, nur eine mündliche Vereinbarung."

Skoff forciert die Kärntner
Der Kärntner Gedanke steht am Wörthersee im Vordergrund: "Solange ich Mannschaftsführer bin, wird bei der Sportunion immer zumindest ein Kärntner spielen. Darauf bin ich auch sehr stolz. Derzeit haben wir ja mit Stefan Koubek, Herbert Wiltschnig und den Polessnig-Brüdern gleich vier Kärntner im Team. Koubek hat letztendlich die direkte Verbundenheit zum Kärntner Tennis dazu gebracht, hier zu spielen. Eine sehr noble Geste von ihm. Denn unser Budget ist sehr klein."

Training ist in Klagenfurt Gesetz
Trainiert wird in Klagenfurt regelmäßig: "Zwei Wochen vor Beginn der Saison absolvieren wir gemeinsame Trainingseinheiten. Vor allem der erweiterte Kader, aber auch die übrigen Spieler. Bei uns ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass man zum Training kommt, wenn man kann – also wenn man nicht gerade ein Turnier spielt. Die Spieler haben großes Vertrauen in meine Person und können von mir auch noch einiges lernen."

"Gogos müssen her"
Gegen das mangelnde Interesse am Tennis an sich, hat Skoff die Lösung parat: "Im Moment ist im Tennis die Talsohle erreicht. Aber das wird sich bald ändern. Man muss das ähnlich machen wie Hannes Jagerhofer beim Beachvolleyball. Ein Rahmenprogramm muss her um den Unterhaltungswert zu erhöhen: musikalische Untermalung, Gogos, ein richtiges Rämmi Dämmi – das wollen die Leute sehen. Die Zuschauer kommen, wenn's Spaß macht, nicht nur wegen des Tennis. Und mit den Zuschauern kommen auch Sponsoren und das Fernsehen." Regeländerungen sind für Skoff nötig: "Die Spieler müssen über ihren Schatten springen. Dass jeder immer leise sein muss, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Leute wollen eine Party." Notfalls will der Kärntner Spitzensportreferent es auf eigene Faust versuchen: "Die Mannschaftsmeisterschaft muss reformiert werden. Und wenn der Verband da nicht mitzieht, wird man über eine eigene Liga nachdenken."

Peter Robic




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