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"Wir können auch ohne Bill Gates Meister werden"
Die Teams 2006 Teil 4: ULTV Linz. Mit Alex Peya, aber ohne Clubhaus, peilt der Traditionsclub seinen vierten Titel in diesem Jahrtausend an.

Wie eigentlich jedes Jahr geht der bereits 1884 gegründete ULTV Linz als einer der Topfavoriten ins Rennen um die heimische Superliga-Krone. Auch der Mannschaftsführer des fünffachen Champions (1980, 85, 2000, 01,04) ist sich sicher, dass sein Team im Kampf um die Meisterschaft ein kräftiges Wort mitzureden hat: "Ich gehe einfach davon aus", so Reinhard Pils. "Da wir in den letzten Jahren so gut wie immer im Finale standen, drei Titel geholt haben und im Vorjahr nur knapp an der Union Klagenfurt gescheitert sind, kann für uns das Ziel in dieser Saison nur der erneute Titelgewinn sein", meint der 41-Jährige.
Die Aufstellung:
Prominentester Neuzugang bei den Oberösterreichern ist Daviscupper Alexander Peya: "Die Variante mit Alex hat sich für uns aufgrund der Auflösung des GAK aufgetan. Clemens Trimmel - der den Alex persönlich sehr gut kennt – hat zunächst den Kontakt hergestellt. Gemeinsam haben wir dann nach einer für uns 'günstigen' Lösung gesucht. Günstig, weil wir im Vergleich zu den restlichen Teams, eher überschaubare finanzielle Möglichkeiten haben. Alex und ich sind uns relativ schnell einig geworden", erklärt Pils. Über den genauen Inhalt des Vertrages wollte der Mannschaftsführer nicht sprechen. Nur soviel: "Ich bin überzeugt davon, dass die meisten Teams in der Superliga ein höheres Budget als der ULTV haben."
Das Team
1. Marco Mirnegg
2. Alexander Peya
3. Marco Neunteibl
4. Thomas Holzmann
5. Christopher Kas
6. Ingo Neumüller
7. Clemens Trimmel
8. Reinhard Pils
Die endgültige Reihung der Spieler erfolgt nach der Rangliste zum Zeitpunkt des Nennschlusses.
"Trainingslager brauchen wir nicht"
Erst kurz vor dem Meisterschaftsstart werden die Linzer erstmals gemeinsam trainieren. "Unsere Spieler sind Profis. Einige sind international unterwegs oder treten wie Ingo Neumüller zumindest regelmäßig bei den nationalen Turnieren an. Das heißt, sie bereiten sich individuell auf die Meisterschaft vor und stehen sowieso immer voll im Saft. Da müssen wir jetzt nicht unbedingt noch auf ein gemeinsames Trainingslager fahren", erklärt Pils. "Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, werden wir uns natürlich schon ein oder zwei Tage vorher treffen. Dabei absolvieren wir ein paar lockere Trainingseinheiten und dann geht’s ja eigentlich auch schon los", so Pils weiter.
"Steckt Bill Gates dahinter?"
Im Kampf um den Titel erwartet Pils wieder ein Duell mit Horst Skoffs Union Klagenfurt: "Die sind sicher wieder sehr stark und werden wieder vorn dabei sein." Von den in Starbesetzung antretenden Gmundnern lässt sich der Mannschaftsführer nicht einschüchtern: "Ich habe mir eigentlich die genauen Aufstellungen der übrigen Mannschaften noch nicht wirklich angesehen, aber ich wage zu bezweifeln, dass sich die Gmundner Dominik Hrbaty, Florian Mayer und Daniel Köllerer leisten können. Aber möglicherweise steckt ja Bill Gates (Anm. Millionenschwerer Gründer von Microsoft) dahinter", lacht Pils. "Aber im Ernst: Man muss erst einmal abwarten wer letztendlich auch wirklich spielt. Ich verfolge die Liga jetzt schon seit cirka 18 Jahren und habe dabei schon sehr viele Nennlisten gesehen. Ein Superstar alleine hat noch nie die Superliga gewonnen.
Tennis im Trailerpark
Sorge bereitet dem im Linzer Bahnhofsviertel ansässigen Klub noch das vereinseigene Klubhaus, das wegen eines Elektrodefekts in der Nacht zum 7. Januar völlig abbrannte. Der Grundeigentümer – die ÖBB – plante zunächst sogar die 12.000 Quadratmeter des ULTV möglichst teuer zu verkaufen, um das gerade erst rundum erneuerte Bahnhofs-Areal weiter ausbauen zu können. Da es derzeit aber kein anderes geeignetes Grundstück in Linz gibt, vereitelte Bürgermeister Franz Dobusch wieder die Pläne der Eisenbahngesellschaft. "Der Tennisklub hat mit dem Eigentümer einen unbefristeten Mietvertrag, der nur bei der Beschaffung einer Ersatzanlage kündbar wäre", erklärt auch ULTV-Präsident Christian Ransmayr. Der Klub wird demnächst also mit dem Wiederaufbau beginnen. Mit der Fertigstellung bis zur Superliga darf aber nicht gerechnet werden. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass die alte Situation wieder hergestellt wird. Derzeit muss da aber noch einiges abgeklärt werden. Um die Zeit möglichst gut zu überbrücken, werden wir deshalb eine mobile Infrastruktur mittels Containern schaffen", verspricht Pils.
Markus Michel
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