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Mexiko City: Nervenstarker Koubek kämpft sich ins Viertelfinale
Der Challenger von Mexico City hat seine Nummer zwei verloren: Marcos Daniel musste sich Stefan Koubek in drei Sätzen geschlagen geben.

6:3, 3:6, 6:4 - Stefan Koubek hat beim 125.000 Dollar+H-Sandplatz-Challenger von Mexico City mit einer starken kämpferischen und mentalen Leistung den Einzug ins Viertelfinale geschafft - und dabei mit dem besten Brasilianer im ATP-Ranking, Marcos Daniel (ATP 89), ein wenig überraschend die Nummer zwei aus dem Turnier genommen.
Sensationeller Start
Sonne, starke Windböen, Donnergrollen, dann wieder leichtes Regentröpfeln - das Wetter machte es den beiden Akteuren auf dem Centercourt nicht leicht. Koubek startete trotzdem wie aus der Pistole geschossen, schoss Winner um Winner, führte nach wenigen Minuten mit 2:0. Dann aber fand der Brasilianer seinen Rhythmus, schlug zurück, während Koubek der Faden riss - und in einer dem Aprilwetter durchaus angepassten Partie trotzdem den ersten Satz mit 6:3 ins Trockene brachte.
Licht und Schatten
Im zweiten Satz fiel Koubek weiter zurück: Er überließ seinem Gegner immer mehr die Initiative - der beging kaum mehr Fehler, beeindruckte durch viel Ballgefühl. Der zweite Satz ging verdient an den 27-jährigen Brasilianer, der erst kürzlich mit dem Viertelfinale in Acapulco (Sieg über Massu, knappe Niederlage gegen Gaudio) starke Form bewiesen hatte.
Wunderball bringt die Wende
Koubek haderte bereits mit den schwierigen Verhältnissen, dem Wind, dem holprigen Platz, den drucklosen Bällen und der extremen Höhenlage - alles schien für Daniel zu laufen. Bis Koubek bei 1:1 und Einstand einen unglaublichen Passierball aus extremer Bedrängnis auf die Linie knallte - und danach drei Games befreit aufspielte, plötzlich wieder brillantes Tennis zeigte. Daniel war chancenlos, bei 4:1 sah Koubek schon wie der sichere Sieger aus.
Starke Nerven am Ende
Der Brasilianer kämpfte sich aber neuerlich zurück, schaffte das Rebreak und den Ausgleich zum 4:4. Wieder schaffte es Koubek aber seinerseits, das Ruder herum zu reißen. Er behielt die Nerven, brachte sein Servicegame zum 5:4 ins Trockene und spielte ein solides, taktisch kluges letztes Game - Break zu Null zum 6:4 und dem Einzug ins Viertelfinale, gleichbedeutend mit 21 ATP-Punkten und 3.650 US-Dollar Preisgeld. Koubek wird sich damit am kommenden Montag im ATP-Ranking um mindestens fünf Plätze verbessern.
Gegen Norman für Paris
Weitere 2.500 Dollar und weitere 19 Punkte gibt es im Semifinale zu holen. Und jeder Punkt zählt derzeit für Koubek, geht es doch darum, sich am Stichtag 2. April einen Platz im Hauptfeld der French Open zu sichern. Die Chancen, sich in Roland Garros die Qualifikation zu ersparen, würden mit einem weiteren Sieg in Mexikos 2.300 Meter hoch gelegenen 20-Millionen-Metropole rasant steigen. Gegner ist allerdings ein 2,03 Meter großer Linkshänder, dem die extremen Verhältnisse wie auf den Leib geschneidert sind: Das Spiel des in Mexiko auf acht gesetzten Belgiers Dick Norman ist auf den Aufschlag aufgebaut.
Bald wieder Österreichs Nummer zwei?
Parallel zum Viertelfinal-Match läuft für Koubek ein zweites Duell: Er liegt derzeit mit ATP-Platz 118 (357 Punkte) nur knapp hinter Oliver Marach (ATP 109/376 Punkte). Mit einem Einzug ins Semifinale von Mexiko würde sich Koubek wieder vor Marach setzen. Mit einem Finaleinzug in Mexiko könnte Koubek eventuell sogar mit dem Comeback unter die Top 100 spekulieren, mit einem Turniersieg beim zweitgrößten ATP-Event der Woche wäre dieser gesichert.
sw
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