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Oswald: "Ich will Daviscup spielen"
Österreichs Vize-Hallenmeister und Doppel-Champ 2006 Philipp Oswald im Interview.

Ossi, vor dem Turnier hast du gemeint: "nur der Titel zählt." Jetzt bist du Österreichischer Vize-Hallenmeister im Einzel und Meister im Doppel mit Martin Fischer. Bist du zufrieden?
Ich bin enttäuscht. Der Einzel-Titel war halt doch recht weit weg. Ich hatte gehofft, zumindest eine enge Partie spielen zu können.
Warum lief es im Finale nicht optimal?
Ich hab mir vor dem Match zuviel Druck gemacht. Im Match hab ich dann mit dem Service zuviel riskiert, und ich hab praktisch alle Rallyes verloren. Ich war einfach nicht so spritzig, wie im Semifinale gegen Martin.
Tommy hat ja enorm stark gespielt. Warst du überrascht?
Nein, ich habe ja schon einmal glatt gegen ihn verloren. Ich finde es nur schade, dass er es mit seinem gefährlichen Spiel nicht international versucht. Wenn die Nummer 140 der Welt bei einem Turnier mitspielt, und Schiessling gewinnt das ohne Satzverlust, dann muss er schon was können. Aber vielleicht fehlt ihm die Härte für die internationale Tour.
Was meinst du damit?
Oft ist es zach. Man muss reisen, viel Geld investieren um zu den Futures zu fahren. Und da muss man halt hin, denn die Turniere braucht man, um rauf zu kommen.
Du bist ja gerade am Weg nach oben. Was sind deine Ziele 2006?
Die Vorgabe von Gilbert Schaller ist die Top 500 zu knacken. Mein persönliches Ziel sind die Top 400. Ich hoffe, dass mir der Einstieg auf die Challenger-Tour gelingt.
Was fehlt dir noch?
Man kann immer alles verbessern. Aber ich denke, dass schon jetzt viel möglich ist. Man muss nicht Futures am laufenden Band gewinnen, um auf Challenger-Ebene erfolgreich zu sein.
Deine längerfristigen Ziele?
Daviscup zu spielen, ist mein Ziel. Ich war in Unterpremstätten als Zuschauer dabei. Die Stimmung im Match Melzer – Ancic hat mich motiviert. Das war großartig.
Wann soll es so weit sein?
In zwei oder drei Jahren, hoffentlich.
Zurück zu den Meisterschaften 2006: Wie wichtig ist der Doppeltitel für dich?
Vom Niveau ist der Doppeltitel bei den Österreichischen Meisterschaften mit einem Future-Titel gleichzusetzen. Aber der Sieg sagt für mich auch aus, dass Martin und ich hinter Knowle, Melzer, Marach und Peya schon eines der stärksten Doppel im Land sind. Und Julian ist über 30, der wird nicht mehr allzu lange spielen.
In der ÖTV-Einzelrangliste wirst du Julian Knowle demnächst überholen. Dank deines Finaleinzugs in Neusiedl wirst du wahrscheinlich Vorarlbergs Nummer eins werden. Wie wichtig ist dir das?
Julian hat mit einem Turnier gleich viele Punkte gemacht, wie Martin und ich in einer gesamten Saison. Wenn er sich aufs Einzel konzentrieren würde, würde er viel besser stehen. Er ist die Nummer 24 der Welt im Doppel. Das ist schon was.
Wie wichtig ist dir das Doppel?
Die Priorität liegt bei mir eindeutig auf dem Einzel. Das Doppel ist ein gutes Training. Sagen wir so, ich würde kein Doppelmatch abschenken, wenn ich nicht muss – wie in Mexiko, wo ich weiter zum nächsten Turnier zur Quali musste.
Deine nächsten Stationen?
Jetzt hab ich ein paar Tage Pause, da werd' ich heim ins Ländle fahren. Danach ist Training in der Südstadt angesagt. Welche Turniere wir dann spielen, weiß ich noch nicht.
Eine wichtige Station sind sicher die Staatsmeisterschaften in Dornbirn, daheim also. Was erwartest du dir dort?
Das Interesse wird sicher sehr groß sein. Der Doppelmeistertitel im Freien ist auf alle Fälle ein Ziel. Und im Einzel weiß man nie – hoffentlich bin ich gesetzt. Alles andere wird sich weisen.
Wie ist das in Vorarlberg: Gehen deine Erfolge unter? Denn bei euch gibt es ja eine gewisse Tamira Paszek ...
Nein, die gehen nicht unter. Ich denke, dass Tamira toll fürs vorarlbergerische und fürs österreichische Tennis ist. Sie weckt das Interesse. Und das tut uns allen gut.
Interview: Peter Robic
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