ÖMS: Schiessling nimmt den nächsten Südstädter raus

Im Einzel gewinnt Oswald das Stallduell knapp und fordert nun Schiessling. Hellwig und Horanyi bestreiten das Damenfinale. Oswald/Fischer holen den Doppeltitel.

Kein Returnfehler in Satz eins von Thomas Schiessling. "Ich hab ihn unterschätzt", meinte Stefan Wiespeiner, der im Duell mit dem Routinier aus Tirol fünf Breaks einstecken musste, selbst nur eines machte. 6:0, 6:4 das Ergebnis für den an acht gesetzten Favoriten Schiessling gegen den an zwei gesetzten Außenseiter Wiespeiner. "Wiesi hatte keine Freipunkte beim Service. Das hat ihn verwirrt", analysierte Wiespeiner-Coach Thomas Weindorfer, der dem Tiroler Blumen streute: "Wenn ich sein Trainer bin, lass ich ihn nicht auf der ÖTV-Tour verkümmern. Er hat Top 150-Niveau. In Sachen Beinarbeit gehört er zu den Besten der Welt."

So lacht der Drittplatzierte.
Oswald gewinnt "bestes Match"
Im Vorarlberger Semifinal-Derby zwischen Martin Fischer und Philipp Oswald sahen die spärlich erschienenen Zuschauer eine hochklassige Partie. Oswald: "Sicher unser bestes Match." Der wieselflinke Fischer antizipierte großartig, returnierte die Aufschlag-Hämmer seines Doppelpartners, und war dem Break in Durchgang eins näher als Oswald. "Ich war froh, dass es 3:3 gestanden ist", so Ossi nach der Partie. Letztlich entschied das Tiebreak - "da hab ich zur Zeit viel Selbstvertrauen" – 7:3 für Oswald. Im zweiten Set verlor der lange Lockenkopf dann bei 4:4 seinen Schläger beim Service, und anschließend das Game. Fischer servierte aus. "Ich war in Rage, hab mir dann eine Auszeit genommen, mich kurz in die Umkleide gesetzt." Und das half: Mit der Wut im Bauch legte Oswald an Tempo zu, zog mit riskanten Schlägen auf 5:0 davon und servierte zum 6:1 aus.

Hellwig mit Spaß ins Finale
Der Erfolgsrun von Jeannine Prentner ist gestoppt. Zunächst drehte die 15-Jährige gegen die Nummer zwei Babsi Hellwig einen 4:5-Rückstand in Satz eins noch um. Sie gewann dann den Tiebreak mit 8:6, nachdem sie schon 4:6 hinten gelegen war. Dann änderte Hellwig ihre Taktik, streute weniger hohe Bälle ein und profitierte vor allem von Prentners höherer Fehlerquote: 6:3, 6:2 für die Nummer zwei. Die stets coole Babsi Hellwig nach ihrer Partie: "Ich spiel’ Tennis weil’s mir Spaß macht. Ich muss niemandem etwas beweisen. Was ich gewinne, gewinne ich halt. Aber ich hab mich in den letzten Partien so geplagt, jetzt will ich auch den Titel holen." "Ich hab hier mein bisher bestes Turnier gespielt. Normalerweise mache ich mehr Fehler", meinte Jeannine.

Revanche für Hellwig?
Hellwigs Gegnerin im Finale ist Zita Horanyi. In einem knapp dreistündigen Halbfinalduell mit Marion Walter ging die Ungarin als 7:6 (2), 3:6, 6:4-Siegerin vom Court. Bei den Österreichischen Hallenmeisterschaften 2005 an selber Stelle, hatte Horanyi ihre morgige Finalgegnerin glatt geschlagen.

Auch Philipp Oswald passte gerade noch aufs Bild.
Selbsternannte Favoriten holen Meistertitel nach Vorarlberg
Im letzten Match des Tages wurde der Österreichische Doppel-Meistertitel 2006 vergeben. Dieser ging an Vorarlberg: Die Einzel-Semifinal-Gegner Martin Fischer und Philipp Oswald setzten sich mit 7:5, 6:1 gegen Daniel Köllerer und Thomas Schiessling durch und holten ihren ersten Meistertitel in der allgemeinen Klasse. "Wir haben uns als Favoriten gesehen", meinten die Vorarlberger.

Nach Break gegen Köllerer, war’s gelaufen
Am Beginn war Fischer der schwächste Mann am Court, vergab viele Chancen: "Ich hab dem Ossi nicht viel helfen können." Die Champions waren in Durchgang eins 4:5 mit Break zurückgelegen, durchbrachen dann zunächst Schiesslings Service, und nach einem engen Aufschlagspiel von Fischer auch Köllerers – erstmals in der Partie. Danach war das Match gelaufen. Crazy Däni war nicht mehr bei der Sache, auch Hackertoms Fehlerquote stieg an, ein 5:0 war die Folge. Schiessling verkürzte noch, aber Fischer servierte zu Null aus. "Der Titel ist nicht so hoch einzuschätzen, wie der Europameistertitel in der Jugend. Vielleicht so hoch, wie ein Future-Titel", so die beiden nachher.

Das Redakteurs-Doppel Robic/Wachta aus N. a. S.


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