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"Köllerer weiß, dass ich die Partie gewonnen habe"
Köllerer-Bezwinger Philipp Jelinek ist in Neusiedl ausgeschieden. Im tennisweb.at-Interview erzählt der Salzburger über seinen bisher wichtigsten Sieg, seine Niederlage und seine Ziele.

6:7 im Dritten – eine bittere Niederlage gegen Philipp Oswald. Du hast dir die längste Zeit deinen Arm gehalten. Was war los?
Ende zweiter Satz hab ich den Ball beim Aufschlag mit dem Rahmen getroffen. Es hat mir einen Stich im Bizeps gegeben. Vor allem bei der Rückhand hat’s weh getan.
Dennoch hast du Philipp bei 4:5 und 6:5 gebreakt ...
Philipp serviert unglaublich. Ich hab Glück gehabt, dass er im zweiten Satz geschwitzt hat. Im Dritten war’s dann sehr eng, im Tiebreak mach’ ich zwei blöde Fehler und das Match ist weg.
Enttäuscht?
Nein. Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Es war mir wichtig ein oder zwei Runden zu gewinnen. Wenn du unter die besten 30 in Österreich kommen willst, musst du bei den Staats gut spielen.
Gut gespielt hast du ja vor allem gestern gegen Daniel Kölllerer. Würdest du sagen, der Sieg war der größte Erfolg deiner Karriere?
Auf jeden Fall. Er ist die Nummer 145 in der Welt, ich nur die Nummer 36 in Österreich.
Was sagst du dazu, dass deine Leistung nach dem Abtritt von Daniel so untergegangen ist?
Ich glaube, in Salzburg ist das nicht untergegangen. Mein Name steht ja überall dabei. Dass er mehr Presse bekommt als ich, ist auch klar.
Wie hast du seinen Abtritt gesehen? Meinst du, er hat dir den Erfolg nicht vergönnt?
Er ist heute zu mir gekommen und hat mir gesagt, dass ich gestern gut gespielt habe. Er wollte sich da irgendwie rausreden. Mir ist wichtig: Ich weiß, dass er weiß, dass ich die Partie gewonnen habe!
Was sagst du zu Daniels Verhalten?
Daniel hätte spätestens nach einer Stunde disqualifiziert werden müssen. Die Sachen, die er gesagt hat ... Aber ich muss damit leben, er ist halt ein unangenehmer Gegner. In Bergheim hat er mich attackiert, diesmal hat er sich am Schiedsrichter ausgelassen.
Was kann man gegen so was tun?
Er lernt’s net. Er wird jedes Mal wieder gesperrt werden. Das ist einfach seine Art von Druckbewältigung, glaub' ich. Ich hab halt das Glück, damit anders umgehen zu können.
Wie gehtÂ’s bei dir jetzt weiter? Was sind deine Ziele?
Ich will unter die Top 30 in Österreich kommen, das Ziel will ich unbedingt erreichen. Außerdem wäre es schön die Nummer eins in Salzburg zu sein.
Bringt das auch finanziell etwas?
Nein.
Kannst du vom Tennis leben?
Nein. Ich arbeite zwei bis drei Mal in der Cartsporthalle um mir meine Leasingraten fürs Auto zu finanzieren. Und das Geld, das ich bei der Liga im Sommer verdiene, setze ich ein um die Turniere spielen zu können.
Dein nächstes Turnier?
Entweder die Salzburger Landesmeisterschaften, oder ein Future in der Schweiz. Mal schauen. Ich hab vor, demnächst mit Gerald Kamitz und Florian Farnleitner auch zu internationalen Turnieren zu fahren. Wir trainieren ja auch miteinander.
Interview: Peter Robic
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