Christoph Steiner: "Der Sieg über Mazarakis war nichts Besonderes"

Jahresbilanzen 2005 - Teil 37: Warum den Tiroler der Erfolg über den Top 120-Mann kalt lässt, und warum er gegen Stefan Koubek kein 0:6 kassiert.

Du warst am Ende der Saison zwei Monate auf Südamerika-Tour und hast dabei 34 Matches bestritten. War das die intensivste Zeit deiner Karriere?
Nein, es waren viele Qualimatches dabei, die wie bessere Trainingsmatches zu werten waren. Die vielen Spiele haben mir geholfen, meinen Turnierrhythmus zu halten.

Ist es mental schwierig, sechs Wochen durchgehend in Südamerika Turniere zu spielen?
Es ist ganz gut gegangen. Ich war schon als Jugendlicher sechs Wochen drüben und hab gewusst wie es wird. Man gewöhnt sich schnell an das viele Spielen, das Fliegen und die verschiedenen Höhenlagen.

Und körperlich?
Naja, es ist ein Problem wenn man auf 2000 Meter Höhe spielt und krank wird. Die Regeneration dauert da viel länger. Aber zum Glück hatte ich keine gröberen körperlichen Probleme, und die Umstellung auf das Spiel auf Seehöhe gut geschafft.

Beim letzten Turnier in Puebla hast du mit Vasilis Mazarakis einen Spieler an den Top 100 geschlagen. War das ein besonderer Sieg?
Das war nicht so besonders. Ich hab gewusst, auch er hatte eine lange Saison und bei den letzten Turnieren nicht so viel gewonnen.

Also kein Sieg, der dir in Erinnerung bleiben wird?
Doch, aber nicht wegen dem Match sondern eher wegen den sieben ATP-Punkten, die ich damit geholt habe.

Sieben von insgesamt 18, mit denen du aktuell auf Position 771 stehst. Wie zufrieden bist du mit deinem Ranking?
Ich muss zugeben, vor der Saison hätte ich mir mehr erwartet. Aber nachdem ich die erste Jahreshälfte so schlecht gespielt habe, muss ich sogar noch zufrieden sein.

Wieso ist es in den ersten sechs Monaten nicht gelaufen?
Ich weiß nicht. Auch die Wintersaison davor war schon schlecht, vielleicht hat das Training einfach erst später gegriffen.

Wie schaut das Training in der Südstadt derzeit aus?
Grundsätzlich liegt der Schwerpunkt um diese Jahreszeit auf der Kondition. Jeder hat ein genau festgelegtes Ziel, das er erreichen muss.

Das heißt, exzessives Feiern zu Silvester war nicht drin, oder?
Naja, Vollrausch gibt's natürlich keinen. Aber ich glaub, jeder wird seine konditionellen Vorgabe erfüllen, wir haben ja noch bis nach den Hallenmeisterschaften Zeit.

Was steht vorher noch auf dem Programm?
Fix werden wir die beiden Österreich-Futures und eben die Hallenmeisterschaften spielen. Danach wird, je nachdem wie wir abgeschnitten haben, der weitere Plan festgelegt.

Welchen Plan hast du für dich selbst? Gibt's auch Vorgaben, welches Ranking man erreichen soll oder muss?
Nein, Vorgaben bezüglich Platzierung gibt's keine. Mein Ziel ist, dass ich bald von Futures zu Challengern wechseln kann. Ich traue mir jederzeit einen Future-Sieg zu, deshalb glaube ich, ist dieses Ziel realistisch.

Ihr, also du, Armin Sandbichler, Philipp Oswald und Martin Fischer, seid ja vom Ranking relativ knapp beisammen. Wie spielt ihr gegeneinander?
Das ist wirklich von Tag zu Tag verschieden. Wir haben alle andere Spielanlagen und jeder kann bei den Trainingsmatches gegen jeden gewinnen.

Auch gegen Stefan Wiespeiner, der ja jetzt ebenfalls in eurer Truppe ist?
Naja, er ist die Nummer eins des Teams und vielleicht ein bisschen besser.

Philipp Oswald hat von Stefan Koubek und Julian Knowle als Sparringpartner erzählt. Wie gehen die Trainingssätze gegen die beiden aus?
Mit Knowle hab ich noch nie trainiert, aber mit Melzer und Koubek. Man merkt schon den Unterschied. Die spielen genauer, schneller und machen weniger Fehler, können eigentlich alles besser. Wir haben zwar keine Sätze gespielt, aber ich glaub nicht, dass ich ein 0:6 bekommen würde. Ich bin gegen die beiden voll motiviert und die probieren gegen mich halt vieles aus.

Noch kurz zum Thema Meisterschaft: Du bist mit Schwaz aus der Staatsliga abgestiegen, bei welchem Verein spielst du nächstes Jahr?
Armin Sandbichler und ich sind von Schwaz zum Staatsliga-Aufsteiger Vandans gewechselt. Dort haben wir jetzt eine ganz gute Mannschaft beisammen.

Der direkte Link zur Activity von Christoph Steiner.

Interview: Peter Brandhofer




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