Face to Face: Gamauf vs. Hirn

Patrick Gamauf bezwang Stefan Hirn beim Rohr Mertl-Cup mit 7:6 im dritten.

Ein Match - zwei Meinungen. tennisweb.at lässt in einer Serie zwei Kontrahenten zu einem Match Stellung nehmen. Wie unterschiedlich können die Meinungen zweier Spieler zum gleichen Duell sein?

Der auf zwei gesetzte Außenseiter Patrick Gamauf rang in Schwechat/Rannersdorf den topgesetzten Stefan Hirn mit 5:7, 6:3, 7:6 (5) nieder.

Geht das Ergebnis in Ordnung?
Patrick: Ja, schon. Ich hab in allen drei Sätzen mit Break geführt und hab dann im Tiebreak ein bißchen mehr riskiert.
Stefan: Das musste ich auch schon beim letzten Face to Face gegen Tommy Schiessling sagen: Ein 6:7 im dritten geht immer in Ordnung.

Was waren die Big Points?
Patrick: Bei 3:3 im Tiebreak spielten wir eine unmenschliche Rallye. Er hat mich überlobt, ich lauf zurück und er hat dann die Vorhand verschlagen. Das war das entscheidende Minibreak.
Stefan: Bei 3:3 im Tiebreak hab ich nach einer langen Rallye die Vorhand in die Maschen geschossen. Zum 4:6 hab ich dann einen Rückhand-Slice ins Netz gehaut. Das war bitter.

Wirst du im nächsten Match gegen Stefan/Patrick etwas anders machen?
Patrick: Ich hab mir vorgenommen, die Bälle früh zu nehmen und wollte oft ans Netz vorrücken. Ans Netz möchte ich das nächste Mal noch öfter gehen.
Stefan: Ich werde versuchen, bei den zwei angesprochenen Bällen eine höhere Flugbahn zu spielen.

Hast du im Finale dein bestes Tennis gespielt?
Patrick: Es war erst mein zweites Turnier in den letzten zwei Monaten. Ich hab in letzter Zeit mehr Kraft und Kondition als Tennis trainiert. Für die Umstände hab ich sicher sehr gut gespielt.
Stefan: Mein bestes Tennis nicht, aber dafür, dass ich fünf Wochen Tennis-Pause machte und es mein erstes Turnier seit zwei Monaten war, war's nicht schlecht.

Hat dein Gegner im Finale deiner Meinung nach sein bestes Tennis gespielt?
Patrick: Auch Stefan ist gerade in einer Phase, in der er nicht so viel spielt. Er kann sicher besser spielen.
Stefan: Ich würde sagen, er hat 90 bis 95 Prozent seines Leistungspotentials abgerufen. Aber Patrick ist wegen seiner Spielanlage – er nimmt die Bälle sehr früh – nicht erst seit diesem Turnier ein gefürchteter Gegner in der Halle.

Was hat der Sieger richtig gemacht?
Patrick: Ich hab vor allem seine extrem scharfen ersten Aufschläge super returniert. Da konnte er mir überhaupt nicht weh tun.
Stefan: Er hat mir sein Spiel mit kurzen Ballwechseln aufgezwungen. Außerdem hat er extrem gut returniert und meine Granaten beim ersten Aufschlag entschärft.

Mit welchen Erwartungen bist du eigentlich ins Turnier gegangen?
Patrick: Es war für mich schon ein großer Erfolg, im Halbfinale meinen Trainingspartner Andi Fasching zu besiegen. Der Sieg gegen Stefan gleich danach war natürlich noch die Draufgabe.
Stefan: Ich war auf eins gesetzt und wollte gewinnen. Aber als ich gesehen habe, wie gut das Turnier besetzt ist, hab ich gewusst, dass ab dem Viertelfinale sehr starke Gegner auf mich warten.

Interviews: Peter Brandhofer




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