Daviscup: Nicolas Lapentti fightet Koubek nieder und gleicht aus

Melzer stellt auf 1:0 für Österreich, Koubek muss sich nach 2:0-Satzführung noch geschlagen geben.

Im zweiten Single des Daviscup-Relegationsduells mit Ekuador sollte Stefan Koubek gegen die Nummer eins der Gäste Nicolas Lapentti für den zweiten Single-Punkt sorgen. In der inzwischen gut gefüllten Werzer Arena - es wurden extra Zusatztribünen errichtet - entwickelte sich ein hochklassiges Grundlinienduell zwischen dem 28-jährigen Kärntner Lokalmatador und dem 29-Jährigen Mann aus Guayaquil.

5:0 Sätze für Österreich
Im ersten Durchgang kassierte Koubek gleich das Break zum 0:1, machte das Rebreak auf 3:3. Bei 6:5 gelang dem Kärntner dann das entscheidende Break zum Satzgewinn. Im zweiten zog Koubek von 2:2 auf 5:2 davon, Lapentti kam mit dem Rebreak auf 4:5 heran. Doch Österreichs Nummer zwei konterte abermals und nahm dem fünffachen ATP-Turniersieger mit dem ersten Satzball den Aufschlag zum 6:4 ab. Im dritten Set ging Stefan 3:0 in Führung - das 2:0 schien greifbar. Dann begann die Aufholjagd des Ekuadorianers, dieser durchbrach den Aufschlag Koubeks fünfmal hintereinander, gewann Durchgang drei mit 6:4. "Am Anfang hab ich super gespielt, hab ihn richtig vorgeführt. Dann hab ich mich einlullen lassen", so Koubek.

Spannung pur
Im vierten Satz wurden die Ballwechsel immer länger, Lapentti versuchte es immer öfters mit Rückhand-Slice. Stefan Koubek: "Tom hat mir gesagt, ich muss offensiver spielen, ans Netz gehen, aber bei den wichtigen Punkten hab ich mich dann nicht getraut." Schließlich musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Dieses war nicht minder knapp, die Zuschauer versuchten Stefan zum Sieg zu treiben, doch Lapentti verwertete den ersten Satzball zum 7:5. Im Entscheidungssatz waren Breaks Mangelware, auch bei 5:6 und 30:0 sah es aus, als könnte Koubek sein Service halten. Doch vier leichte Fehler des Kärntners in Folge waren zu viel, Lapentti ging doch noch nach 4:30 Stunden als abgekämpfter Sieger vom Center Court.

Koubek "richtig angefressen"
"Das ist jetzt die dritte große Partie in der ich gut anfang' und dann noch verlier'. Ich bin richtig angefressen. Ich weiß nicht was ich falsch mache, weil spielen kann ich ja. Für mich kann ich aus der Partie nichts Positives mitnehmen, fürs Team ist es zumindest nicht schlecht, dass der Nicolas hier 4,5 Stunden am Platz gestanden ist und morgen wahrscheinlich auch im Doppel spielt", meinte Koubek in der anschließenden Pressekonferenz. Das Fernsehinterview hatte der Kärntner verweigert.

Melzer erteilt Lehrstunde - 6:1, 6:0, 6:2 gegen Giovanni Lapentti
Jürgen Melzer benötigte in einer ungewöhnlich einseitigen Partie gegen Giovanni Lapentti nur 1:26 Stunden um Österreich im Relegationsduell mit Ekuador in der Daviscup-Weltgruppe mit 1:0 in Führung zu bringen. "Ich hab eine annähernd fehlerfreie Vorstellung geboten. Es ist schön, wenn man so spielen kann, wie man es sich vorstellt", meinte ein naturgemäß enorm froher Jürgen Melzer. Die vielzitierte Aufschlagstärke des Ekuadorianers war in keiner Phase zu erkennen, Kapitän Thomas Muster dazu: "Man kann immer nur so gut spielen, wie es der Gegner zulässt. Gut ist, dass Stefan jetzt ohne Druck in seine Partie gehen kann."

Giovanni inferior
Im ersten Satz schrieb der jüngere der Lapentti-Brüder zum 1:1 an, danach machte Österreichs Nummer eins 14 Spiele in Folge. Der Deutsch-Wagramer bestimmte das Tempo, streute traumhafte Stopps ein; Lapentti agierte hingegen inferior. Etliche Doppelfehler, schlechte Beinarbeit, viele unerzwungene Fehler - Melzer war in jeder Phase der Partie Herr der Lage. Die Partie verführte gar zum "Promisuchen": Neben ÖTV-Präsident Ernst Wolner waren auch Größen wie Horst Skoff, Ronnie Leitgeb, Peter Pokorny, Michael "Elch" Oberleitner, Patricia Wartusch, Stefanie Graf, Peter Ambrosi, Gerald Mandl, Manfred Hundstorfer, Hans Kary, Franz Sterba oder Peter Graski in der Werzer Arena zugegen.

Ekuadors Freude währt nur kurz
Es war nur ein kurzes Aufflackern, als Giovanni im dritten Satz ein Rebreak zum 1:3 gelang, und er sein insgesamt drittes Game zum 2:3 machte. Jürgen zog danach das Tempo wieder an und spielte die Partie ungefährdet nachhause. "Ich konnte meine Leistung nicht bringen, mein Handgelenk schmerzt zu sehr. Ich spiele nur, weil es für mein Land ist", erklärte Giovanni, der alle Hoffnungen in seinen Bruder setzt: "So kann ich kein Einzel gewinnen, in diesem Daviscupduell wird die Form meines Bruders entscheiden."

Peter und Peter aus Pörtschach



Die Ergebnisse vom Daviscup in Pörtschach:
Herren
Herren-Doppel


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