Face to Face: Mlynarik vs. Schneiderbauer
Zbynek Mlynarik setzte sich im Endspiel der 4. Intersport Eybl Trophy in Eferding knapp gegen Martin Schneiderbauer durch.

Ein Match - zwei Meinungen. tennisweb.at lässt die Kontrahenten zu einem Match Stellung nehmen. Wie unterschiedlich können die Meinungen zweier Spieler zum gleichen Duell sein?
Der Topgesetzte Zbynek Mlynarik musste im Endspiel des Kategorie V-Turniers von Eferding hart kämpfen. Martin Schneiderbauer machte dem Favoriten das Leben schwer, unterlag schließlich aber in Dreien.
Geht das Ergebnis in Ordnung?
Zbynek: Es geht insofern in Ordnung, als das die beste Partie von Schneiderbauer im ganzen Turnier war. Wir trainieren ja öfter gemeinsam und so kennt er mein Spiel. Schneiderbauer spielt sicher lieber gegen Spieler, die schnell spielen. Er kontert sehr gut und auch der schnelle Hallenplatz kam ihm entgegen. Martin spielte wirklich stark.
Martin: Sicher. Ich war sogar etwas überrascht, dass ich so gut mitgehalten hab.
Was waren die Big Points?
Zbynek: Es gab keinen wirklich entscheidenden Punkt. Im ersten Satz schaffte Martin ein frühes Break, im zweiten hab ich sehr konzentriert und stark angefangen und bin sofort davongezogen. Im Dritten haben wir beide unseren Aufschlag bis 4:4 leicht gehalten, dann hab ich ihn zu 15 gebreakt. Bei 5:4 musste ich selbst dann noch über Einstand gehen, hab es aber konzentriert nach Hause gespielt.
Martin: Im dritten Satz bei 4:4 hab ich das Break auf 4:5 kassiert. Dann hab ich zwei Breakchancen auf 5:5 ausgelassen - ein Vorhandball war nur ganz knapp out.
Wirst du im nächsten Match gegen Martin/Zbynek etwas anders machen?
Zbynek: Das kommt auf den Belag an. Ich hätte gegen ihn lieber auf Sand gespielt, denn je schneller das Spiel ist, desto mehr liegt es Martin. Auf Sand würde ich mehr variieren und mehr Stopps spielen.
Martin: Nein, überhaupt nicht. Ich hab sehr schnell gespielt, viel Druck und wenig Fehler gemacht - die Partie war überhaupt sehr gut.
Hast du im Finale dein bestes Tennis gespielt?
Zbynek: Nein, nicht unbedingt. Aber ich war auf jeden Fall sehr konzentriert. Beim Challenger in Budapest am Montag war es nämlich anders, da hab ich meinen Gegner durch einen Konzentrationseinbruch wieder in die Partie zurückgeholt und noch verloren. Das ist diesmal nicht passiert, insgesamt war dieses Turnier ein super Training für mich.
Martin: Recht viel besser kann ich nicht mehr spielen.
Hat dein Gegner im Finale deiner Meinung nach sein bestes Tennis gespielt?
Zbynek: Ja, Martin hat zu mir gesagt, dass er von seiner Leistung selbst überrascht war, und, dass er sich nicht gedächt hätte, dass er so gut mitspielen kann. Ich hab auf jeden Fall großen Respekt vor Martins Leistung.
Martin: Im ersten Satz war er überrascht, dass ich so gut gespielt hab. Im zweiten und dritten Satz hat er dann sehr stark gespielt, aber er kann sicher noch zulegen. Sein bestes Tennis war das aber sicher nicht.
Was hat der Sieger richtig gemacht?
Zbynek: Der Druck bei 4:4 im Dritten war groß für Martin. Er hat auf jeden Fall nicht viel falsch gemacht.
Martin: Schwer zu sagen, die Partie war ziemlich offen. Er hat einfach das entscheidende Break zum 5:4 gemacht.
Mit welchen Erwartungen bist du eigentlich ins Turnier gegangen?
Zbynek: Ich wollte das Turnier gewinnen, klar. Außerdem die Schwächen vom Montagmatch ausmerzen, die Konzentration über ein ganzes Match hindurch halten. Und das ist mir gelungen.
Martin: Ich wollt' unbedingt ins Finale. Ich hätt' mir nicht gedacht, dass es so schwer wird dahin zu kommen, aber andererseits hätt' ich mir nicht gedacht, dass es dann dort so gut läuft.
Interviews: Michael Kirner, Peter Robic
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