Auch Hödl kehrt der Südstadt den Rücken

Nach Andi Haider-Maurers Abgang verließ nun auch Christoph Hödl, der zweite Schützling von Thomas Strengberger, das Leistungszentrum.

Christoph, im Forum auf tennisweb.at wurde geschrieben, dass du nicht mehr in der Südstadt trainierst. Was ist dran?
Das ist richtig. Seit letzter Woche bin ich nicht mehr in der Südstadt.

Warum?
Das Verhältnis zwischen Thomas Strengberger und mir hat einfach nicht mehr gepasst.

Was meinst du genau?
Es ist schwierig mit jemandem 45 Wochen im Jahr zusammen zu sein, mit dem man sich nicht hundertprozentig versteht.

Was war der Auslöser für deinen Abgang?
Es ist nie etwas gravierendes vorgefallen, immer Kleinigkeiten. Solange der Andi Haider-Maurer noch da war, war es ja nicht so schlimm – wenn du dich mit einem grad nicht so gut verstehst, redest halt mit dem anderen. Aber wenn du irgendwo bist und mit der einzigen Ansprechperson verstehst du dich nicht optimal ...

Nach Andi bist du jetzt auch weg – damit hat Thomas keine Schützlinge mehr. Woran liegt das? Ist er so ein schwieriger Typ?
Gar nicht. Er ist engagiert und kompetent. Aber wenn es zwischenmenschlich nicht stimmt, dann muss man das eben beenden. Andi und ich haben einfach keine richtige Beziehung zu ihm aufbauen können.

Hast du jetzt einen neuen Coach, mit dem es auch zwischenmenschlich passt?
Ja. Ich trainiere wieder mit Petr Vanicek, der mich schon zwischen neun und 14 betreut hat, bevor ich in die Südstadt gekommen bin. Mit ihm verstehe ich mich blendend.

Was ist mit ihm anders?
Wir haben eine gute Gesprächsbasis. Ich kann selbst meine Eindrücke und Vorstellungen besser ins Training einfließen lassen.

Und wo trainiert ihr?
Ich habe letzte Woche in der Südstadt sozusagen gekündigt. Jetzt bin ich in Halle und dann in Wimbledon. Danach werden wir gemeinsam in Tschechien trainieren.

Tschechien?
Ja, ich werde dann nach Trutnov ziehen und dort mit Petr trainieren.

Und wie arrangierst du das mit der Schule?
Ich hab jetzt das letzte Jahr vor mir. Ich werde im Monat etwa eine Woche in die Schule gehen, drei Wochen in Tschechien wohnen und trainieren. Das ist alles mit den Lehrern abgesprochen.

Finanziell kommt da auch einiges auf dich zu. Die Südstadt war gratis. Wie finanzierst du dir das?
Natürlich ist das sehr teuer, und das Geld fliegt ja nicht beim Fenster hinein. Aber mein Vater kann mir das Training derzeit finanzieren.

Und für wie lange?
Sicher die nächsten drei bis vier Jahre.

Was nimmst du dir mit deinem neuen Coach vor?
Ich denke, dass ich mit ihm den Einstieg auf die Herren-Tour schaffe. Ich spiele jetzt bis Wimbledon noch bei den Junioren, danach steig ich um. Dann will ich mich auf der Herren-Tour behaupten.

Interview: Peter Robic




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