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Melzer fordert Vorjahresfinalist Coria
Auch in Runde zwei der French Open gegen Mikhail Youzny gab Österreichs Nummer eins keinen Satz ab.

Jürgen Melzer steht erstmals in seiner Karriere in der dritten Runde der French Open. In Runde zwei besiegte der Deutsch Wagramer den auf 29 gesetzten Russen Mikhail Youzny souverän mit 6:3, 6:4, 7:6 (5). Nun wartet mit dem Argentinier Guillermo Coria einer der härtest möglich Brocken in Roland Garros.
Melzer bestimmt Geschehen
In den ersten beiden Sätzen agierte der 24-Jährige überragend. In Satz eins machte er das Break zum 4:2 und servierte zum 6:3 aus, im zweiten durchbrach er Youznys Service zum 2:1 und ließ nichts mehr anbrennen. Und als Melzer im vierten schnell auf 4:0 davonzog schien die Partie schon gelaufen zu sein.
Wieder Tiebreak in Satz drei
Doch wie in der Partie gegen Wayne Arthurs machte es die ATP-Nummer 41 auch gegen die Nummer 30 noch mal spannend. Jürgen musste zwei Rebreaks hinnehmen, geriet mit 5:6 in Rückstand, rettete sich aber ins Tiebreak. Da gelang ihm das Minibreak zum 5:3, bei 6:4 hatte Melzer Matchball bei eigenem Aufschlag. Doch der war's noch nicht, erst der zweite wurde bei Aufschlag des Russen verwertet.
Auch statistisch besser
Im Prinzip war Melzer heute in fast allen Belangen der stärkere Spieler: Er schlug bei weit weniger unerzwungenen Fehlern (29 zu 46) fast gleich viele Winner (30 zu 32) und erarbeitete sich so auch bedeutend mehr Breakchancen (15 zu 4). Darüberhinaus machte er beim zweiten Aufschlag mehr Punkte als der Russe (68% zu 53%).
Endlich erstes Achtelfinale?
Nach den Australian Open 2004 und 2005 und den US Open 2004 steht Melzer in Paris zum vierten Mal in seiner Karriere in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers. Insgesamt liest sich die Major-Bilanz des 24-Jährigen mit zehn Siegen und zwölf Niederlagen leicht negativ. Bei den French Open ist Melzer heuer erst zum dritten Mal am Start. 2003 setzte es ein Erstrundenout gegen den Spanier David Ferrer, im Vorjahr erwies sich der Australier Lleyton Hewitt in Runde zwei als unüberwindbare Hürde.
Ein Sandplatzspezialist namens Coria
Der Gegner um den Einzug in die Runde der letzten 32 ist niemand geringerer als Vorjahresfinalist Guillermo Coria, der in seiner Zweitrundenpartie beim Stande von 4:6, 6:2, 3:2 von der Aufgabe seines serbischen Gegners Novak Djokovic profitierte. Der Argentinier gehört seit Jahren zur absoluten Weltelite und zeigt speziell auf Sand sein ganzes Können. Die aktuelle Nummer neun der Rangliste weist eine Saisonbilanz von 32 Siegen zu elf Niederlagen auf.
Offene Rechnung mit Nadal
Zu Beginn des Jahres erreichte er neben dem Achtelfinale bei den Australian Open (Niederlage gegen Nalbandian) auch das Viertelfinale von Auckland. Bei den Super-9-Turnieren von Indian Wells und Miami wusste der 23-Jährige nicht so recht zu überzeugen, es setzte frühe Pleiten gegen Agassi und Dent. Doch mit Beginn der Sandplatzsaison fand Coria zu gewohnter Stärke zurück. In Monte Carlo und Rom war dem Siegeszug erst im Endspiel gegen Rafael Nadal ein Ende gesetzt, im Hamburg setzte es ein Viertelfinal-Aus gegen Roger Federer. In der ersten Runde von Paris schlug der Gaucho den Dänen Kenneth Carlsen in drei glatten Sätzen. Mit Österreichern hat Coria bisher noch relativ wenig Erfahrungen gemacht. Auf ATP-Tour-Ebene begegnete er nur Stefan Koubek in Kitzbühel 2001, gegen den er als 6:4, 6:0-Sieger vom Platz ging.
Paris eine Reise wert
Für Jürgen Melzer hat sich der Trip in die Stadt der Liebe auf jeden Fall rentiert. Das Erreichen der dritten Runde ist gleichbedeutend mit 36.140 Dollar Preisgeld und 75 gewonnenen Entry-Ranking-Punkten, die ihm in der Rangliste wohl wieder einen Top 40-Platz bringen sollten. Bei einem Sieg über Coria wäre ein weiterer Sprung um fünf Ränge denkbar.
red
Die tennisweb.at-Ergebnisse aus Paris:
Herren-Quali
Damen-Quali
Herren
Damen
Herren-Doppel
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