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St. Pölten: Jürgen Melzer steht wieder im Semi!
Lokalmatador Jürgen Melzer rang den spanischen Sandplatzwühler David Sanchez in drei harten Sätzen nieder.

Mit 5:7, 6:4, 6:4 entschied Jürgen Melzer die Viertelfinalpartie gegen den spanischen Qualifikanten David Sanchez beim BTM Power Grand Prix in St. Pölten für sich. Ein hartes Stück Arbeit für den laut eigenen Angaben "überdurschnittlich nervösen" Deutsch-Wagramer, der im offiziellen Head-to-head auf 1:2 verkürzte. Inoffiziell steht es 2:2, in der Deutschen Meisterschaft hatte Melzer Sanchez schon geschlagen.
Satzverlust mit dem falschen Fuß
Mit Break gegen Melzer und Rebreak begann das Viertelfinalduell zwischen dem an vier gesetzten Lokalmatador Jürgen Melzer und David Sanchez. Bis 5:5 gab es dann keine Breaks, ehe der Spanier dem Niederösterreicher dessen Aufschlag zum 5:6 abnahm und nach 43 Minuten zum 7:5 ausservierte. "Ich bin mit dem falschen Fuß aufgestanden, hab keinen Ball ins Feld gespielt. Das macht es gegen einen Gegner wie Sanchez natürlich besonders schwer", so Melzer, der viele Rallyes mitging, da seine Punktschläge das Ziel allzu oft verfehlten.
Zweimal von 0:40 zurückgekämpft
Der zweite Satz begann nicht nach Wunsch für den Deutsch-Wagramer, er lag 0:40 zurück, zerbrach einen Schläger. Doch der bald 24-Jährige (Jürgen feiert am Sonntag Geburtstag) kämpfte sich zurück, holte das Game noch. Auch bei 2:2 wehrte Jürgen ein 0:40 ab, breakte danach auf 4:2. Doch Sanchez konterte, holte sich das Break zurück und glich zum 4:4 aus. Dann das 5:4 für Melzer, das neuerliche Break konnte der Spanier nicht verhindern – Satzausgleich, 6:4.
Gewonnen mit Winner
Im Dritten begann Melzer sein Servicegame mit 40:0, musste noch das Break einstecken und lief diesem bis 2:3 hinterher. Die Ballwechsel waren zumeist lang, Jürgen punktete immer wieder mit Stoppbällen, der Spanier wirkte in seinem 14. Satz des Turniers nicht mehr ganz so spritzig. Zum 3:3 nahm die Nummer vier dem Qualifikanten dessen Service ab, enge Games bis 5:4 für Melzer folgten. Beim Service von Sanchez drehte Melzer dann auf, riskierte voll und gewann den Entscheidungssatz mit einem abschließenden Backhand-Winner mit 6:4.
Steigerung von Nöten
Nach dem Match zog Melzer nüchtern Bilanz. "Ich habe mich heute schlecht bis gar nicht bewegt. Das war einfach kein gutes Tennis." Einzig mit dem starken Finish zeigte sich die heimische Hoffnung auf den Turniersieg zufrieden: "Ich wusste, dass es gegen Sanchez schwer werden wird, von dem darf man sich nicht einlullen lassen und muss das Spiel selbst machen. Nur in den letzten drei Games hat´s ganz gut geklappt." Was für Melzer unterm Strich aber zählt ist der Sieg, "denn morgen fragt keiner mehr nach dem Wie."
Kleiner Mann ganz groß
Melzers Gegner um den Einzug ins Endspiel ist der Belgier Christophe Rochus, der Guillermo Garcia-Lopez beim 6:3 und 6:4 keine Chance ließ. Rechtzeitig vor dem Höhepunkt der Sandplatzsaison scheint der nur 170 cm messende Belgier in Bestform zu sein. Beim vorwöchigen Masters-Series-Event von Hamburg fertigte er nach überstandener Qualifikation die Herren Ventura, Ljubicic, Gaudio und Chela ab, um in der Vorschlussrunde dem französischen Youngster Richard Gasquet zu unterliegen. In St. Pölten verabschiedete er neben Garcia-Lopez auch den Thai Paradorn Srichaphan (2) und den Italiener Davide Sanguinetti.
"Ich kann mich nur selbst schlagen"
Melzer gibt sich von der Erfolgsserie seines möglichen Halbfinalgegners unbeeindruckt: "Rochus kann mich mit seinem Spiel nicht wegservieren und mir mit seinen Schlägen nicht zwingend weh tun. Ich kann mich nur selbst schlagen." Sein belgischer Kontrahent gibt sich im Interview kämpferisch: "Wenn Jürgen sein bestes Tennis spielt, habe ich keine Chance. Aber wenn das nicht der Fall ist, rechne ich mir schon Möglichkeiten aufs Finale aus. Die Tagesform wird entscheiden." Das Head to head mit dem 26-Jährigen führt Melzer nach einem 6:2, 6:3-Sieg zur Qualifikation in der Wr. Stadthalle 2001 mit 1:0 an.
pr
Die tennisweb.at-Ergebnisse aus St. Pölten:
Herren-Quali
Herren
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