Face to Face: Hirn vs. Schneiderbauer
Stefan Hirn besiegte Martin Schneiderbauer im Finale des Thalheim Open 2005 knapp in drei Sätzen.

Ein Match - zwei Meinungen. tennisweb.at lässt in einer Serie zwei Kontrahenten zu einem Match Stellung nehmen. Wie unterschiedlich können die Meinungen zweier Spieler zum gleichen Duell sein?
Der topgesetzte Stefan Hirn behielt im Endspiel des ÖTV VI-Turniers in Thalheim gegen die Nummer zwei des Turniers Stefan Schneiderbauer trotz eines 1:4-Rückstands im Entscheidungssatz knapp mit 7:6, 6:7, 6:4 die Oberhand.
Geht das Ergebnis in Ordnung?
Stefan: Ja, das geht vollkommen in Ordnung, besonders durch die Aufholjagd im dritten Satz.
Martin: Ja. Es war ein enges Match, von uns beiden wirklich hervorragend gespielt. Er hatte am Schluss einfach knapp die Nase vorne.
Was waren die Big Points?
Stefan: Den ersten Satz hätte ich klarer gewinnen müssen, da habe ich schon mit 5:1 geführt. Danach bin ich vielleicht etwas leichtsinnig geworden, habe den Satz dann aber doch noch zumachen können. Auch im zweiten Satz war ich dann mit 4:1 vorne und hab dann den Satz doch noch verloren. Das entscheidende Game war aber wahrscheinlich dann das ominöse siebte Spiel im Entscheidungssatz, wo der Martin schon mit 4:2 vorne lag. Ich hab glücklicherweise gleich das Rebreak holen können, dadurch hab ich das Match schlussendlich für mich entschieden.
Martin: Das war ganz klar bei 4:2 im dritten Satz. Hätte ich den Aufschlag da durchgebracht, wäre Stefan wohl nicht mehr zurückgekommen. Anders herum kann man auch sagen, dass er im zweiten Satz auch schon 4:1 geführt hat. Da hätte er genauso gut auch schon gewinnen können.
Wirst du im nächsten Match gegen Martin/Stefan etwas anders machen?
Stefan: Nein, ich werde nichts anders machen. Ich kenne den Martin aus der gemeinsamen Zeit bei Auhof Linz relativ gut und habe daher gewusst, was seine Stärken sind. Ich habe dann versucht, der Aktivere zu sein, um sein sicheres Spiel nicht zur Geltung kommen zu lassen. Denn ich habe gewusst, dass seine Chancen mit der Dauer der Ballwechsel immer größer werden.
Martin: Das ist schwer zu sagen, aber ich glaube nicht. Es war von beiden Seiten ein tolles Spiel, wobei er um einiges druckvoller agiert hat, ich habe mehr auf die Sicherheit geachtet. Genau das wäre vielleicht ein Ansatzpunkt – selber mehr Druck zu machen.
Hast du im Finale dein bestes Tennis gespielt?
Stefan: Bis zum 5:1 im ersten Satz waren das sicher 85-90 % meiner Bestleistung, nachher haben sich leider Licht und Schatten sehr häufig abgewechselt.
Martin: Auf jeden Fall. Ich habe schon lange nicht so gut gespielt, am Ende hat es halt einfach knapp nicht gereicht.
Hat dein Gegner im Finale deiner Meinung nach sein bestes Tennis gespielt?
Stefan: Das ist schwer zu sagen. Meine Taktik hat es für ihn einfach schwer gemacht. Er hat versucht, das zu bringen, was er kann. Durch mein aktives und aggressives Spiel war es für ihn einfach schwierig, obwohl es am Ende trotzdem sehr knapp geworden ist und er den Sieg wahrscheinlich genauso verdient hätte.
Martin: Ich denke schon. Speziell am Anfang hab ich keine Chance gehabt, das war schon sehr eindeutig. Dann hat er ein bisschen mehr Fehler gemacht, wodurch ich besser ins Spiel gefunden habe. Dann warÂ’s ein richtig feines und spannendes Finale.
Was hat der Sieger richtig gemacht?
Stefan: Ich habe sehr aggressiv und gut gespielt, das war sicher der Schlüssel zum Erfolg.
Martin: Er hat versucht, druckvoll zu spielen, das war sein Rezept. Und das hat er heute wirklich gut gespielt.
Mit welchen Erwartungen bist du eigentlich ins Turnier gegangen?
Stefan: Wenn man bei einem Turnier auf Nummer eins gesetzt ist, kann das Ziel nur das Finale oder der Turniersieg sein. Aber ich habe natürlich gewusst, dass es im Finale gegen Martin oder auch eventuell gegen Patrick Gamauf sehr schwierig wird.
Martin: Als Nummer zwei war das Finale mein Ziel. Mein Sieg im Semifinale gegen Patrick Gamauf war auf jeden Fall schon ein Erfolg. Trotz der Niederlage im Endspiel bin ich also auf jeden Fall zufrieden.
Interviews: Andi Pernsteiner
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