Houston, wir haben ein Problem

Ganz schwere Aufgabe für Jürgen Melzer in Texas: Er trifft auf den Argentinier Mariano Puerta - der spielt gerade in Hochform.

Roddick, Agassi, Haas, Massu, Dent, Grosjean sind die ersten sechs Gesetzten - kaum ein 380.000 Dollar-Turnier kann mit einem solchen Aufgebot an Stars aufwarten. Die Nummer sieben der Setzliste in diesem Topfeld ist Jürgen Melzer. Und der Deutsch-Wagramer bekam bei der Auslosung des Sandplatzturniers den wohl schwersten möglichen Brocken vorgesetzt: Mariano Puerta, 26 Jahre alt, Linkshänder aus Buenos Aires.

Nach Dopingsperre stärker denn je
Puerta hat in seiner Karriere schon alle Aufs und Abs eines Tennisprofis mitgemacht. Als Jugendlicher ein Riesentalent (French Open-Finalist 1995), im Jahr 2000 nach einem kometenhaften Aufstieg und fünf ATP-Tour-Endspielen plötzlich Top 20, dann ein unerklärlicher Rückfall, die Rückkehr auf die Challenger-Tour und als Tiefpunkt von Herbst 2003 bis Sommer 2004 eine Dopingsperre nach einem Asthma-Präparat, das ihm ein Arzt verabreicht hatte. Kurz nach seiner Rückkehr auf die Tour vor rund neun Monaten verlor Puerta noch beinahe gegen Markus Kanellos.

Lieblingsgegner Moya
Noch Ende 2004 spielte Puerta einen Future. Doch nun scheint er wieder zu einem Höhenflug wie vor fünf Jahren anzusetzen: Der von Ex-Kitzbühel-Sieger Horacio de la Pena betreute Argentinier erreichte im Februar in seiner Heimatstadt sensationell des Endspiel des ATP-Tour-Events (Siege über Moya, Acasuso), in Acapulco (wieder nach einem Sieg über Moya) war erst Nadal im Semifinale zu stark. Und erst in der Vorwoche in Casablanca holte Puerta den dritten ATP-Tour-Titel seiner Karriere und kehrte damit in die Top 50 zurück. Diese Woche in Monte Carlo schlug er zum dritten Mal in Serie Carlos Moya, bevor in Runde drei gegen den ebenfalls zur Zeit sehr starken Italiener Volandri Schluss war.

Wiedersehen nach eineinhalb Jahren
Melzer und Puerta begegneten einander im September 2003 unmittelbar vor Puertas Sperre in Palermo das bisher einzige Mal auf der Tour; das bessere Ende hatte damals mit 6:4 im dritten der Argentinier für sich. Es sollte übrugens bis Februar 2005 Puertas letzter Sieg in einem ATP-Tour-Hauptbewerb bleiben.

Viertelfinale zu verteidigen
Jürgen Melzer angesichts seiner eher bescheidenen letzten Erfolge - nach dem Semifinale von San Jose hat er nur eines seiner sechs Matches gewonnen - wohl als leichter Außenseiter ins Duell der Linkshänder. Doch wozu er in Houston in der Lage ist, bewies der Niederösterreicher bereits eindrucksvoll: 2003 erreichte er auf texanischem Sand das Semifinale, 2004 scheiterte er im Viertelfinale nur ganz knapp an Roddick.

Knowle in der Quali raus
Jürgens Achtelfinalaufgabe wäre im Fall eines Sieges zumindest der Papierform nach einfacher: Es würde der Brasilianer Ricardo Mello oder ein Qualifikant warten. Dieser wird nicht Julian Knowle heißen - der Vorarlberger ist in der ersten Qualirunde am Chilenen Adrian Garcia gescheitert.

sw


Die tennisweb.at-Ergebnisse aus Houston:
Herren-Quali
Herren



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