Herren-Staatsliga 2005: Ein Favoried und ein Vorarlberger Tenniswunder

Wer folgt Horst Skoffs Sportunion Klagenfurt von der Staats- in die Superliga?

Das ist Tennis-Euphorie vom Feinsten: 500 Zuschauer kamen zum entscheidenden Duell gegen Vandans - in der Landesliga. Und das Erfolgsrezept dahinter ist einfach: "Es kommen deswegen so viele, weil unsere Zuschauer die Spieler persönlich kennen. Alle kommen aus der Gegend, die Leute müssen sich nicht erst gegenseitig fragen, wer da jetzt eigentlich gerade spielt", erklärt Mannschaftsführer Peter Peham die Begeisterung rund um den Vorarlberger Staatsliga-Aufsteiger TC ISB Altenstadt.

"Unseren Damen werden wir's nicht nachmachen können"
Martin Fischer, Philipp Oswald und Herbert Weirather sind die jugendlichen Aushängeschilder des Vorarlberger Vereins. Der 35-jährige Ex-Superligaspieler Peter Peham ("Jede Mannschaft braucht einen Routinier") und Vollprofi Tobias Köck sind die weiteren Eckpfeiler des Aufsteigers, dessen Ziel der Klassenerhalt ist: "Unsere Damen haben im Vorjahr zwar den Durchmarsch in die Superliga geschafft und zählen auch da zu den Favoriten, wir wollen aber nur die Klasse halten."

Stoliarov will zurück
Dass man auch starke Legionäre braucht, um in dieser Liga erfolgreich zu sein - zwei dürfen pro Begegnung spielen -, ist Peham klar. Dass einer davon aber ausgerechnet Andrei Stoliarov (Bild) heißt, ehemalige ATP-Nummer 71 ist und bereits Andy Roddick auf seiner Abschussliste hat, überrascht doch etwas. "Das hat sich über Tobias, der den Russen schon lange kennt, ergeben. Stoliarov war verletzt, will wieder nach oben und so in verschiedenen Ländern Liga spielen." Ob er in Altenstadt auch zum Einsatz kommen wird, ist noch unklar, hat man dort doch bereits dem Tschechen David Novak und dem Deutschen Jan Weinzierl die Legionärsplätze zugesagt - noch lange bevor sich der überraschende Coup mit Stoliarov ergab.

Ried ist Favorit
Altenstadt ist nur Außenseiter im Kampf um den Aufstieg in die Superliga. Als Favoriten der sehr ausgeglichenen Liga gelten Ried und Gmunden. Bei Ried sind der Deutsche Tobias Summerer (ATP 174) und Österreichs Dominator Thomas Schiessling die Topspieler. Bei Aufsteiger UTC Babolat Gmunden scheint mit dem Deutschen Dieter Kindlmann (ATP 146) der laut Ranking beste Spieler der Liga in der Mannschaftsliste auf.

"Mit Summerer ist der Titel möglich"
Auch der Neuzugang des von Peham übrigens favorisierten UTC Fischer Ried, Stefan Hirn, traut seiner Mannschaft den Aufstieg in die Superliga zu - unter einer Bedingung: "Das hängt ganz davon ab, ob Tobias Summerer spielen wird. Mit ihm können wir sicher Erster werden, ohne ihn sind wir höchstens solide."

Achtergruppe - Ja bitte
Der neue Modus, die Liga in einer Achtergruppe statt zwei Vierergruppen mit anschließendem Play Off auszutragen, wird vom Aufsteiger ebenso begrüßt wie vom Titelaspiranten. Stefan Hirn, die Rieder Nummer drei: "Es ist besser für das Mannschaftsgefüge. Außerdem wird die Kontinuität mehr gefördert, es bringt nichts mehr, für ein Spiel irgendeinen Star aus dem Hut zu zaubern." Peter Peham erwartet sich, dass durch den neuen Modus "nicht mehr so viel taktiert werden kann. Man muss in jedem Match die beste Mannschaft aufstellen. Das wird der ganzen Liga sehr gut tun" - und vielleicht auch außerhalb des Ländles zu einem kleinen Zuschauerboom in der zweithöchsten Spielklasse des Landes führen.

pb


Die aktuellen Mannschaftslisten und Auslosungen der Herren-Staatsliga 2005 sind hier auf der Website des ÖTV zu sehen.


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