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Jahresrückblick 2009: Jürgen Melzer, Daniel Köllerer & Stefan Koubek
tennisweb.at durchleuchtet zum Abschluss des Jahres die Saisonbilanzen der Top 3 der österreichischen Damen und Herren. In Teil 1 kommen Jürgen Melzer, Daniel Köllerer und Stefan Koubek dran.

Jürgen Melzer
Der 28-jährige Deutsch-Wagramer erreichte am Ende der Saison 2009 mit dem Triumph bei der Bank Austria-TennisTrophy wohl sein absolutes Karriere-Highlight. Melzer setzte sich in Wien im Semifinale gegen den Serben Janko Tipsarevic mit 4:6, 7:6 (5), 6:4 durch, danach überraschte er im Endspiel nochmals mit einem klaren 6:4, 6:3-Erfolg über den topgesetzten Kroaten Marin Cilic. Auf der ATP World Tour stehen heuer noch zwei Semifinali in Bangkok und Umag und vier Viertelfinali in New Haven, Kitzbühel, Halle und Bastad (alle 250er-Kategorie) auf der Habenseite. Bei den Masters 1000-Events waren die Achtelfinal-Einzüge in Rom und Shanghai die Höhepunkte, bei den GrandSlams in Melbourne, Paris und Wimbledon war für Melzer jeweils in Runde drei Endstation. In der Weltrangliste belegt er damit seit 2. November die 28. Stelle. Über die ganze Saison blieb Österreichs Nummer eins bis auf zwei Wochen unter den Top 40, seine schlechteste Platzierung war Rang 44. Im Jahr 2010 strebt Melzer wieder einmal das Ziel an sich in die Top 20 zu kämpfen.
Im Doppel-ATP-Ranking nimmt Melzer zurzeit den 26. Platz ein. Mit Julian Knowle holte er in der zweiten Jahreshälfte in Tokio und New Haven jeweils den Titel, in Wien scheiterten sie nach vergebenen Matchbällen im Finale. Nächstes Jahr werden die beiden wohl nur zufällig Doppel auf der Tour spielen: Melzer möchte sich vermehrt auf seine Einzel-Karriere konzentrieren und tritt bei Gelegenheit mit Philipp Petzschner an.
Das Daviscup-Jahr ist für Melzer zum Abhaken: In Deutschland trug er mit zwei bitteren Niederlagen gegen Kohlschreiber und Kiefer wesentlich zur Niederlage bei. Beim Relegations-Duell in Chile, das 2:3 verloren ging, unterlag er im wichtigen ersten Einzel Nicolas Massu.
Daniel Köllerer
Für das einstige Enfant terrible Daniel Köllerer ging es 2009 steil nach oben: Am 20. April drang er erstmals in seiner Karriere unter die besten 100 Tennisspieler der Welt ein. Im Februar qualifizierte er sich für das World Tour 500-Event in Acapulco (MEX) und bezwang in Runde eins den topgesetzten David Nalbandian. Dieser war als Nummer zwölf der Welt der bestgerankte Spieler, den er jemals schlug. Schließlich erreichte er in Acapulco das Viertelfinale. Kurz darauf qualifizierte sich Köllerer auch für das Masters 1000-Turnier in Indian Wells und scheiterte danach erst in Runde zwei an Andy Roddick. Mit diesen beiden Erfolgen in Acapulco und Indian Wells legte er den Grundstein für den Einzug in die Top 100. Einige Wochen später zog er in Kitzbühel abermals ins Viertelfinale ein. Ein absolutes Highlight erlebte "Dani" bei den US Open in New York: Nachdem er sich überraschend in die dritte Runde kämpfte, gewann er dort gegen den späteren Triumphator Juan Martin del Potro einen Satz. Nicht nur das: Mit seinem heroischen Kampf gegen del Potro spielte er sich in die Herzen der "Amis", die ihn mit Standing Ovations verabschiedeten. Auf Challenger-Ebene gewann Köllerer die italienischen Turniere in Rom und Trani. Im Oktober erklomm er somit sein vorläufiges Career High, Platz 55. Nächstes Jahr strebt Köllerer den Durchbruch in die Top 50 und die dortige Etablierung an.
Im Daviscup durfte er sein Debüt in Chile noch nicht geben. Ausschlaggebend war ein Doppel-Match in Umag, das Köllerer gemeinsam mit Olivier Rochus gegen Julian Knowle und Jürgen Melzer bestritt. In diesem habe sich Köllerer laut Knowle/Melzer nicht an die zuvor gemachten (disziplinären) Versprechen gehalten, die für sie Voraussetzung gewesen wären, um gemeinsam mit Köllerer Daviscup zu spielen. 2010 wird ein Einsatz von Daniel Köllerer aber immer wahrscheinlicher, zumal die einzige zweite Stütze Stefan Koubek weiterhin hinter seinen Erwartungen bleibt.
Stefan Koubek
Die Bilanz für den bald 33-jährigen Stefan Koubek ist nicht zufrieden stellend. Sein Ziel sich in die Top 100 zurück zu spielen verfehlte er am Ende klar, derzeit nimmt er den 135. Platz ein. Weiter als auf Rang 114 im Oktober schaffte es der frisch vermählte Kärntner nicht. Zu Beginn des Jahres sah es noch ganz gut aus: Bei den Australian Open erreichte er die zweite Runde, in Delray Beach das Viertelfinale, und beim Daviscup in Garmisch gegen Deutschland holte er beide Punkte für Österreich. Danach ging es jedoch bergab: Bis Juli kam er in Challenger- und ATP-Turnieren nicht über die zweite Runde hinaus. Erst beim Challenger in Oberstaufen spielte er sich wieder einmal in ein Semifinale, seinem einzigen in dieser Saison. Nachdem er sich im September nicht für das Hauptfeld der US Open qualifizieren konnte, machte er beim Daviscup in Chile zwar gute Figur, verlor aber trotzdem beide Einzel nach hartem Kampf: darunter das entscheidende Spiel gegen Nicolas Massu zum 2:3 für Chile. Im Jahr 2010 wird Koubek einen neuen Anlauf zur Rückkehr in die Top 100 starten. Sollte ihm das nicht bald gelingen, werden die Spekulationen über das Karriereende weiter gesät.
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