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40. Sieg und weiter hungrig
Roger Federer hat in Flushing Meadows seinen 40. Sieg in Folge gefeiert und ist drauf und dran seinen eigenen US Open-Titelrekord zu toppen. Nächster Gegner: Novak Djokovic.

Als erster Spieler in der Open Era war es Roger Federer gelungen, die US Open fünf Mal in Folge zu gewinnen. Und für viele Experten ist klar: Ein sechster Triumph kommt heuer mindestens noch dazu. Zurzeit scheint wenig dagegen zu sprechen, vieles aber dafür: Zum Beispiel die Tatsache, dass sich der Schweizer weiterhin als ein Champion präsentiert, der auch in knappen Partien die Oberhand behält, wie zuletzt gesehen im epischen Wimbledon-Endspiel gegen Andy Roddick oder jetzt im US Open-Viertelfinale gegen Robin Söderling. Mit dem Schweden traf der bislang im Turnier so souverän wirkende Schweizer nämlich auf die erste große Herausforderung, die das "Denkmal Federer" zwar wackeln ließ aber eben nicht zum Fallen brachte ...
Söderling wacht zu spät auf
Rolland Garros-Finalist Söderling, der bei den French Open 2009 Titelverteidiger Rafael Nadal ausgeschaltet hatte, wirkte in den Sätzen eins und zwei wie ein Statist, wurde von Federer mit 6:0 und 6:3 regelrecht an die Wand gespielt. Als der Schweizer dann im Tiebreak des dritten Durchgangs mit 4:0 führte, schien der Kuchen gegessen. Doch Söderling blies zum Gegenangriff und holte sich mit einer fulminanten Aufholjagd das Tiebreak mit 8:6. Söderling, der ab da phasenweise tolles Tennis zeigte zwang den Champion erneut ins Tiebreak in Satz vier. Und da zeigte "King Roger" die besseren Nerven: Bei 6:6 entschieden zwei Outbälle des Schweden die Partie.
Mental top
"Ich war bereit über fünf Sätze zu gehen. Ich fühle mich mental großartig und bewege mich sehr gut. Mehr kann ich von mir zurzeit nicht verlangen", sagte Federer, der in Flushing Meadows seit seinem Drittrundenmatch gegen Lleyton Hewitt kein Break kassiert hat. Federers Lockerheit zurzeit scheint zugleich eine große Stärke zu sein: Seit seinem Sieg in Paris heuer gibt es für den 28-Jährigen praktisch nichts mehr zu gewinnen. Doch wer glaubt, der Schweizer würde sich nun mit Motivationsschwierigkeiten herumplagen, der irrt. "Es geht doch nur darum, Spaß zu haben, gutes Tennis zu spielen und das vollgepackte Stadion zu genießen", sagt er. "Warum sollte ich meinen Platz so einfach aufgeben?"
Djokovic wartet
Um den Einzug ins Endspiel geht es nun gegen Novak Djokovic, der sich in einem knappen Match gegen Fernando Verdasco mit 7:6, 1:6, 7:5 und 6:2 durchsetzte. Letztes und vorletztes Jahr konnte Federer bei den US Open den Serben jeweils bezwingen. Ebenso wie zuletzt in Cincinatti: Da kassierte "Nole" eine 1:6 und 5:7-Niederlage und geht somit als Außenseiter in die Partie.
Nadal lauert
Unterdessen scheint sich still und heimlich in der unteren Rasterhälfte eine andere Bedrohung für "King Roger" abzuzeichnen. Rafael Nadal, der sich vor den US Open aufgrund seiner Spielpause selbst zum "Nicht-Titelaspiranten" abgestempelt hatte, scheint nun doch zur Topform aufzulaufen. Wirkte der Spanier in seiner Drittrundenpartie gegen Nicolas Almagro noch ganz und gar nicht wie der Alte, belehrte er die Tenniswelt bei seinem 6:7, 6:3, 6:1 und 6:3-Erfolg über Gael Monfils rasch eines Besseren. Und schlug plötzlich - ("Ich will meinen ersten Titel in New York holen") - ganz andere Töne an. Dazu muss er vorher aber noch Viertelfinalgegegner Fernando Gonzalez ausschalten, dann den Sieger aus Juan Martin Del Potro gegen Marin Cilic, ehe er in der für viele attraktivsten Finalpaarung auf Federer treffen könnte.
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