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Montag, 31. August 2009
Sybille Bammer hat bei den US Open enttäuscht. Trotzdem können viele andere Österreicher viel von ihr lernen.

Nein, Sybille Bammer ist mit Sicherheit nicht vom Tennishimmel gefallen. Ihre Technik ist nicht perfekt. Es gibt viele andere Spielerinnen, die eine bessere "Hand" (und einen vernünftigen Ballaufwurf beim Aufschlag) haben.
Dass Bammer an ihrem Zenit angekommen ist, hat sich bei der Niederlage gegen Martinez Sanchez recht deutlich gezeigt. Bammer wird wohl die absolute Weltspitze nicht mehr aufwirbeln. Es wird eher abwärts gehen.
ABER: Man muss vor Bammer den Hut ziehen. Denn die 29-jährige wird sich mit Sicherheit nie vorwerfen müssen, nicht das Maximum aus sich herausgeholt zu haben. Sie ist topfit, lebt Tennis, kämpft um jeden Ball und gibt niemals auf. Das hat sie auch bei ihrer Erstrundenniederlage stets vorgezeigt, trotz eines 3:5 im dritten Satz, trotz einiger strittiger Entscheidungen der Linienrichter, vor allem zu Beginn des Matches.
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, wenn man Tennisprofi ist und von diesem Beruf leben will. Allerdings fallen mir leider nicht viele österreichische Topspieler mit einer derartigen Einstellung ein.
Einzig Daniel Köllerer, das muss man ihm lassen. Er leidet zwar an Realitätsverlust im Spätstadium, glaubt, dass sich die ganze Welt gegen ihn verschworen hat und benimmt sich auch dementsprechend. Aber dass er Tennis nicht lebt und alles gibt kann man ihm nicht vorwerfen.
Apropos Köllerer: Die Linienrichter auf den Nebenplätzen sind wie erwähnt oftmals schlecht. Und da Köllerer kein McEnroe ist und auch nie sein wird, wird er wohl kaum auf einem Platz mit Hawk Eye einlaufen dürfen. Deshalb kann man schon gespannt sein, welches Spektakel er bei seiner Erstrundenpartie abliefern wird.
Ich bin für euch live bei den US Open. Anregungen, Beschwerden, und Sonstiges wie immer an redaktion@tennisweb.at oder stef.riecher@gmail.com.
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Stefan Riecher ist staatlich geprüfter Tennislehrer und ausgebildeter Schiedsrichter. Seit 2006 schreibt er für die Tageszeitung Die Presse, seit 2007 berichtet er aus New York, 2009 erstmals aus Flushing Meadows.
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