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Jahresrückblick Teil 1: Bilanz der Österreicher
Ein bewegtes Jahr aus der Sicht der österreichischen Spitzenspieler geht zu Ende. Die positiven und negativen Highlights sollen in dieser Rubrik nochmals erwähnt werden: Teil 1 mit Jürgen Melzer, Stefan Koubek und Daniel Köllerer.

Jürgen Melzer (ATP 34)
Ein in jedem Fall ereignisreiches Jahr hat Österreichs Nummer eins, Jürgen Melzer heuer erlebt: Anfang Jänner noch auf dem 62. ATP-Rang geführt, folgte zunächst ein Absturz im Ranking sogar auf Position 103 (Mai 2008). Dann aber begann die Arbeit von Neo-Trainer Joakim Nyström Früchte zu tragen. In Pörtschach (Viertelfinal-Aus gegen Igor Kunitsyn) fand der Linkshänder allmählich wieder auf die Siegerstrasse zurück, bot bei den darauf folgenden French Open in Runde drei gegen Gael Monflis (Fünfsatz-Niederlage) eine starke Leistung. Knapp zwei Monate später stand er in Kitzbühel im Endspiel, was auch sein größter Erfolg heuer bleiben sollte.
Mit dem Viertelfinaleinzug bei den Olympischen Spielen sowie dem wichtigen Daviscup-Sieg über Alex Bogdanovic und einer knapp verlorenen Fünfsatz-Schlacht gegen Andy Murray (US Open) verbuchte der Niederösterreicher noch drei weitere Höhepunkte in diesem Jahr. Melzer bereitet sich derzeit in Florida auf die neue Saison vor. Mit dabei ist übrigens auch der Oberösterreicher Ingo Neumüller, der als Co-Trainer tätig ist.
Stefan Koubek (ATP 192)
Wenn ein Spieler ein beschwerliches Jahr 2008 hinter sich hat, dann ist es Stefan Koubek. Nach einem starken Beginn (knappe Drittrunden-Niederlage gegen Paul-Henri Mathieu bei den Australian Open, Finaleinzug beim East London-Challenger) machte der Rücken plötzlich nicht mehr mit, nach den Turnieren in Sunrise und Miami wurde im März eine Bandscheibenoperation unumgänglich. Es folgte eine sechsmonatige und mental zermürbende Pause. Nach einer langwierigen Physiotherapie- und Aufbauphase durfte der Kärntner endlich im Semptember (Mons) erstmals wieder zum Racket greifen.
Der Anfang gestaltete sich schwierig, doch nach zunächst drei Auftaktniederlagen folgte der erste Comeback-Sieg in Eckental, wo er auch prompt ins Viertelfinale kam. Gleich danach erreichte der bald 32-Jährige in Dnipropetrovsk sogar die Vorschlußrunde. Die Marschrichtung scheint also zu passen, Koubek selbst bezeichnet sich als "topfit": Dies unterstrich er auch zuletzt in St. Anton. Da durfte er bereits über Siege gegen die Top 50-Spieler Robin Söderling und Jarkko Nieminen jubeln.
Nun hat der Bresnik-Schützling, der Anfang des Jahres noch die Nummer 68 der Welt war, mit den Australian Open und East London noch 138 Punkte bis Februar 2009 zu verteidigen. Ein weiterer Ranking-Rückfall droht zwar, danach sollte es allerdings - nicht zuletzt aufgrund der steil nach oben zeigenden Formkurve des Kärntners - rasch wieder bergauf gehen.
Daniel Köllerer (ATP 125)
Um den Bad Boy der österreichischen (und auch der internationalen) Tennisszene war es heuer nicht ganz so laut. Fast still und heimlich, so scheint es, hat sich der Welser dafür aber im Ranking vorgearbeitet. Im Jänner noch auf Position 163 gelegen, gelang ihm bis November ein Sprung von 40 Plätzen auf sein vorläufiges Career High. Der Grund: Unter anderen die Challenger-Siege in Fürth und Cali sowie das Finale in Como.
Dennoch: Das mit Neo-Coach Hannes Pühringer definierte Ziel (Top 110) wurde in diesem Jahr nicht erreicht. Verantworlich dafür war das schwache Abschneiden von Österreichs Nummer zwei bei den letzten vier Challenger-Auftritten in diesem Jahr. Da kam er jeweils über die zweite Runde nicht hinaus. In Puebla verlor Dani zum Auftakt als Gesetzter gegen Landsmann Rainer Eitzinger, der zu dem Zeitpunkt, die Nummer 357 der Welt war.
Wenig beachtet, dafür aber umso bemerkenswerter ist dafür Köllerers Doppelbilanz heuer: Mit insgesamt vier Titeln und zwei Finaleinzügen hat sich der 25-Jährige seit Beginn des Jahres um ganze 724 (!) Plätze verbessert und nimmt mit dem 95 Rang eine Top 100 Position ein. Dort finden sich übrigens mit Julian Knowle (ATP 24), Jürgen Melzer (ATP 46), Alexander Peya (ATP 49) und Oliver Marach (ATP 69) vier weitere Österreicher.
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