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Eintrag 475: Mittwoch, 12. November, Dnjepropetrowsk
Diesen Satz lass ich mir jetzt auf der Zunge zergehen: Ich hab einen Top-100-Spieler geschlagen!!!

Wahnsinn ... jetzt bin ich wirklich baff. Was mir heute gelungen ist, war noch vor ein paar Wochen völlig undenkbar ... da hab ich selbst dran gezweifelt, ob mir das je wieder gelingen wird. Aber heute war's soweit: Ich hab gegen Dudi Sela, Nummer 85 im ATP-Computer, mit 7:6 und 6:4 gewonnen. Mein erster Sieg über einen Top-100-Spieler nach dem Comeback!
Ich freu mich wahnsinnig, bin stolz, erleichtert. Das war ein Riesenschritt auf meinem Weg zurück. Und der Sieg ist umso wertvoller, als ich nach der Partie mit Sela geredet hab und er ganz offen gesagt hat: Er selbst hat gar nicht schlecht gespielt, aber ich war heute einfach zu gut für ihn. Ich hab ihn wirklich über den Platz gehetzt, rechts-links, bin aggressiv geblieben, hab viel Druck gemacht. Das heute, das wäre eine wirklich gute Leistung gewesen - auch ohne Rückenoperation.
Als ich am Anfang der Woche mein Ranking gesehen hab, da ist mir richtig der Schrecken in die Knochen geschossen. Ich steh ja wirklich irgendwo. Und das Mulmigste dran: Die Kerle rund um mich können alle richtig gut Tennis spielen, das hab ich auf den Challengern in den letzten Wochen gesehen. Das wird eine richtige Knochentour raus aus dem Ranking-Nirgendwo - aber ich hab heute einen Extraschub Motivation gekriegt, mich da noch einmal richtig durchzubeißen.
Viertelfinale beim - nach dem Masters - zweitgrößten Tennisturnier, das diese Woche auf der Welt gespielt wird. Das klingt nicht schlecht für einen, der noch vor ein paar Monaten nicht gewusst hat, ob er je wieder ordentlich hatschen wird können. Jetzt wartet Dennis Istomin auf mich, ein Usbeke, der heute Igor Kunitsyn rausgenommen hat, einen Top-50-Spieler. Ich kenne diesen Istomin nicht - aber das heißt nicht, dass der nicht richtig gut spielen kann.
Aber egal, wie das am Freitag ausgeht: Seit heute weiß ich, ich werde wieder mit den wirklich Guten mithalten können. Heuer noch den einen oder anderen Sieg sammeln, ein bisschen Selbstvertrauen aufbauen ... und 2009 richtig Gas geben. So happy wie heute war ich schon sehr lange nicht mehr ... jetzt stell ich mich noch zum Auslaufen auf den Crosstrainer ...
CU auf tennisfabrik.at!
Euer Stefan Koubek
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