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Eintrag 467: Montag, 29. September, Mons
1:6, 5:7 gegen Christophe Rochus ... kein Grund zur Zufriedenheit, aber als Standortbestimmung perfekt.

Also gut war das nicht. Aber schlecht auch nicht. Auch wenn ich zum ersten Mal gegen meinen "Lieblingsgegner" verloren hab, bin ich mit dem Auftritt von heute nicht unzufrieden. Und vor allem bin ich sehr froh, dass ich diesen ersten Satz heute hier gespielt hab, in Mons, und nicht in Wien, denn dort hätt ich mich in Grund und Boden dafür geniert.
Der erste Satz war einfach nur daneben. Ich war total übermotiviert, hab gespielt wie in einem Blutrausch - ich bin auf alles draufgegangen, was sich bewegt hat. Ich weiß nicht mehr genau, aber ich glaub nicht, dass ich allzu viele Punkte gemacht hab. Sagen wir so: Satz eins nach sieben Monaten Pause war nicht der intelligenteste Satz, den ich je gespielt hab.
Aber irgendwann hat auch der Kopf kapiert, dass wir jetzt nicht bei einem Amoklauf sind, sondern dass es sich hier um Tennis handelt - dass es also nicht verboten ist, einen Ball auch einmal ohne Lichtgeschwindigkeit übers Netz und ins gegnerische Feld zu spielen. Das hat ganz gut funktioniert, die Games waren enger, und dann ist das Match eigentlich ziemlich gut geworden.
Bei 5:4 hatte ich sogar zwei Satzbälle bei seinem Aufschlag. Den ersten hat er mit einem Ass abgewehrt, den zweiten verlier ich in ein paar Wochen nimmer. Da hat der Instinkt gefehlt, dieses Abmischen zwischen Aggressivität und Sicherheit bei den wichtigen Punkten, was man im Großen und Ganzen Matchpraxis nennt. Fortgesetzt hat sich das im nächsten Game, in dem ich ein Break in ziemlicher Rekordzeit kassiert habe, er hat dann gut ausserviert. Fürs Hättiwari-Protokoll: Ja, wenn ich den zweiten Satzball verwertet hätte, wärs sehr interessant geworden im dritten Satz. Aber: wurscht.
Also ... unterm Strich war der Ausflug nach Mons sehr wichtig als Standortbestimmung. Von den Schlägen her, vom Tempo, von der Fitness her ist alles kein Problem. Was noch fehlt, ist das, was nach sieben Monaten Pause logischerweise fehlt: die Spielpraxis, das Selbstvertrauen. Das werde ich in einer Woche nicht alles aufholen können, aber das Match heute war sehr, sehr wertvoll.
Wie geht's weiter? Morgen, Dienstag, zurück nach Wien, ab Mittwoch Training in der Stadthalle - und Vorfreude auf die nächste Woche!
CU auf tennisfabrik.at!
Euer Stefan Koubek
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